Im kommenden Jahr wohl eine zeitliche Ausweitung des Festivals / Bildergalerie
"Atoll-Festival" kam bestens in Karlsruhe an

Eindrücke vom "Atoll-Festival" - Bar Stools, mittendrin, statt nur dabei
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Karlsruhe. Mit veritablen Orkanböen und nicht minder stürmischem Applaus ging am Sonntag, 23. September, das Karlsruher "Atoll-Festival" für zeitgenössischen Zirkus zu Ende. Mit über 5.500 Besuchern übertraf die dritte Ausgabe der weithin beachteten fünftägigen Veranstaltung die Vorjahreszahl deutlich.

In 31 Veranstaltungen hatten mehr als vier Dutzend Künstler die unterschiedlichen Sparten der zeitgenössischen Zirkuskünste ausgelotet. In einer Mischung aus Akrobatik, visuellem und physischem Theater, Tanz und Musik entwickelt der neue Zirkus eine ganz eigene, spartenübergreifende Sprache, die von feiner Poesie bis zu brachialer Ausdruckskraft reichen kann, wie "Atoll" 2018 in neun Produktionen aus acht Nationen unterstrich.

Insbesondere hochvirtuose Solisten wie der kanadische Clown Jamie Adkins, der belgische Spross einer Zirkusdynastie Dany Ronaldo oder der neuseeländische Pantomime Thomas Monckton setzten Maßstäbe mit höchst unterschiedlichen Auftritten, die Publikum und Kritik mit überschwänglicher Begeisterung aufnahmen.

Daneben zählten auch die liebenswürdig-schrullige Kochshow des katalanischen Circus Escarlata, die artistisch-perfekte Darbietung „Tipping Point“ der britischen Formation Ockhams’s Razor, die nur zweiminütige Kurzshow „Toni Ronaldoni“ der niederländischen Compagnie De Stijle Want, sowie die vorwiegend von jungen Absolventen europäischer Zirkusschulen bestrittene Mixed-Show Atoll surprise zu den Publikumsfavoriten. Neben Thomas Monckton feierte auch die Pub-Zirkustheatershow „Barstool Bound“ in Karlsruhe ihre Deutschlandpremiere.

Äußerst kontrovers aufgenommen wurde hingegen vor allem am Eröffnungsabend die als furiose Mischung aus Konzert und Akrobatik angekündigte Aufführung „Extreme Night Fever“ der französischen Großformation Cirque Inextremiste. Während vor allem das jüngere Publikum die Zirkusparty feierte, sahen sich andere eher in ein Rockkonzert versetzt. Allerdings: Die Produktion zog mit drei Vorstellungen knapp 2.000 Besucher, ein gutes Drittel der Gesamtbesucherzahl.

Die Resonanz beim aus dem Inland und den Nachbarländern angereisten Fachpublikum unterstrich, dass sich das "Atoll-Festival" im dritten Jahr beim Publikum und auch in der europäischen Neuer-Zirkus-Szene etabliert hat. In Deutschland nimmt das Festival eine Vorreiterrolle für den neuen Zirkus ein und ist die größte ausschließlich dieser Kunstform gewidmete regelmäßige Veranstaltung. (jf)

Infos: Da das von der "Baden-Württemberg-Stiftung" und der Stadt Karlsruhe sowie privaten Unterstützern geförderte Festival mit den meisten der knapp 30 Veranstaltungen bereits im Vorfeld ausverkauft war, denkt das veranstaltende "Kulturzentrum Tollhaus" darüber nach, das "Atoll-Festival" im kommenden Jahr zeitlich auszudehnen, damit die teilweise in kleinen Zelten stattfindenden Aufführungen von mehr Besuchern erlebt werden können, www.tollhaus.de

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