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Das „Who’s Who“ von LU beim Jazz Open Air

Kulisse am Abend mit Olaf Schönborn & Friends | Foto: Johann-Peter Melder
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  • Kulisse am Abend mit Olaf Schönborn & Friends
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Ludwigshafen. Am 14. Juli wähnte man sich eher im exklusiven Baden-Baden als im Innenhof des Ludwigshafener „Freischwimmer“, denn das „Who’s Who“ von Ludwigshafen und Umgebung bis Mannheim war zugegen als die Open-Air-Veranstaltung stattfand. Es war der Saison-Höhepunkt der Konzertreihe „Olaf Schönborn & Friends“ und die Freunde konnten sich hören und sehen lassen. Als Stargast verzauberte die Sängerin Menna Mulugeta mit ihrer grandiosen Stimme, als special guest war Marko Mebus mit seiner Trompete hier, Thomas Bauser bediente die Hammond-Orgel, Schlagzeuger Johannes Hamm und Bassist Martin Simon trugen neben Olaf Schönborn mit seinem Saxofon einen großen Teil zum Gelingen des „Funky Jazz Open Air“ bei. Es war ein Benefizkonzert und wurde von der BürgerStiftung und dem Freischwimmer-Förderverein veranstaltet. Zum dritten Mal fand dieses Open-Air-Konzert statt und erfreut sich einer phänomenalen Beliebtheit, denn bereits seit langem war die Veranstaltung restlos ausverkauft. Großes Lob für die reibungslose Organisation, das tolle Ambiente und dem Wettergott, der mit dem Regen bis zum Schluss wartete. Olaf Schönborn scheint gute Connections nach oben zu haben.

Nachdem sich alle mit Getränken und Essen versorgt hatten ging es gegen 20 Uhr los mit der Begrüßung durch Andreas Fränkle, dem 1. Vorsitzenden des Fördervereins Kultur im Freischwimmer Ludwigshafen e.V. Von der BürgerStiftung Ludwigshafen begrüßte auch Horst Langer, der sich im Namen des gesamten Vorstandes bedankte, dass er hier sein durfte, dass hier so viel Leben ist, eine volle Atmosphäre zu einem herausragenden Jazzprogramm. „Es geht auch um Verantwortung für die Menschen in Ludwigshafen. Sie leben vom Engagement und sagen „Ich mache mit, ich bin dabei“, und wenn wir es schaffen aus dem Ich ein Wir zu machen, wäre das wundervoll. Die Kooperation Freischwimmer und Bürgerstiftung bedankt sich für die Gastfreundschaft.“ Er bedankte sich bei den in Vielzahl erschienenen Sponsoren wie Firma Berkel, Sparkasse Vorderpfalz, Kuthan Immobilien, GAG Ludwigshafen und Revision & Treuhand GmbH, die alle mit viel Applaus bedacht wurden. Die Stadt Ludwigshafen hat starke Partner, die schauen nicht weg und wollen Ludwigshafen gestalten. Ebenfalls von der BürgerStiftung erzählte Michael Cordier, was mit dem Erlös der Veranstaltung passieren soll. Er hatte sich Verstärkung durch Frau Wolf und Pascal Thümling (leitet ein mittelständisches Unternehmen) auf die Bühne geholt und machte ein kleines Interview. „Danke, Bitte, Nach Dir!“ Diese Worte sollte es in Verbindung mit Wertschätzung und Respekt öfter geben, aber es fehlt an Vorbildern. „Es beginnt schon in den Kitas, aber wie kommen wir über die Kinder an die Eltern? Mit einer mobilen Bühne fahren wir dort hin. Das Gute an unserer Zusammenarbeit ist das gemeinsame Ziel: Starke Kinder! Mit Menschlichkeit und Respekt können wir Weichen stellen!“ Eine andere Initiative lautet „Zauber LU sauber“, es wird viel getan, aber man muss halt mal über den Tellerrand hinausschauen. Noch ein Dank an die Bereichsleiterin für Kultur, Stefanie Kleinsorge und dann ging das Konzert mit fünf Musikern auf der Bühne los.

Olaf Schönborn begrüßte in seinem mittlerweile zweiten Wohnzimmer zur dritten Saison. Vorher war nicht viel los in dieser einmaligen Location, dafür war es heute seit 4 Wochen ausverkauft. Den Beginn machte „Don’t cry just sigh“ von Hank Mobley, wobei die Trompete einen großen Anteil hatte und sich das große Talent von Marko Mebus zeigte. Olaf Schönborn übernahm mit seinem Saxofon und stand ihm in nichts nach. Thomas Bauser an der Hammond-Orgel stieg auch noch ein und dann spielten alle komplett als gemütliche Einstimmung. Aus der ehemaligen Zusammensetzung „Q4“ hatte Olaf Schönborn heute die Allstar-Band mit Geschichten im Programm. Der Trompeter Marko Mebus kam aus Stuttgart und erhielt 2023 den Wormser Jazzpreis. Thomas Bauser an der Hammond-Orgel kommt aus Freiburg, wo er 2003 die Freiburger Reihe „Hammond Jazz Night“ gründete. Wir hatten in den 70er Jahren den Grand Prix de la Chanson und Olaf Schönborn „hasste“ Schlager, deshalb machte er daraus Schlager-Jazz, was völlig anders klang. Eine Kostprobe gab die Band mit „Wunder gibt es immer wieder“ von Katja Ebstein und wurde mit viel Applaus bedacht. „Auch ohne, dass ich euch angucke, weiß ich wie alt ihr seid“ meinte Olaf Schönborn „Schön, dass wir unter uns sind!“ Gelächter im Publikum, da dieses Lied auch die jüngeren kennen dürften oder nicht? Das nächste Stück hat Olaf Schönborn selbst geschrieben „Mai Groove“. Ein Lüftchen über dem Innenhof ließ sogar die Notenblätter entfleuchen, tat aber den hitzegeplagten Menschen so gut. Dann wurde nochmals in die Schlagerwelt eingetaucht mit einem schwarz-gelb gestreiften Insekt namens „Biene Maja“ von Karel Gott. In den 70er Jahren liebte man es, wenn deutsche Lieder mit ausländischem Akzent gesungen wurden; dafür gibt es viele Beispiele. Eine Samba von Maja mit Willie erfolgte mit dem Introsolo von Martin Simon und anschließend Olaf Schönborn. Nur noch die Grundtöne erinnerten an „Maja“. Es wurde Zeit, dass die Herrenwelt auf der Bühne weibliche Verstärkung bekam durch Stargast Menna Mulugeta, die heute das dritte Mal mit dabei war. Mit ihrem umwerfenden Outfit im äthiopischen Stil war sie der Hingucker, sorry Jungs. Mit ihrem „Common Ground“ zeigte sie die ganze Bandbreite ihrer voluminösen Stimme. Und wenn du denkst, du hast schon alle top regionalen Stimmen gehört wirst du eines Besseren belehrt! Das Stück hat sie zusammen mit dem Gitarristen Daniel Stelter geschrieben, über den sie auch Olaf Schönborn kennengelernt hat. Sie erzählte, dass sie in verschiedenen Kulturen groß geworden sei und wollte wissen, wer alles aus Mannheim gekommen ist. Da gingen etliche Finger nach oben. Das nächste äthiopische Lied hieß übersetzt „Der zeitgenössische Mensch“ und wurde von ihr in Originalsprache „Yekermo Sew“ gesungen. Dankesworte an den Managing Director vom Freischwimmer Jozua Knol, der diese Konzerte hier ermöglichte und Kerstin Leonhardt, die hunderte von Anrufen entgegennehmen musste als es um den Kartenverkauf ging. Dankesworte an Patrick Weber vom Catering und die vielen Helferinnen und Helfer gingen raus. Vielleicht sollte man dieses Event auf zwei Tage verlängern, sinnierte Olaf Schönborn bevor das letzte Lied vor der Pause erklang. „Summer Jam“ von Olaf geschrieben, ein grooviger Song, der an New Orleans erinnerte. Im Takt wurde dazu gerne mitgeklatscht.

Während der Pause kam man mit vielen Menschen ins Gespräch. Aus Berlin war Frau Dr. Renate Gajda als absoluter Jazzfan hier. Sie erzählte, dass sie eine Tour auf dem Windjammer „Seacloud“ mit Jazz erwarte, worauf sie sich schon sehr freue. Heute Abend hatte sie sich Appetit geholt. Und noch ein Berliner war hier, wenn auch nur gebürtig. Aus dem Mannheimer „Schatzkistl“ war Kabarettist Dieter Dietrich hier, der unter „Noch’n Gedicht - Dieter liest Heinz“ bekannt ist (am 01.11.26 zu erleben).
Zurück aus der Pause sprach Olaf Schönborn die Kultur in Ludwigshafen an und dass es noch viel Potenzial gebe. „Wir brauchen Orte in der Stadt, wo wir Kultur leben können.“ Er erwähnte die beiden LUcations von Mattias Berkel (Leerguthalle) und dem Ehepaar Beatrice und Domenico D’Angelo im Cinema Paradiso & Arte, die alle anwesend waren. Er begrüßte auch Tom Schaffert, den Bandleader, der sich auch sehr für die Kultur in Ludwigshafen einsetzt. Menna Mulugeta hatte noch einen Song zusammen mit Daniel Stelter geschrieben „You will find a way“. Es wäre ihr ein inneres Blumenpflücken, wenn das Publikum diese Textzeile mitsingen würde. „Ich habe gehört, manche Brücken sind schwer zu befahren, aber ‚You will find a way‘.“ Der Freischwimmer-Chor stimmte gerne mit ein. Der redegewandte Moderator Olaf ließ wissen, dass er das nächste Stück als Kind auch nicht mochte. „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ von Vicky Leandros aus dem Film „Der brave Soldat Schwejk“ hörte sich heute in der verjazzten Version allerdings ganz anders an. Und dann gab es am heutigen Abend auch noch ein Geburtstagskind, das seit vielen Jahren die Jazzszene unterstützt und 16 Leute eingeladen hat hier zu feiern. Happy Birthday aus 300 Kehlen, da bekommt man schon Gänsehaut. „Through the fire“ von Chaka Khan folgte und überraschenderweise griff auch Olaf Schönborn gesanglich zum Mikrofon. Die Bandvorstellung folgte und die Aussicht auf eine vierte Saison. Am 15. September geht es im Freischwimmer weiter mit Filmmusik und im Oktober wird 60 Jahre Freischwimmer mit dem Trompeter Joo Kraus gefeiert. Auch Thomas Siffling wird wieder Gast sein und und und. Da sie kein Budget für Werbung haben müsse man es einfach weitersagen. „Vielen Dank, dass ihr da wart!“ Ohne die erwartete Zugabe musste man auseinandergehen, denn die ersten Tropfen fielen vom Himmel und das Equipment mag keinen Regen. Ein Abend voller Magie ging zu Ende. (mel)

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Autor:

Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim

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