Stadionallianzen: hohes Sicherheitsniveau, weniger Belastungen für die Polizei / Zustimmung aus Karlsruhe
Stadionbesuche müssen sicheres Erlebnis sein

Fans im Karlsruher Wildparkstadion
  • Fans im Karlsruher Wildparkstadion
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Karlsruhe. Vor gut einem Jahr wurden bei einem Sicherheitsgipfel in Baden-Württemberg die bundesweit bislang einzigartigen Stadionallianzen initiiert. „Nicht überall ist die Idee zunächst auf Wohlwollen gestoßen", so Innenminister Thomas Strobl: "Ich kann mich noch sehr gut an viele skeptische Blicke und kritische Aussagen erinnern.“

Es sei zunächst notwendig gewesen, Barrieren in den Köpfen einzureißen und Skeptiker vom neuen Weg zu überzeugen. „Jetzt können wir die ersten Erfolge unserer Stadionallianzen präsentieren. In der vergangenen Saison konnten wir in den ersten fünf Ligen mehr als 3.800 Einsatzkräfte und rund 30.000 Einsatzstunden einsparen. Dabei sind die registrierten Strafanzeigen um elf Prozent, von 679 auf 602, zurückgegangen. Wir konnten neue Impulse innerhalb der Zusammenarbeit aller Akteure aus den Bereichen Prävention und Sicherheit setzen. Und wir haben bewiesen, dass eine intensivere Kommunikation in vertrauensvollen Sicherheitspartnerschaften zu einer Verbesserung der Zusammenarbeit führt“, so Strobl.

Dabei sei die Ausgangslage klar: Der Besuch eines Fußballspiels müsse ein sicheres Erlebnis für Jung und Alt, für die ganze Familie sein. Um auch weiterhin das hohe Sicherheitsniveau bei Fußballspielen zu gewährleisten, hat das Land Baden-Württemberg auf lokaler Ebene Stadionallianzen initiiert. Dieser Aufwand habe sich gelohnt: "Wir sind auf einem erfolgreichen Weg, freilich noch nicht am Ziel“, betonte der Innenminister. Erste Ergebnisse und Entwicklungen an den einzelnen Standorten seien bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Innenministeriums mit der Deutschen Fußball Liga Ende Juni ausgetauscht worden.

Vieles, was in den Stadionallianzen zusammengefasst wurde, wird in Karlsruhe schon seit längerer Zeit praktiziert. "Wichtig ist die Kommunikation der einzelnen Netzwerkpartner", so KSC-Präsident Ingo Wellenreuther: In Karlsruhe sind dies der KSC, die Polizei, das Fanprojekt, die organisierte Fanszene und die Stadt Karlsruhe mit dem Ordnungsamt. "Vieles läuft inzwischen richtig gut, kann aber immer noch verbessert werden. Das ist das gemeinsame Ziel aller Netzwerkpartner“, so der KSC-Präsident.

„Wir werden auch in Zukunft regelmäßig im Austausch bleiben. Wir sehen uns als Motor dieses ganzen Prozesses und fungieren als Bindeglied zwischen den verschiedenen Sicherheitsakteuren“, so der Innenminister. Dass sich Zuschauer beim Stadionbesuch sicher fühlen und eine hohe Akzeptanz für polizeiliche Einsatzmaßnahmen aufbringen, bestätigen aktuelle Studien. Doch immer noch sei der polizeiliche Aufwand bei Fußballspielen sehr hoch. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Polizeikosten bei Hoch-Risiko-Spielen machte Innenminister Strobl erneut klar, dass die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit eine hoheitliche Aufgabe ist: Eine Umlegung der Polizeikosten im Rahmen von Fußballspielen sei der falsche Ansatz. (red)

Übersicht
Saison - Spiele - Einsatzstärke - Mannstunden - Zuschauer - Verletzte
13/14 - 314 - 29.392 - 184.921 - 2.589.632 - 100
16/17 - 317 - 29.126 - 183.900 - 2.643.969 - 145
17/18 - 317 - 25.288 - 154.597 - 2.733.052 - 104

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