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Künstlerin Márcia Eherer mit „Colors of Summer“
- Zwischen ihrem Gemälde und ihrer Lampe die Künstlerin Márcia Eherer
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Ludwigshafen. Bereits zum fünften Mal schmückte sich Ludwigshafen vom 5. bis 6. September 2026 mit „Colors of Summer“, einer Kunstausstellung voller Kunst, Inspiration und Kultur von verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern. Veranstaltungsort war dieses Jahr die Festhalle in der Niedererdstraße 7 im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim. Der obligatorische lange rote Teppich führte direkt vom Bürgersteig bis zur Bühne. Am Eingang wurde man am 06. September erst einmal von zwei charmanten jungen Damen mit einem Glas Sekt aus dem Kraichgau begrüßt. Die Kuratorin und Künstlerin Márcia Eherer begrüßte alle Ankömmlinge aufs herzlichste, meistens mit Umarmung.
Am ersten Tag wurde die offizielle Eröffnung während der Vernissage von einem Saxofonisten und zwei Violinisten musikalisch begleitet. Beim Empfang im Eingangsbereich wurde anlässlich des fünfjährigen Bestehens von „Color of Summer“ ausschließlich Champagner ausgeschenkt und Ludwigshafens Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner hielt eine Ansprache. Auch die brasilianischen Spezialitäten und verschiedenen Drinks waren Teil der Veranstaltung und kamen beim Publikum sehr gut an. Internationale Kunst, brasilianische Kultur und Musik brachte die ambitionierte Organisatorin Márcia Eherer in die Festhalle. Auch heute unterstützte die Künstlerin ihre ganze Familie von Ehemann Claus Eherer bis zur Enkelin, denn der Familienzusammenhalt ist groß.
Im Jahr 2022 fand die erste Ausgabe in Heddesheim statt. In den Jahren 2023 und 2024 wurde die Ausstellung in Mannheim veranstaltet mit noch größeren, vielfältigeren Ausgaben und einem stetig wachsenden, engagierten Publikum.
Márcia Eherer ist eine brasilianische Künstlerin aus dem Bundesstaat Pará, einer Region, die einen Großteil des Amazonas-Regenwaldes beherbergt und von einer Mischung indigener, europäischer und afrikanischer Einflüsse geprägt ist. Ihre tiefen Wurzeln in Brasilien und die reiche Farbpalette und Emotionen ihrer Heimat bilden die Grundlage ihrer Kunst. Aufgewachsen in einer Umgebung, die reich an kulturellem Erbe und lebendigen Farben ist, entwickelte Márcia ein tiefes Interesse am abstrakten Expressionismus. 2005 wanderte sie nach Deutschland aus, wo sie heute in Ludwigshafen am Rhein lebt und ihr Atelier unterhält. Sie ist außerdem Mitglied des Künstlervereins Ludwigshafen am Rhein. Mit über 20 Jahren Hingabe zur Kunst erkundet Márcia verschiedene Techniken und verwendet eine Farbpalette, die an ihre Wurzeln erinnert. Márcia Eherer arbeitet mit Acryl-, Öl- und Aerosolfarben auf großflächigen Leinwänden mit sowohl figürlichen als auch abstrakten Motiven. Ihre Werke drücken die Verschmelzung zweier unterschiedlicher Welten aus – Brasilien und Deutschland – und vereinen Vergangenheit und Zukunft, indem sie eine unendliche Schönheit durch Farben offenbaren. Ihre Laufbahn umfasst Einzel- und Gruppenausstellungen in vielen europäischen Ländern bis in die USA, wodurch sie sich einen Namen in der zeitgenössischen Kunstszene gemacht hat.
Die Exponate von 18 ausgewählten nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern hingen vorwiegend an Stellwänden und die Skulpturen standen auf Sockeln. Und damit es übersichtlich blieb durfte jeder Künstler nur eine kleine Auswahl mitbringen, dabei hätte jede Künstlerin und jeder Künstler eine eigene Ausstellung bestücken können: Anita Walter, Ayfer Isik, Angela Doll, Bruno Weygand, Diana Mickert, Eduardo Messo, F. Correia, Karin Oliver, Laura Vittoria Pagliari, Márcia Eherer, Michael Kauth, Miroslaw Mirocha, Neomisia Dantas, Peter M. Becker, Salvatore Perna und Udo Schneekloth
Màrcia Eherer selbst hatte mehrere Gemälde der Benefiz Tombola gestiftet für den Verein der Freunde Centro Geriátrico de Aquarema (Bahia/Brasilien), dem auch ihr langjähriger Freund Dr. José Carlos dos Santos aus Heidelberg angehört. Er ist Gründer eines Vereins für eine Seniorenunterstützung in Brasilien, der den Seniorinnen und Senioren ein schönes Zuhause gibt. Er und seine Schwester haben von ihrer Großmutter ein Haus in Brasilien geerbt, welches sie seniorengerecht umbauen ließen. Auch der sizilianische Künstler Salvatore Perna aus Freinsheim hatte eine seiner zeitgenössischen Skulpturen als Spende zur Verfügung gestellt. Seine große Leidenschaft gilt den Steinen, die er gekonnt in Szene setzt. Mit dieser Skulptur will Márcia Eherer Sklavenkindern in Brasilien helfen. Dem aus Polen stammenden Künstler Miroslaw Mirocha wurde die Musik in die Wiege gelegt, aber durch seine Krebserkrankung fand er den Weg zur Malerei, um seinen Schmerz besser zu ertragen. Beides verbindet er als Mittel, einen inneren Prozess sichtbar bzw. hörbar zu machen. Auch er wollte ein paar seiner Gemälde für an Krebs erkrankte Menschen in Brasilien spenden. Es sind Bilder, die er während seiner Krankheitszeit gemalt hat vom Begin bis zum Ende. Bereits im zarten Alter von 4 Jahren griff Laura Vittoria Pagliari aus Italien zum Pinsel. Im Atelier ihrer Großmutter Márcia Eherer entdeckte sie zwischen Leinwänden, Farben und Pinseln die Freude daran, ihre eigenen Bilder zu gestalten. Ihr ausgestelltes Gemälde spendet sie für arme Kinder in Brasilien. Ihr Name „Laura“ inspirierte ihre Mutter zur Gründung der Marke Vitória Pagliari, die mit dem Ziel entstand, Kinder in schwierigen sozialen Situationen zu unterstützen. Auch eine Designer-Lederhandtasche kommt den Bedürftigen zugute.
Kunsterlebnisse der besonderen Art werden seit neuestem auch in der Galerie in Mannheim Q6/Q7 mit der Gründerin Ayfer Isik zu „LICHT ARTS“ präsentiert. Die türkische Künstlerin hatte Werke dabei, die mit Acrylfarben, Ölfarben, Ölkreide, Strukturpaste und Mixed-Media-Techniken Schicht für Schicht zu einem eigenständigen Werk wuchsen. Ihr Name ISIK heißt ins Deutsche übersetzt „LICHT“, komplett Mondscheinlicht. Sie bietet auch Workshops an (Kontakt lichtarts@gmail.com). Thomas Schenkel hatte Lampen ausgestellt, am heutigen Sonntag vertrat ihn seine Tochter Patricia Schenkel.
Bruno Weygand aus Göllheim ist selbstständiger Steinbildhauermeister, für den Bildhauerei Philosophie, Theologie und Poesie in sich vereint und deshalb haben seine Skulpturen oft einen mythologischen Bezug.
Karin Oliver aus Brasilien fungierte nicht nur als Fotografin hier, sondern auch als Künstlerin. Mit ihren Farben, Texturen und Kontrasten macht sie Gefühle, Erinnerungen und persönliche Wandlungsprozesse in ihren Acrylgemälden sichtbar.
Diana Mickert aus Eisenberg in der Pfalz verbindet in ihrer Kunst dekorative, abstrakte und objektlose Elemente auf Leinwand und Holzmalgründen, teilweise mit Resin veredelt. Besonders ins Auge fiel das Gemälde „Joker women“.
Neomisia Dantas (geb. 1957) ist eine vielseitige brasilianische Künstlerin, die sich eine Karriere als Schauspielerin, Ü50-Model und Malerin aufgebaut hat. Derzeit lebt sie in Stuttgart und ist unter dem Künstlernamen „Arte de Misia“ bekannt.
Unter dem Leitsatz „Struktur trifft ART“ entstehen von der in Speyer lebenden Künstlerin Angela Doll Werke aus Gesteinsmehlen und Sumpfkalk, ergänzt durch Pigmente, Champagnerkreide, Kaffee, Sand, Leim und weiteren Materialien.
Auch Behaiden nahm an der Ausstellung teil. Er ist ein bildender und konzeptueller Künstler kurdischer Herkunft, lebt in Mannheim und verfügt über eine internationale künstlerische Laufbahn.
Pit Becker ist gelernter Schriftsetzer und malt mit einer speziellen Druckerfarbe, die er später auch etwas aufgeregt in der Live-Performance einsetzte. Weitere Live-Maler waren Michael Kauth, Ayfer Isik und Karin Oliver. Die Kombination von Malerei und Monotypie ermöglichen Pit Becker seine bisher größte kreative Ausdruckskraft.
Zum dritten Mal stellte Anita Walter bei „Colors of Summer“ aus. Ihre größte Leidenschaft gehört der abstrakten Acryl- und Aquarellmalerei. Eduardo Messo aus Angola ist Kunst sehr wichtig, um sich vom Alltag zu befreien und mit Spachtel und Pinsen in die Welt der Farben einzutauchen. Last but not least wäre da noch Michael Kauth, ein junger Künstler, dessen Werke abstrakte Kunst, Neo-Expressionismus sowie Einflüsse aus Post-Punk und Graffiti miteinander verbinden. Für Michael Kauth ist Kunst Inspiration, Leidenschaft und eine Form des persönlichen Ausdrucks.
Am Sonntag 6. September standen Live-Malerei, ein Auftritt der brasilianischen Sängerin Cris Anders und Präsentation der Kinder-Tanzgruppe vom Tanzsportverein „Social Dancing“ e.V. auf dem Programm. Márcia Eherer war total happy, ein paar ihrer wundervollen einzigartigen Lampen aus bemalten Schaufensterpuppen bereits verkauft zu haben. Es war eine ganz wundervolle Ausstellung mit wundervollen herzlichen Menschen.
Márcia Eherer hat ihre nächste internationale Ausstellung „Seelen in Bewegung“ vom 13. September bis zum 25. Oktober im Karl-Otto-Braun-Museum in Ludwigshafen und wird von ihr kuratiert und organisiert.(mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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