Kreis SÜW mit 18 Millionen im Minus: Landrat schlägt Alarm
- „Wir strampeln uns ab“ – Die rheinland-pfälzischen Landrätinnen und Landräte machten mit der Aktion auf die unzureichende Finanzausstattung der Kreise aufmerksam
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Kreis SÜW/Region. Im Landkreis Südliche Weinstraße wird die Finanzlage 2026 zum akuten Problem: Mehr als 18 Millionen Euro fehlen im Haushalt. Für Anwohner, Eltern und Pendler kann das direkte Folgen haben, wenn Leistungen eingeschränkt oder Investitionen verschoben werden.
Landrat Dietmar Seefeldt macht die Situation öffentlich – und wählt dafür ein ungewöhnliches Signal.
„Wir strampeln uns ab“ – Protestfahrt in Mainz
Gemeinsam mit allen 24 Landrätinnen und Landräten aus Rheinland-Pfalz fuhr Seefeldt am Freitag, 27. März, mit dem Fahrrad durch Mainz bis ins Regierungsviertel. Die Aktion soll zeigen, wie stark die kommunale Ebene unter Druck steht.
„Der Landkreis Südliche Weinstraße steht vor erheblichen haushaltspolitischen Herausforderungen. Der Haushalt des laufenden Jahres 2026 liegt bei der aktuellen Haushaltsplanung mit mehr als 18 Millionen Euro im Minus“, sagte Seefeldt.
Und er macht klar: „Wir Landkreise strampeln uns ab, kommen aber aufgrund der unzureichenden Finanzausstattung nicht auf einen grünen Zweig.“
- Landrat Dietmar Seefeldt kurz vor Start der Fahrradtour unter dem Motto „Wir Landkreise strampeln uns ab!“
- Foto: LKT RLP
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Defizite kein Einzelfall – strukturelles Problem
Die Lage im Landkreis SÜW steht stellvertretend für viele Regionen in Rheinland-Pfalz. Steigende Sozialausgaben, höhere Standards und zusätzliche Aufgaben treffen auf eine Finanzierung, die aus Sicht der Kreise nicht Schritt hält.
Haushaltsdebatten gehören deshalb seit Jahren zum politischen Alltag – auch im Kreistag der Südlichen Weinstraße. Konkrete Spielräume für neue Projekte schrumpfen zunehmend.
Was für Bürger konkret auf dem Spiel steht
Wenn Landkreise dauerhaft im Minus arbeiten, geraten zentrale Bereiche unter Druck:
- Betrieb von Schulen und Kitas
- Öffentlicher Nahverkehr für Pendler
- Soziale Hilfen und Jugendangebote
- Gesundheitsversorgung und Klinikstrukturen
- Straßen und Infrastruktur vor Ort
Noch sind keine konkreten Kürzungen für SÜW beschlossen. Doch ohne zusätzliche Mittel könnten genau diese Bereiche perspektivisch betroffen sein.
Klare Forderung an die neue Landesregierung
Die Landkreise fordern eine grundlegende Änderung der Finanzstruktur. Im Zentrum stehen:
- verlässliche und ausreichende Finanzierung
- klare Zuständigkeiten zwischen Land und Kommunen
- spürbare Entlastung bei wachsenden Aufgaben
Auch der Vorsitzende des Landkreistages Rheinland-Pfalz, Achim Schwickert, unterstreicht den Druck: „Neben einer kontinuierlichen Unterfinanzierung der Kommunen haben wir mit einem zunehmenden Aufgabenzuwachs zu kämpfen. So kann es nicht weitergehen.“
- Landrat Dietmar Seefeldt radelte mit den weiteren Landrätinnen und quer durch Mainz
- Foto: Seefeldt
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Vertrauen in die Politik steht auf dem Spiel
Seefeldt warnt vor langfristigen Folgen, wenn sich nichts ändert: „Wenn kommunale Gestaltungsspielräume verloren gehen, wird Vertrauensverlust folgen.“
Für den Landkreis Südliche Weinstraße bedeutet das: Die kommenden Entscheidungen der Landespolitik könnten direkt darüber entscheiden, wie viel vor Ort noch gestaltet werden kann – oder wo künftig gespart werden muss.
Autor:Katharina Wirth aus Herxheim |
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