Herz-Kreislauf-Check beim Karlsruher dm: Start noch dieses Jahr
- dm bietet Gesundheitsdienstleistungen an. (Archivbild)
- Foto: Uli Deck/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Karlsruhe. Kundinnen und Kunden könnten künftig bei dm auch Vitalwerte rund um Herz und Kreislauf prüfen lassen. Die Drogeriemarktkette mit Sitz in Karlsruhe will ihr Gesundheitsangebot ausbauen, obwohl zu bestehenden Angeboten Gerichtsverfahren anstehen.
dm prüft nach Angaben von Geschäftsführer Sebastian Bayer einen Herz-Kreislauf-Check in Drogerien. „Das ist die häufigste Todesursache in Deutschland“, sagte Bayer mit Blick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Technik sei inzwischen so weit, dass Sensoren viele Vitaldaten und Parameter ohne großen Aufwand zuverlässig erfassen könnten. Dafür könne es etwa reichen, angezogen in einer Kabine zu stehen.
Einen genauen Starttermin nannte Bayer nicht. Er rechne aber damit, dass das Angebot noch in diesem Kalenderjahr starten könne. Offen ist auch, mit welchen Partnern das Karlsruher Unternehmen zusammenarbeiten will.
Mehr Filialen mit Augenscreening geplant
dm hatte im vergangenen Jahr in ausgewählten Pilotfilialen Haut- und Blutanalysen sowie Augenscreenings eingeführt. Beim Augenscreening soll nach Angaben von Bayer bald eine zweite Testphase beginnen. Geprüft werden soll die Nachfrage sowohl in ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins mit vergleichsweise wenigen Augenärzten als auch in Großstädten.
Die Zahl der Filialen mit Augenscreening soll von derzeit 8 auf 30 steigen. Die Umbauten sind für Ende August und September geplant.
Die Blutwertanalyse ist derzeit ausgesetzt, habe sich laut Bayer aber als relevantes Angebot für Kundinnen und Kunden erwiesen. dm wolle diesen Bereich stärker selbst in die Hand nehmen. Bei Hautuntersuchungen arbeite das Unternehmen daran, die Vermittlung an einen Online-Hautarzt zu verbessern.
Gerichtstermine in Karlsruhe und Düsseldorf
Verbände von Haut- und Augenärzten kritisieren die Angebote. Die Wettbewerbszentrale klagt wegen des Augenscreenings. Sie fordert unter anderem, dass dm in Filialen keine Augenscreenings zur Feststellung von Augenkrankheiten durch Menschen durchführen lässt, die keine Ärzte sind, und solche Angebote nicht bewirbt.
Darüber will das Landgericht Karlsruhe am Mittwoch, 9. September, verhandeln. Am Landgericht Düsseldorf ist im November ein weiterer Prozess angesetzt. Dort geht es um den Kooperationspartner von dm. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |