Karlsruhe testet Bodenfeuchtesensoren: So sollen Stadtbäume gezielter Wasser bekommen
- Wer bei Hitze einen Straßenbaum gießt, kann mit genug Wasser und Geduld dafür sorgen, dass es auch in tieferen Bodenschichten ankommt.
- Foto: An diesem Baum ist ein Bodenfeuchtesensor angebracht. | Gartenbauamt
- hochgeladen von Heike Schwitalla
Karlsruhe. Wenn es im Sommer lange trocken bleibt, zählt bei Jungbäumen jedes gezielte Gießen. Das Gartenbauamt startet im Juli im Testbetrieb ein neues System mit Bodenfeuchtesensoren an 100 Jungbäumen.
Die Sensoren sitzen im Wurzelbereich ausgewählter Stadtbäume. Sie messen laufend die Bodenfeuchte und senden aktuelle Daten an das Gartenbauamt. Das Team will damit die Bewässerung besser steuern und Wasser sparsamer einsetzen.
Warum die Stadt auf Messdaten setzt und was das fürs Gießen bedeutet
Die Messwerte sollen zeigen, welche Bäume wirklich Wasser brauchen und wo das Gießpersonal am dringendsten eingesetzt wird. Gleichzeitig passt das Gartenbauamt die Bewässerung damit an die Bedingungen vor Ort an.
Hintergrund sind zunehmende Hitze und längere Trockenzeiten. Gerade Jungbäume reagieren laut Gartenbauamt empfindlich, weil sich ihr Wurzelsystem in den ersten Jahren noch entwickelt. Die Sensoren liefern deshalb auch Erkenntnisse dazu, wie lange Wasser in verschiedenen Bodenschichten verfügbar bleibt.
Erste Ergebnisse aus dem Testbetrieb zeigen laut Mitteilung bereits einen wichtigen Punkt. Das Gießwasser erreicht häufig vor allem die oberen Bodenschichten. Diese trocknen bei hohen Temperaturen schnell wieder aus. Tiefere Bodenschichten bekommen oft zu wenig Wasser, obwohl sich die Wurzeln langfristig dorthin entwickeln sollen.
Trotz Sensortechnik bleibt Hilfe aus der Bevölkerung wichtig. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, bittet das Gartenbauamt weiterhin darum, Straßen- und Parkbäume während längerer Hitze- und Trockenperioden zu gießen.
Damit das Wasser möglichst gut wirkt, nennt das Gartenbauamt als Richtwert mindestens 100 Liter oder mehr, die langsam ausgebracht werden. Am besten bewässert man den gesamten Wurzelbereich unter der Baumkrone und nicht nur den Bereich direkt am Stamm.
An einigen Bäumen stehen Schilder mit der Aufschrift Hier misst das Gartenbauamt. Diese Hinweise bedeuten laut Gartenbauamt nicht, dass die Bäume nicht gegossen werden sollen. Zusätzliche Wassergaben sind ausdrücklich erwünscht.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |