DJV-Chef Überall betont hohen Wert der Presse- und Meinungsfreiheit
Frank Hoppmann in Landau mit „Großem Thomas-Nast-Preis“ ausgezeichnet

Gemeinsam bei der Thomas-Nast-Preisverleihung 2018: Der Vorsitzende des Thomas-Nast-Vereins, Hubert Lehmann, die Karikaturisten Phil Umbdenstock, Frank Hoppmann und Burkhard Fritsche sowie DJV-Chef Frank Überall und Oberbürgermeister Thomas Hirsch (v.l.n.r.)
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  • Gemeinsam bei der Thomas-Nast-Preisverleihung 2018: Der Vorsitzende des Thomas-Nast-Vereins, Hubert Lehmann, die Karikaturisten Phil Umbdenstock, Frank Hoppmann und Burkhard Fritsche sowie DJV-Chef Frank Überall und Oberbürgermeister Thomas Hirsch (v.l.n.r.)
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Landau. Der in Landau ansässige Thomas-Nast-Verein und die Stadt Landau haben die Karikaturisten Frank Hoppmann, Burkhard Fritsche und Phil Umdenstock mit dem Thomas-Nast-Preis 2018 ausgezeichnet. Mit der Verleihung des Preises an erfolgreiche, zeitgenössische Karikaturisten würdigten der Verein mit dem Vorsitzenden Hubert Lehmann und die Stadt mit Oberbürgermeister Thomas Hirsch den vor knapp 180 Jahren in Landau geborenen Thomas Nast, der als Kind mit seiner Familie in die USA auswanderte und dort zum „Vater der politischen Karikatur“ aufstieg. Die Festrede zur Preisverleihung in der Landauer Jugendstil-Festhalle hielt der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Prof. Frank Überall, zur Bedeutung der Karikatur in der modernen Medienwelt.
Der DJV-Chef betonte in seiner Rede vor dem Landauer Publikum den hohen Wert der Presse- und Meinungsfreiheit. Gute Karikaturisten zeichneten sich durch ein profundes Wissen der politischen Zusammenhänge aus und kommentierten diese mit dem Zeichenstift, so Prof. Überall. Auch wenn diese Bewertung nicht bei jedem auf Zustimmung stoße und manchen ärgere, gelte es, das Recht auf freie Meinungsäußerung im Interesse der Demokratie zu bewahren. „Gute Karikaturisten regen durch Humor zum Denken an“, sagte der Festredner. „Und in Zeiten von Fake-News und «Lügenpresse»-Vorwürfen brauchen wir Menschen, die das Denken nicht als Anstrengung begreifen, sondern sich gerne anregen lassen.“
Frank Hoppmann, der den „Großen Thomas-Nast-Preis“ mit nach Hause nehmen durfte, nahm die Auszeichnung in einer kurzen, launigen Dankesrede („Ich nehme die Wahl an!“) entgegen. Der Gewinn des Landauer Thomas-Nasts-Preises sei Ehre und Anerkennung zugleich für ihn, so Hoppmann. Der bekannte Karikaturist zeichnet unter anderem für die WELT AM SONNTAG, die Musikzeitschrift Rolling Stone und das Satiremagazin Eulenspiegel. Sein Markenzeichen sind Figuren mit riesigen, überproportionierten Köpfen. „Frank Hoppmanns Werk charakterisiert sich durch die Freiheit seiner Ideen und seinen besonderen Strich“, fasste Dr. Thérèse Willer, Kuratorin des Tomi-Ungerer-Museums in Strasbourg, in ihrer Laudatio zusammen.
Der 1. Thomas-Nast-Preis ging an Burkhard Fritsche, der auf den Künstlernamen BURKH hört und zu dessen Markenzeichen Figuren mit langen Nasen gehören. „Es ist ein verbreiteter Irrtum, zu meinen, Humor und Witz seien ein und dasselbe. Das Besondere an Burkhard Fritsches Zeichnungen ist, dass sie beides sind, souverän humorvoll und zum Brüllen komisch“, so Karikaturist Gerhard Mester in seiner Laudatio. Fritsche zeichnet unter anderem für die Satirezeitschriften Titanic und Eulenspiegel, aber auch die WELT und die taz.
Eine Besonderheit in diesem Jahr: Erstmals waren mit der Ausschreibung für den Thomas-Nast-Preis ausdrücklich auch Karikaturistinnen und Karikaturisten aus Frankreich angesprochen. Über den 2. Thomas-Nast-Preis 2018 darf sich der Elsässer Phil Umbdenstock freuen. Er zeichnet nicht nur für die Presse, wie für die elsässische Tageszeitung Dernières Nouvelles d’Alsace, sondern entwirft seit vielen Jahren auch Cover für eine progressive französische Rockband. „Phil Umbdenstocks Zeichenstrich ist mal zärtlich, mal gallig-bitter, und der Humor und der Schalk, die dabei aufblitzen, sind Mittel der Rebellion ebenso wie der Überlebenshilfe“, kommentierte Journalistin Dr. Dagmar Gilcher in ihrer Laudatio auf den Elsässer.
„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, betonte OB Hirsch die Bedeutung der Karikatur als Stilmittel inmitten unserer modernen Informationsflut. „Die Stadt Landau ist stolz, dass nicht nur das Bild vom modernen Weihnachtsmann, sondern auch die moderne politische Karikatur auf Thomas Nast und damit einen berühmten, vielleicht den berühmtesten Landauer zurückgeht.“ Nasts Karikaturen seien heute noch so aktuell wie vor mehr als 100 Jahren, sind sich der Stadtchef und Vereinsvorsitzender Lehmann einig. „Thomas Nast hätte seine wahre Freude am heutigen US-Präsidenten gehabt – und sicherlich wäre er auch stolz auf die heutige Preisverleihung in seiner Heimatstadt Landau an so bekannte und verdiente Karikaturisten in seiner Nachfolge gewesen“, so der OB. „Was wir als Preisrichterinnen und Preisrichter bei unseren Jurysitzungen für den Thomas-Nast-Preis 2018 gesehen haben, stellt uns sehr zufrieden“, stimmte Hubert Lehmann zu. „Die Szene lebt – auch viele Jahre nach dem Tod des Vaters der modernen politischen Karikatur.“
Der Thomas-Nast-Preis ist mit 5.000 Euro (Großer Thomas-Nast-Preis), 1.000 Euro (1. Preis) bzw. 500 Euro (2. Preis) dotiert. Der diesjährigen Jury gehörten neben Hubert Lehmann, Dr. Dagmar Gilcher, Dr. Thérèse Willer und Gerhard Mester noch Edelgard Schneider-Jahn, Dr. Michael Martin und Dr. Christof Wolff an. Die Jurorinnen und Juroren hatten insgesamt 125 Karikaturen zu bewerten.
Eine Auswahl der besten Zeichnungen, die für den Thomas-Nast-Preis 2018 eingereicht wurden, werden in einem Katalog präsentiert, der bei der Preisverleihung erstmals erhältlich war.
Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.thomas-nast-verein-landau.de. stp

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