Asiatische Hornisse: Imker werfen Staat schwere Versäumnisse vor – wer zahlt am Ende?

Nahaufnahme einer Asiatischen Hornisse: Die invasive Art breitet sich weiter aus und sorgt für Streit über Zuständigkeit und Kosten. | Foto: David Hablützel/Pixabay
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Ein Brief entfacht neuen Streit: Imker stellen die Rolle des Staates infrage – und bringen eine Forderung ins Spiel, die politisch brisant ist.

Von Erik Stegner
Mainz / Landstuhl. Der Imkerverband Rheinland-Pfalz erhebt schwere Vorwürfe gegen die Umweltpolitik im Umgang mit der Asiatischen Hornisse. In einem Schreiben an das Landesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz kritisiert der Verband, dass europarechtliche Vorgaben über Jahre hinweg nicht konsequent umgesetzt worden seien – mit erheblichen Folgen für Imker, Natur und öffentliche Hand, während sich die Asiatische Hornisse auch in Rheinland-Pfalz und ganz Deutschland zunehmend ausbreitet.

Symbolbild: Ein Wespennest vor EU-Flagge – die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse sorgt für Streit über Zuständigkeit, Kosten und europäische Vorgaben. | Foto: Imkerverband Rheinland-Pfalz mit KI erstellt
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Imkerverband kritisiert jahrelange Versäumnisse

Im Zentrum der Kritik steht die Frage, ob staatliche Stellen ihren Verpflichtungen aus der EU-Verordnung zu invasiven Arten ausreichend nachgekommen sind. Nach Darstellung des Verbands hätte bereits mit der Aufnahme der Art in die Unionsliste im Jahr 2016 ein konsequentes Vorgehen zur Eindämmung oder Ausrottung erfolgen müssen. Stattdessen sei die tatsächliche Umstellung auf ein reines Management der inzwischen etablierten Art erst 2025 erfolgt – aus Sicht des Verbands deutlich zu spät. Der Vorsitzende Thomas Hock spricht von einer „nicht delegierbaren Verantwortung“ des Staates. Es sei nicht akzeptabel, operative Aufgaben zunehmend auf Imker oder Grundstückseigentümer zu verlagern.

Ein Fachmann entfernt ein Hornissennest unter Schutzkleidung: Der Umgang mit der Asiatischen Hornisse wird zunehmend zur praktischen Herausforderung. | Foto: Imkerverband Rheinland-Pfalz
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Ministerium widerspricht: Ausbreitung kaum noch zu stoppen

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium bewertet die Lage anders. Nach Angaben des Hauses hat sich die Asiatische Hornisse trotz Bekämpfungsmaßnahmen stark ausgebreitet. Als Gründe werden unter anderem klimatische Entwicklungen genannt. Mit der bundesweiten Einstufung als weit verbreitete Art entfällt zudem die Pflicht, jedes Nest zu beseitigen. Behörden greifen nur noch in Einzelfällen ein, etwa bei konkreter Gefährdung. Eine konkrete Stellungnahme zu den aktuellen Vorwürfen des Imkerverbands liegt bislang nicht vor.

Naturschützer setzen auf Management statt Ausrottung

Auch der Naturschutzbund Deutschland sieht die Entwicklung ähnlich. Die Art habe sich in weiten Teilen Europas etabliert, eine vollständige Ausrottung sei kaum noch realistisch. Stattdessen gehe es darum, die Auswirkungen zu begrenzen und mit der Situation umzugehen.

Blick ins Innere eines Hornissennests: Die Asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland weiter aus und sorgt für Diskussionen über Zuständigkeit und Kosten. | Foto: Imkerverband Rheinland-Pfalz
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Kostenfrage treibt neuen Konflikt an

Genau hier setzt die Kritik des Imkerverbands an. Er fordert eine klare Verantwortungszuweisung und beruft sich auf das europäische Verursacherprinzip. Die Einschleppung der Art sei über den internationalen Warenverkehr erfolgt – die finanziellen Folgen trage bislang jedoch überwiegend die Allgemeinheit. Die zentrale Forderung: Wer wirtschaftlich von globalen Lieferketten profitiert, müsse sich auch an den Folgekosten beteiligen. Viele Bürger fragen sich inzwischen, wer die Kosten für die Entfernung von Hornissennestern tragen muss.

Verband prüft rechtliche Schritte

Der Verband hält sich rechtliche Schritte ausdrücklich offen. Ob die Vorwürfe juristisch Bestand haben, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Die Debatte über Zuständigkeit, Verantwortung und Kosten dürfte mit dem aktuellen Vorstoß weiter an Schärfe gewinnen. 
Für Menschen ist die Asiatische Hornisse in der Regel nicht gefährlicher als andere Wespenarten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Asiatische Hornisse ist eine invasive Art, die ursprünglich aus Südostasien stammt. Sie jagt vor allem Honigbienen und andere Insekten und kann so heimische Ökosysteme sowie die Imkerei erheblich beeinträchtigen.
Für gesunde Menschen ist sie in der Regel nicht gefährlicher als andere Wespenarten. Problematisch wird es in Nestnähe oder bei allergischen Reaktionen. Wie bei allen stechenden Insekten gilt: Abstand halten und Nester nicht eigenständig entfernen.
Das hängt vom Einzelfall ab. Behörden greifen meist nur noch bei konkreter Gefahr ein. In vielen Fällen liegt die Verantwortung bei Grundstückseigentümern, die Fachfirmen beauftragen müssen.
Genau darüber wird aktuell gestritten. Der Imkerverband fordert eine klare Regelung und beruft sich auf das Verursacherprinzip. Bislang tragen häufig Privatpersonen oder die Allgemeinheit die Kosten.
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Erik Stegner aus Landstuhl

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