BriMel unterwegs
Hochkarätige Musiker bei Olaf Schönborn
- Achim Degen, Olaf Schönborn und Stefan Kahne
- Foto: Johann-Peter Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Ludwigshafen. Die Location „Freischwimmer“ (ehemaliges Hallenbad Nord) lockte am 16. Juni wieder einmal etliche Gäste an, um mit „Olaf Schönborn & Friends“ abzufeiern. Eingeladen hatte Olaf Schönborn Sänger Achim Degen und den Produzenten und Gitarristen Stefan Kahne. Die Gäste waren gespannt auf diese Kombi mit zwei Gitarren und einem Saxofon.
Am Einlass war heute der Praktikant Luka für den Geschäftsführer Jozua Knol eingesprungen, der seinen Geburtstag feierte. Neben vielen bekannten Gesichtern sah man aber auch viele neue Fans. Qualität hat einen Namen: Freischwimmer! Olaf Schönborn bereitete behände noch die Technik vor mit einem kleinen Beleuchtungsproblem, das dank des Praktikanten behoben werden konnte. Applaus für den jungen Mann! Dann konnte die Lightshow mit etwas Verzögerung beginnen. Eigentlich müssen wir gar nicht mehr spielen, meinte Olaf Schönborn schmunzelnd, dessen Stimme die angeregte Unterhaltung der Gäste kaum durchdrang. Er freute sich, dass das Konzert wiederum ausgebucht sei. Die Konzerte sind immer abwechslungsreich; mit den Gastmusikern Achim Degen und Stefan Kahne sollte es heute etwas souliger werden. Mit Stefan Kahne hatte er das letzte Mal vor 10 Jahren in Lugano gespielt und Achim Degen hatte er vor 13 Jahren lustigerweise im legendären „Schwimmbadclub“ in Heidelberg kennengelernt, so besteht bis heute ein „schwimmerischer“ Kontakt.
Die Moderation des heutigen Abends hatte Achim Degen übernommen. Das erste Set begann mit dem bekannten Song „The Days of Pearly Spencer“ von David McWilliams, der bereits erkennen ließ, dass hier drei begnadete Musiker im Einklang miteinander Musik machten und das ganz ohne Noten. Von Paul McCartney und John Lennon folgte „Blackbird“, welches Achim Degen mit einer weichen souligen Stimme sang. Eine von 100 Versionen sollte das Publikum heute genießen dürfen mit „Drop dead beautiful“ von der Band Six Was Nine und von Achim Degen geschrieben. „Vibration break one“ meine Achim Degen als das Publikum mitsang, geklatscht und gesungen hatte. Resümee „Wir könnten nach Hause gehen!“ Aber natürlich gings weiter mit „Here comes the sun“ von The Beatles, welches Stefan Kahne astrein performte. Als Chor stimmten Achim und Olaf und dann auch das Publikum mit ein. Tja, so etwas ginge nur durch jahrelanges Proben, dabei haben sie das letzte Mal vor 10 Jahren zusammen geprobt. Das Publikum amüsierte sich über diese kleinen Plänkeleien. „Habt ihr Lust zu rocken?“ Mit dem Song von John Hiatt „Slow turning“ wurde nun das Becken gerockt und Stefan Kahne hatte ein kleines feines Gitarrensolo dabei mit butterweichen Griffen, die fetten Sound erzeugten. Von Jimi Hendrix legte man „All along the watchtower“ nach. Bevor die Pause nahte bedankte sich Olaf Schönborn bei den heute aktiven Mitarbeitenden vom Freischwimmer Förderverein e.V. Kerstin und Luka, die für den verhinderten Jozua Knol eingesprungen waren. Ein kleiner Werbeblock folgte für den Freischwimmer-Förderverein, die keine offizielle Konzertlocation darstellen und alles in Eigenregie machen. Noch zwei Songs und dann dürfe man zur „Milchbar“ gehen. „Into the great wide open“ von Tom Petty & the Heartbrakers und „The Weight“ von The Band mit jeder Menge Groove in Achim Degens Stimme gepaart mit komödiantischen Zügen war dies ein hervorragendes erstes Set.
Zurück aus der Pause „I feel free“ von Cream stieg das Publikum gleich mit dem Introtext „Bomp, bomp, bomp, bomp“ mit ein gefolgt von Sommerhit „Sunny afternoon“ von The Kinks aus dem Jahre 1966, alles bekannte Songs für das Publikum. „Olaf, sag Du doch auch mal was!“ meinte Achim Degen. „Ich bin ja immer so schüchtern in ausverkauften Hallen!“ meinte dieser schmunzelnd. Aber dennoch richtete er seine beliebten Fragen ans Publikum, wer das erste Mal hier sei – oh, viele Finger gingen nach oben, aber die meisten waren „Mehrfachtäter“. „Ludwigshafen ist besser als man denkt“ sinnierte Olaf und nahm Bezug auf den Alwin-Mittasch-Platz, für dessen grünen Erhalt er sich mit Mitstreitern stark macht. „Das was noch schön ist in Ludwigshafen sollte man auch schön lassen und lasst und das bewahren!“
Im regen Austausch mit dem Publikum wollte Olaf Schönborn wissen, wie es von dem Konzert erfahren habe. Er bedankte sich bei den anwesenden Pressemitarbeiterinnen für ihre Arbeit, denn neben Social Media werde auch immer noch eine Zeitung gelesen. Stefan Kahne mit einer enormen Fingerfertigkeit bei „Space Oddity“ oder vielleicht besser bekannt als Major Tom von David Bowie und Olaf Schönborn mit Saxophoneinlage machten das Lied zu etwas ganz Besonderem. Ein mega Applaus für diese tolle Darbietung. Mit „Albatross“ von Fleetwood Mac aus dem Jahre 1968 gings weiter und der Vorstellung der heutigen Künstler. Olaf Schönborn machte auf die folgende große Veranstaltung Open Air im Freischwimmer am 14. Juli aufmerksam, die letzte aus der Konzertreihe, aber am 15. September gibt es weitere fünf Veranstaltungen aus der Serie „Olaf Schönborn & Friends“ in dieser Location. Am 20. Oktober feiert man 60 Jahre Freischwimmer, alles top Termine zum Weitersagen. Als letzter Song nach der „Highbration“ folgte „You ain’t seen nothing yet“ von Bachman-Turner Overdrive mit einem frenetischen Applaus bedacht und Zugaberufen. Master Olaf Schönborn bedankte sich aus seinem „Wohnzimmer“ heraus. Als Zugabe und Dankeschön für die Gäste gab es „Have I told you lately that I love you“ von Van Morrisson, welches Achim Degen unplugged und ohne Mikrofon zu Beginn sang, das hatte dieser Mann mit seiner gewaltigen Stimme auch gar nicht nötig. Und noch eine Zugabe wurde verlangt und es war eine Premiere, denn noch nie wurde eine Band „zurückgerufen“, die bereits im Umkleidezimmer war. Die Frage war „Was spielen wir?“ Ganz spontan entschied man sich für den Slow Blues „Red House“ von Jimi Hendrix mit einem unverkennbaren gefühlvollen Vibe von Achim Degen, Stefan Kahne zupfte nochmal die Saiten und Olaf Schönborn zeigte in voller Perfektion was in seinem Saxophon steckt. So ergab es sich, dass erst nach 22 Uhr Schluss war und man mit einem Konzert auf höchstem Niveau den Heimweg antrat. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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