Karlsruhe markiert „stillfreundliche Orte“: 41 Anlaufstellen im Geoportal
- Mit Baby in der Stadt unterwegs. Ein sichtbarer Aufkleber am Eingang zeigt, dass Stillen und Fläschchen willkommen sind.
- Foto: Stadt Karlsruhe, Boris Burghardt
- hochgeladen von Heike Schwitalla
Karlsruhe. Wer mit Baby unterwegs ist, soll sich in Cafés, Läden und Einrichtungen willkommen fühlen, egal ob beim Stillen oder beim Fläschchen. Genau darauf zielt die Initiative Stillfreundliche Orte, die nach einem Jahr nun 41 Orte im städtischen Geoportal sichtbar macht.
Im Café Palaver hängt der blaue Aufkleber mit dem Hinweis Stillen willkommen gut sichtbar am Eingang. Verena Meister, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, hat dort zum Pressegespräch eingeladen. Co-Inhaberin Annabelle Saur sagt: „Ich hoffe, dass das Café Palaver schon vor der Kampagne ein stillfreundlicher Ort war“. Und sie ergänzt: „Ich freue mich aber über den Aufkleber, weil das nun ein sichtbares Zeichen ist: Hier ist ein Wohlfühlort für alle, auch für Eltern und ihre Babys.“
Was „stillfreundlich“ konkret bedeutet
Nach Angaben von Meister müssen drei Punkte erfüllt sein, damit ein Ort als stillfreundlich gilt. Der Ort braucht eine Sitzgelegenheit. Das Team muss stillfreundlich eingestellt sein. Und es soll bei unhöflichem Verhalten anderer Gäste unterstützen.
Zusätzlich nennt Meister als wünschenswerte Extras eine abgeschirmte Stillmöglichkeit, einen Wickeltisch, freien Zugang zu Sanitäranlagen, Kinderwagenfreundlichkeit und die Möglichkeit, Babynahrung zu erwärmen. Meister betont: „Es geht um Teilhabe“. Und sie erklärt: „Stillen sollte überall selbstverständlich sein, aber einige Frauen fühlen sich dabei unwohl. Da setzt unsere Initiative an: Alle sollen sich frei im öffentlichen Raum bewegen können.“
Ein Jahr lang haben Gleichstellungsbeauftragte, Kinderbüro und der Hebammenverband Baden-Württemberg e. V. für die Kampagne geworben. Sie führten Informationsgespräche und verteilten Sticker sowie weiteres Informationsmaterial an Geschäfte und öffentliche Einrichtungen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, listet das Geoportal inzwischen 41 Orte, wenn der passende Filter aktiviert wird.
Auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup ordnet das Thema als Frage der Sichtbarkeit von Familien im Stadtbild ein. Er sagt: „Die Geburtenrate sinkt, was dazu führt, dass immer weniger Kinder in der Öffentlichkeit sichtbar sind“. Und er ergänzt: „Dabei sollte es doch normal sein, dass überall dort, wo sich eine Gruppe Erwachsener trifft, auch Kinder und Säuglinge dabei sind.“ Eltern sollten sich nach seinen Worten nicht als Ausnahme fühlen. „Karlsruhe möchte eine familienfreundliche Stadt sein“, betont Mentrup.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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