Brut- und Setzzeit ab 1.3.:
Natur kriegt Nachwuchs: Rücksicht zählt!
- Fürs bloße Auge kaum zu erkennen: Ein Rehkitz im hohen Gras. Mit dem Beginn der allgemeinen „Brut- und Setzzeit“ am 1. März erinnert die ORBEA Ludwigshafen an die geltenden gesetzlichen Vorgaben zum Schutz wildlebender Tiere und ruft gemeinsam mit den Naturschutzbehörden zu besonderer Rücksichtnahme auf. Die Schutzzeit dauert bis 30. September und ist bundesweit im Bundesnaturschutzgesetz geregelt.
- Foto: Foto: ORBEA Ludwigshafen
- hochgeladen von Klaus-Peter Rieser
Mit dem Beginn der allgemeinen „Brut- und Setzzeit“ am 1. März erinnert die ORBEA Ludwigshafen an die geltenden gesetzlichen Vorgaben zum Schutz wildlebender Tiere und ruft gemeinsam mit den Naturschutzbehörden zu besonderer Rücksichtnahme auf. Die Schutzzeit dauert bis 30. September und ist bundesweit im Bundesnaturschutzgesetz geregelt.
Demnach ist es in diesem Zeitraum verboten, Bäume zu fällen sowie Hecken, Gebüsche und andere Gehölze stark zurückzuschneiden oder zu beseitigen. Ziel dieser Regelung ist es, brütende Vogelarten zu schützen und zugleich ein ausreichendes Blüten- und Nahrungsangebot für Insekten während des Sommerhalbjahres sicherzustellen. Auch andere Tiergruppen profitieren von den Schutzzeiten, darunter Kleinsäuger wie der Igel, die während ihrer aktiven Lebensphase besonders störungsempfindlich sind.
„Die Brut- und Setzzeit ist eine der sensibelsten Phasen im Jahresverlauf für unsere heimische Tierwelt“, erklärt Klaus Eisele, ehrenamtlicher Leiter der ORBEA. „Die gesetzlichen Regelungen dienen nicht der Gängelung, sondern dem Schutz von Tieren und ihrem Nachwuchs. Schon kleine Störungen können dazu führen, dass Nester aufgegeben werden oder Jungtiere nicht überleben. Wir empfehlen daher notwendige Gehölzarbeiten rechtzeitig vor Beginn der Schutzzeit zu planen und bitten alle Bürgerinnen und Bürger, die gesetzlichen Vorgaben ernst zu nehmen.“
Kathrin Barsnick, stellvertretende ORBEA-Leiterin, ergänzt: „Der Schutz der Artenvielfalt ist eine Aufgabe für uns alle – und beginnt mit Rücksicht und Aufmerksamkeit im Alltag. Die Brut- und Setzzeit ist dabei eine besonders sensible Phase, in der Tiere und ihr Nachwuchs auf Ruhe angewiesen sind. Doch auch darüber hinaus gilt: Wir leben mit unserer heimischen Tierwelt – im Garten, im Siedlungsraum und in der Landschaft. Ob Winterruhe, Winterschlaf oder Aufzuchtzeit: Ein bewusster und respektvoller Umgang mit der Natur ist das ganze Jahr über entscheidend und artenschutzrechtlich relevant.“
Leinenpflichten für Hunde beachten
Auch abseits von Gehölzarbeiten bittet die ORBEA um umsichtiges Verhalten in Wald, Feld und Flur. Ab März beginnt die Setzzeit vieler Wildtiere, die ihre Jungen am Boden oder im hohen Gras aufziehen. Störungen durch Menschen – insbesondere durch freilaufende Hunde – können dazu führen, dass Elterntiere flüchten und den Nachwuchs zurücklassen. Aus diesem Grund gelten während der Brut- und Setzzeit in vielen Kommunen zeitlich begrenzte Leinenpflichten, die auf landes- oder kommunalrechtlichen Regelungen beruhen. Unabhängig von landes- oder kommunalrechtlichen Regelungen gilt überall der gesetzliche Artenschutz. Hundehalterinnen und Hundehalter sind verpflichtet, sich über die örtlich geltenden Bestimmungen zu informieren und diese einzuhalten.
Weiterführende Informationen zu den gesetzlichen Regelungen sowie zu erlaubten und genehmigungspflichtigen Maßnahmen stellen die zuständigen Naturschutzbehörden online zur Verfügung. Mehr dazu: Brut- und Setzzeit ab 1. März: Untere Naturschutzbehörde informiert | Landkreis Südwestpfalz
Die Ornithologische Beobachtungsstation Altrhein (ORBEA Ludwigshafen) wurde 1960 in Ludwigshafen gegründet. Sie engagiert sich seit mehr als sechs Jahrzehnten für den Schutz von Vögeln, Biodiversität und natürlichen Lebensräumen im urbanen und industriellen Umfeld. Getragen wird die ORBEA ausschließlich von Ehrenamtlichen, die mit Fachwissen, Ausdauer und Leidenschaft vielfältige Aufgaben übernehmen - von Nistkastenpflege und Schwalbenschutz über Umweltbildung bis hin zu Forschungskooperationen und politischem Engagement. Heute betreut die ORBEA über 2.000 Nistkästen und mehr als 600 Schwalbennester, arbeitet mit Unternehmen und Universitäten zusammen und bietet jährlich zahlreiche Exkursionen, Vorträge und Schulprojekte an. Die Arbeit ist zu 100 Prozent ehrenamtlich und wird durch Spenden, Kooperationen und praktische Unterstützung ermöglicht. Mehr zur ORBEA: https://www.maudach.de/orbea.html
Autor:Klaus-Peter Rieser aus Ludwigshafen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.