Mit Spürhunden & Sendern: Jagd auf den Riesenfrosch am Rhein
- Die Tiere sind eingewandert und eine Gefahr für die hiesige Fauna. (Archivbild)
- Foto: Uli Deck/dpa
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Karlsruhe. Der heiße Sommer könnte heimische Amphibien in der Oberrheinebene bei Karlsruhe zusätzlich unter Druck setzen: Invasive Ochsenfrösche profitieren nach Einschätzung des Regierungspräsidiums Karlsruhe vermutlich von höheren Temperaturen.
Gesicherte Erkenntnisse zu den Folgen des Sommers liegen der für die Bejagung zuständigen Behörde zwar nicht vor. „Es ist aber davon auszugehen, dass der Ochsenfrosch von zunehmend heißen und länger andauernden Sommertemperaturen profitiert“, teilte eine Sprecherin mit. Nach derzeitigem Kenntnisstand hat sich das Verbreitungsgebiet bislang aber nicht verändert.
Warum Hitze dem Ochsenfrosch helfen kann
Der Nordamerikanische Ochsenfrosch kann seine Laichperiode anders als einheimische Amphibien bis weit in den Hochsommer ausdehnen. Wärmere Wassertemperaturen begünstigen zudem die Entwicklung der Kaulquappen. Weil die Art größere Gewässer bevorzugt, trocknen ihre Fortpflanzungsgewässer seltener aus.
Kommt es doch zur Austrocknung, können die Tiere nach Angaben der Behörde andere Gewässer besiedeln. Ochsenfrösche gelten als sehr mobil. In Deutschland kommt die invasive Art nur in der Oberrheinebene bei Karlsruhe vor.
Heimische Arten besonders gefährdet
Ochsenfrösche können bis zu 25 Zentimeter groß werden. Sie fressen andere Frösche, Fische und auch kleine Vögel. Außerdem können sie Krankheiten wie Pilzinfektionen übertragen.
Besonders bedroht sind nach Angaben des baden-württembergischen Umweltministeriums der Moorfrosch und die Knoblauchkröte. Ihre Bestände in der Oberrheinebene sind klein und isoliert. Dadurch reagieren sie besonders empfindlich auf zusätzliche Belastungen. Natürliche Feinde wie Krokodile, Alligatoren und Schlangen fehlen hierzulande.
Bekämpfung in der Region läuft weiter
Das Regierungspräsidium lässt die Tiere deshalb bejagen. Im Vorjahr wurden in der Region um Karlsruhe früheren Angaben zufolge fast 7.000 invasive Frösche erschossen. Darunter waren 609 ausgewachsene Tiere und 6.378 Jungtiere.
Auch Kaulquappen werden das ganze Jahr über entnommen. Im Vorjahr waren es rund 16.000 Stück. Die diesjährige Bekämpfung ist laut Behörde noch nicht abgeschlossen. Die möglichen Folgen des Hitzesommers ändern daran nichts: „Die Intensität des diesjährigen Ochsenfrosch-Managements liegt auf dem Niveau der Vorjahre“, erklärte die Sprecherin.
Forschung mit Sendern und Spürhunden
Die Landesregierung hat für Monitoring und Bekämpfung bislang rund 500.000 Euro bereitgestellt. Derzeit läuft ein von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg gefördertes Forschungsprojekt. Einzelne Ochsenfrösche werden mit Sendern ausgestattet. Außerdem kommen Artenspürhunde zum Einsatz, um die Tiere aufzuspüren.
Nach früheren Angaben des Ministeriums ist davon auszugehen, dass die Ochsenfrösche vor Jahrzehnten in Baden-Württemberg ausgesetzt wurden und einige Gewässer seit mehr als 20 Jahren besiedelt sind. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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