Legionellen im Sommer: Diese Tipps nennt das Gesundheitsamt SÜW und Landau
- Nach einer Reise oder längerer Abwesenheit sollten Warmwasserhähne und Duschen kurz durchlaufen, um stehendes Wasser zu vermeiden.
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Landau/Südliche Weinstraße. Wer im Sommer verreist oder nach einer längeren Abwesenheit nach Hause kommt, sollte Warmwasserleitungen nicht einfach sofort normal nutzen. Das Gesundheitsamt Südliche Weinstraße warnt, dass stehendes Wasser in Rohrleitungen zum Risiko werden kann und gibt konkrete Tipps, wie sich Legionellen vermeiden lassen.
Gerade in den Sommermonaten steigt nach Angaben des Gesundheitsamts regelmäßig die Zahl der bekannten Fälle der Legionärskrankheit. Das Amt, zuständig für den Kreis Südliche Weinstraße und die Stadt Landau, erklärt: Häufiger treten Infektionen in der warmen Jahreszeit auch wegen Urlaubsreisen auf, etwa bei Hotelaufenthalten oder beim Baden in Whirlpools.
Was hilft im Alltag und auf Reisen?
Die Ärztinnen und Ärzte sowie die Hygiene-Fachleute des Gesundheitsamts empfehlen, Wasser im Trinkwassererwärmer mindestens auf 60 Grad Celsius zu erhitzen. Außerdem soll die Trinkwasserhausinstallation regelmäßig gewartet sein. Warm- und Kaltwasser sollten alle 72 Stunden in den Rohrleitungen ausgetauscht werden.
Für Ferienunterkünfte und die eigene Wohnung nennt das Amt einen konkreten Schritt: „Drehen Sie sowohl bei Ankunft in Ihrer Ferienunterkunft als auch, wenn Sie wieder zu Hause sind, alle Warmwasserhähne und Duschen für mehrere Minuten auf, um heißes Wasser durchzuleiten. Öffnen Sie vorher die Fenster und verlassen Sie den Raum, um die Aerosole nicht einzuatmen.“ Einige Minuten mit warmem Wasser zu spülen genüge. Auch im Kaltwasser soll ein Wasseraustausch stattfinden, weil sich stehendes Kaltwasser im Sommer über 25 Grad erwärmen kann und damit das Bakterienwachstum begünstigt.
Legionellen sind Bakterien, die beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder auslösen können, von grippeartigen Beschwerden bis zu Lungenentzündungen. Besonders in künstlichen Wassersystemen mit geringem Durchfluss finden die Erreger bei passenden Temperaturen gute Wachstumsbedingungen. Beim Duschen können Menschen die Legionellen durch Duschnebel einatmen. Nach zwei bis zehn Tagen kann das eine Legionellose mit Lungenentzündung auslösen, die Legionärskrankheit. Gefährdet sind laut Gesundheitsamt vor allem Menschen mit geschwächter Immunabwehr, ältere Menschen oder Raucherinnen und Raucher.
In Deutschland schreibt die Trinkwasserverordnung unter bestimmten Voraussetzungen Prüfungen auf Legionellen vor, etwa bei gewerblichen Tätigkeiten wie Wohnungsvermietungen. Ein- oder Zweifamilienhäuser nennt das Gesundheitsamt als nicht betroffen. Bei einer öffentlichen Tätigkeit, etwa in Sporteinrichtungen, Hotels oder Ferienwohnungen, muss die Untersuchung demnach mindestens einmal im Jahr erfolgen. Bei mobilen und zeitweiligen Wasserversorgungsanlagen wie Zeltlagern oder Camping(stell)plätzen legt das Gesundheitsamt die Untersuchungsintervalle fest.
Weitere Informationen gibt es unter infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/legionellen. Das Gesundheitsamt Südliche Weinstraße erreicht man unter 06341 940-606 und per E-Mail an Gesundheitsamt@suedliche-weinstrasse.de.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |