Anschlag-Folgen in Landau: Wissing verpasst Beerdigung
- Volker Wissing hat sich inzwischen aus der Politik verabschiedet. (Archivbild)
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Landau. Ex-Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat wegen seines früheren Spitzenamtes die Beerdigung seiner Schwägerin verpasst und spricht über die persönlichen Folgen politischer Verantwortung.
Der 55 Jahre alte Jurist arbeitet heute als Anwalt in Landau. In einem Interview schildert er, dass er an dem Tag wegen des Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt nach Sachsen-Anhalt gereist sei. Damals war Wissing auch Bundesjustizminister. Bei dem Anschlag kamen sechs Menschen ums Leben. Mehr als 300 wurden verletzt.
Familiärer Preis des Ministeramts
„Das war bitter, die eigene Familie an so einem Tag alleine lassen zu müssen“, sagte Wissing. Das Leben als Minister sei stark fremdbestimmt. Man zahle dafür einen familiären Preis. Wer ein Ministeramt antrete, solle die Aufgabenbeschreibung genau lesen.
Wissing betonte zugleich, er sei mit Leidenschaft Minister gewesen. Auf das Amt könne er heute jedoch vollständig verzichten. Für Mittwoch, 1. April, ist die Veröffentlichung seines Buches „Verantwortung“ angekündigt. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |