Orangerie 16 des Kunstvereins Donnersbergkreis
„Von 0 auf 87 – Das Lebensprojekt der Künstlerin Euphrosina Stratenwerth“
- Monsieur-d'asperge
- Foto: E. Stratenwerth
- hochgeladen von Wolf Münninghoff
Die Wiesbadener Künstlerin Euphrosina Stratenwerth (geb. 1939) präsentiert mit „Von 0 auf 87“ ein außergewöhnliches künstlerisches Lebensprojekt – eine Ausstellung, die Erinnerung, Kunst und Lebensreflexion zu einem sinnlich erfahrbaren Ganzen vereint.
Anstatt ihre Lebensgeschichte in einer klassischen Biografie niederzuschreiben, verwandelt Stratenwerth ihr langes, vielschichtiges Leben in eine begehbare künstlerische Erzählung. In Gemälden, Collagen, Objekten, Skulpturen, Fotografien und Dioramen verknüpft sie prägende Stationen ihres Lebens zu einer berührenden Erzählung von Entwicklung, Resilienz und schöpferischer Kraft.
Ein Leben zwischen Krieg, Aufbruch und Kunst
Geboren im Jahr 1939 in einer Zeit des Mangels und der Zerstörung, wuchs Euphrosina Stratenwerth in einfachen ländlichen Verhältnissen auf. Früh erlebte sie die Härten der Nachkriegszeit, aber auch die Sehnsucht nach Freiheit und Ausdruck. Nach einer Lehre verließ sie mit 21 Jahren das Elternhaus, zog nach München, arbeitete unter anderem als Model und entdeckte ihre Leidenschaft für Mode, Malerei und das kreative Gestalten.
In Wiesbaden, wo sie seit vielen Jahrzehnten lebt, fand sie ihren Weg zur bildenden Kunst. An der Wiesbadener freien Kunstschule (WfK) und in weiteren Fortbildungen widmete sie sich der abstrakten Malerei, Skulptur und Farbtheorie. Es folgten zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, zuletzt im Kumho Museum of Art in Seoul.
Das künstlerische Vermächtnis
Stratenwerths Werk ist geprägt von Tiefe, Experimentierfreude und Symbolkraft. Immer ging es ihr darum, innere wie äußere Erfahrungen sichtbar zu machen. Ihr aktuelles Projekt vereint nun ein ganzes Leben an Kunst und Erleben:
Ein „begehbarer Reflexionsraum“, in dem Lebensphasen – Kindheit, Jugend, Familie, Reisen, Freundschaften, Verluste und Neubeginne – in künstlerische Formen übersetzt werden.
Ein besonderes Element bilden die Dioramen: kleine, verdichtete Lebensräume, die nicht nach außen, sondern nach innen blicken lassen – Fenster in die Erinnerung, in gelebte Zeit und emotionale Landschaften. Sie laden die Betrachterinnen und Betrachter ein, zu verweilen, zu entdecken und sich selbst im Spiegel dieser künstlerischen Lebensreise wiederzufinden.
Erinnerung als schöpferische Kraft
„Erinnern ist ein Prozess von Suchen und Finden“, schreibt Stratenwerth in ihren Texten. Für sie ist Erinnerung mehr als Rückblick – sie ist ein schöpferischer Akt, der Identität formt und verwandelt. So versteht sich ihr Lebensprojekt als Ermutigung, besonders an Frauen, das eigene Leben als Quelle von Stärke, Kreativität und Sinn zu begreifen.
Kunst als Leben – Leben als Kunst
Mit „Von 0 auf 87“ verdichtet Euphrosina Stratenwerth ein Jahrhundertleben zu einer poetischen, visuellen und emotionalen Erfahrung. Ihre Ausstellung ist Hommage und Vermächtnis zugleich – ein Gesamtkunstwerk der Erinnerung und eine Einladung, über das eigene Leben nachzudenken:
Was bleibt? Was prägt uns? Und was geben wir weiter?
Ausstellung des Kunstvereins Donnersbergkreis
Euphrosina Stratenwerth – „Von 0 auf 87“
Vernissage
08.05.,18 Uhr
Künstlerinnengespräch
12.05.,19 Uhr
Ausstellung
08.–24.05.
Sa & So, 16–19 Uhr
Wo: Orangerie Ostflügel an der Stadthalle Kirchheimbolanden, Dr. Edeltraut Sießl‐Allee 4, 67292 Kirchheimbolanden
Autor:Wolf Münninghoff aus Kirchheimbolanden |
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