Kontakte zwischen Deutschland und Indien
Stärkung der Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Wirtschaft

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Nicht nur Karlsruhe ist engagiert und aktiv in Karlsruhe: In diesen Tagen Ende Oktober 2024 reisen auch etliche Bundesminister nach Indien. So betonte unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz bei Gesprächen mit dem indischen Ministerpräsident Narendra Modi, dass es mehr Kooperationen zwischen den beiden Ländern geben müsse. Scholz und einige Minister des Kabinetts sind bei den siebenten deutsch-indischen Regierungskonsultationen in der indischen Hauptstadt.

Auch Vertreterinnen und Vertreter aus Karlsruhe sind bei der Delegation dabei, geht es doch auch um das Thema Fachkräfte, das nun endlich auch von Arbeitsminister Heil in Indien beschleunigt werden soll. Erkennbar auch - und das war in der Vergangenheit stets ein Engpass - daran, dass künftig rund 90.000 Visa für Inder ausgegeben werden sollen.

Auch andere Bundesländer sind aktiv

Eine sächsische Delegation unter der Leitung der Rektorin der Technischen Universität Dresden, Prof. Ursula Staudinger, eröffnete am 23. Oktober 2024 ein wissenschaftliches Koordinationsbüro im südindischen Chennai (früher Madras). Das Koordinationsbüro soll die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftler und Unternehmer in Indien und dem Bundesland Sachsen stärken. Eine ähnliche Einrichtung gibt es auch über das Büro der Stadt Karlsruhe im indischen Pune, das sich auch um die baden-württembergischen Hochschulen (Partnerhochschulen beim KIT: https://www.intl.kit.edu/ostudent/6608.php) kümmert. Darüber hinaus soll die Einrichtung in Chennai auch die strategische Auswahl von Studierenden für Studiengänge in den MINT-Fächern an sächsischen Universitäten unterstützen. Die TUD betreibt dieses Büro mit Sitz in Chennai unter der Leitung von Bibhu Mishra im Namen aller sächsischen Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Prof. Ursula Staudinger, Prof. Andreas Pinkwart, Direktor TUD|excite, Prof. Jacques Rohayem, Vorstand TUDAG, und Prof. Ronald Tetzlaff, CTIO der TU Dresden (v.l.n.r.) bei der Eröffnung des wissenschaftlichen Koordinationsbüros | Foto: Krishna Moorthy
  • Prof. Ursula Staudinger, Prof. Andreas Pinkwart, Direktor TUD|excite, Prof. Jacques Rohayem, Vorstand TUDAG, und Prof. Ronald Tetzlaff, CTIO der TU Dresden (v.l.n.r.) bei der Eröffnung des wissenschaftlichen Koordinationsbüros
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Aufbau Partnerschaften mit Hochschulen und Forschungsinstituten

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow erklärte anlässlich der Eröffnung des Büros: „Wir sind glücklich, bereits das vierte wissenschaftliche Koordinationsbüro im Ausland zu eröffnen. Das "Saxon Science Liaison Office India" im Bundesstaat Tamil Nadu ist nach dem Büro in Taiwan das zweite das von der Technischen Universität Dresden im Auftrag des Sächsischen Wissenschaftsministeriums betrieben wird. Zentrale Aufgabe ist, Beziehungen für wissenschaftlichen und studentischen Austausch und gemeinsame Projekte für alle sächsischen Hochschulen mit Partnerhochschulen in Indien anzubahnen.“

Das Büro wird sich aktiv an Hochschulmessen und verschiedenen Marketing-Veranstaltungen beteiligen, um gezielt Talente aus Indien für sächsische Universitäten, Wirtschaftszweige und Unternehmen zu gewinnen. Darüber hinaus berät es Interessierte zu akademischen Programmen. Zudem unterstützt das wissenschaftliche Koordinationsbüro in Indien Stipendien- und Förderprogramme, die eine engere Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Indien in den Bereichen Wissenschaft und Forschung zum Ziel haben, sowie die Organisation von Besuchen wissenschaftlicher Delegationen.

Beitrag für qualifizierte Zuwanderung

Die Einrichtung des Büros fügt sich ein in den strategischen Aktionsplan des Freistaates Sachsen zur Anwerbung internationaler Talente, insbesondere in Bereichen, in denen ein Mangel an qualifizierten Fachkräften herrscht. Durch die gezielte Ansprache von Studierenden aus bestimmten Ländern und Fachrichtungen positioniert sich das Bundesland als attraktives Ziel für Bildung und Erwerbstätigkeit. Das Büro soll zudem auch frühzeitig Kontakte zwischen Studierenden und der sächsischen Wirtschaft herstellen, beispielsweise durch die Vermittlung von Praktika, um einen reibungslosen Übergang von der Hochschule in die berufliche Laufbahn in der Region zu gewährleisten.

Über 50 Jahre Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland

„Über 50 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland in den Bereichen Wissenschaft und Technologie", so der stellvertretende Generalkonsul Deutschlands in Chennai, Frank Denner - und bezog sich auch auf die Anfänge des IIT Madras, das 1959 und ab den 1960er Jahren mit Unterstützung der deutschen Regierung aufgebaut wurde - wobei auch zahlreiche Akteure aus Karlsruhe bei den Programmen und Projekten in (damals) Madras involviert waren.

Verbindung zwischen  IIT Madras und Industrie

Auch andere Einrichtungen am IIT Madras haben sich seit über 50 Jahren auf einen erfolgreichen Weg gemacht - so zum Beispiel das "Industrial Consultancy Centre" am IIT Madras, das 1973 von Prof. Pandalai, Prof. Narayanamurthi mit deutscher Hilfe und in den Folgejahren auch vom Karlsruher Prof. Dr. Hans Wagner auf den Weg gebracht wurde. (Eindrücke: https://icandsr.iitm.ac.in/50Years/). Das ICC wurde initiiert, um eine Verbindung zwischen dem IIT Madras und der Industrie herzustellen, um zudem gesponserte Forschungstätigkeiten zu fördern und Beziehungen zur lokal-regionalen Industrie aufzubauen. Die Unterstützung erfolgte sowohl auf technischer, wissenschaftlicher als auch auf finanzieller Ebene, dazu gehörten auch damals schon Austauschprogramme, die indische Studenten und Wissenschaftler nach Deutschland führte.

Deutschland stark im Fokus der indischen Studenten

Dass Deutschland stark im Fokus der indischen Studenten und Studentinnen steht, brachte auch Kumar Jayant, Additional Chief Secretary der Regierung von Tamil Nadu und Mitglied der Indischen Akademie der Wissenschaften zum Ausdruck: Die Zahlen der Deutschkurse unter den Studierenden an Tamil Nadus Hochschulen steige. Das große Interesse an einer Zusammenarbeit mit Partnern in Deutschland begrüßte er, auch mit Blick auf die Wirtschaftskraft Tamil Nadus und der hohen Dichte an Bildungseinrichtungen. Die Zusammenarbeit mit Tamil Nadu könne weiter intensiviert werden.

Technologietransfer mit Indien wird intensiviert

Dass auch Indien immer stärker im deutschen Fokus steht, lässt sich an der aktuellen Delegation nach Neu Delhi ablesen: Neben dem Bundeskanzler sind auch der Wirtschaftsminister, die Außenministerin, der Arbeitsminister und auch die Bildungsministerin am Start! Dazu kommen etliche Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft, darunter große Firmen aus Chemie, Mikroelektronik, Raumfahrttechnik sowie erneuerbare Energien.

"Indien, der bevölkerungsreichste Staat der Welt, ist ein zentraler Partner der deutschen Wirtschaft im Indo-Pazifik und spielt eine maßgebliche Rolle für die Diversifizierung der deutschen Wirtschaft", so Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck: "Der Indo-Pazifik ist heute die dynamischste Region der Welt. Hier wollen wir als sichtbarer und starker Handelsparnter auftreten. Zur Intensivierung unserer bilateralen Wirschaftsbeziehungen werden wir daher ein Indisch-Deutsches CEO-Forum als Plattform für regelmäßigen, höchstrangingen wirtschaftspolitischen Austausch zwischen beiden Regierungen und der indischen und der deutschen Wirtschaft einrichten. Zugleich werden wir unsere klimaschutz- und energiepolitische Zusammenarbeit mit Indien stärken und eine Deutsch-Indische Roadmap zu Grünem Wasserstoff verabschieden." (pm/ignka)

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Autor:

Indo-German Network Karlsruhe aus Karlsruhe

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