Unter der Erde geht's beim Tunnelbau in die nächste Stufe
Am Karlsruher Kaiserplatz wächst bald Gras über dem Tunnel

Am Ende offen: Das Ostportal des Autotunnels Kriegsstraße: Links die Ausfahrt, rechts die Einfahrt.
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  • Am Ende offen: Das Ostportal des Autotunnels Kriegsstraße: Links die Ausfahrt, rechts die Einfahrt.
  • Foto: Kasig
  • hochgeladen von Jo Wagner

Karlsruhe. Der Kaiserplatz unmittelbar östlich vom Mühlburger Tor spielte beim Bau des Tunnels unter der Kaiserstraße eine wichtige Rolle: Hier kam die Tunnelvortriebsmaschine „Giulia“ nach ihrer 2.048 Meter langen Reise durch den Karlsruher Untergrund an, ihr Schneidrad und das Rohrschild wurden hier zerlegt und abtransportiert.

Jetzt wird im wahrsten Sinn Gras darüber wachsen: Arbeiter pflastern derzeit schon den zuvor befestigten Untergrund für die zwei im Halbbogen um das Reiterdenkmal von Kaiser Wilhelm I. angeordneten kleinen Wege, und danach rücken auch die Gärtner an und säen Rasen ein. Dann wird der Platz wieder seinem historischen Vorbild entsprechen und so aussehen wie vor Beginn der Bauarbeiten an der Kombilösung.

Die Wiederherstellung der Oberflächen, die in den Jahren des Tunnelbaus seit dem Spatenstich 2010 von den Tunnelbauern für die Arbeiten in Anspruch genommen worden sind, steht auch an zwei weiteren zentralen Plätzen im Mittelpunkt: Am Berliner Platz werden derzeit noch Leitungen verlegt – hier wird in wenigen Wochen die Platzfläche, unter der die künftige unterirdische Haltestelle Kronenplatz liegt, wieder für alle Verkehrsteilnehmer in vollem Umfang nutzbar sein. Am Durlacher Tor dauert das freilich noch bis Jahresende: Gleistrassen, Fahrbahnen für Autos und Radfahrer sowie Gehwege und überdies die künftigen Haltestellen für die Bahnen und die Busse werden abschnittsweise gebaut.

Ettlinger Tor
Bleibt noch das Ettlinger Tor: Hier wurde inzwischen die Karl-Friedrich-Straße nach Süden bis zur Kriegsstraße asphaltiert, Geh- und Radwege sind auch schon zu erkennen. Gleiches ist in der Ettlinger Straße geschehen, die von Süden auf die Kriegsstraße zuläuft. Wenn erst einmal die Ampeln installiert sind, kann die Kreuzung in Betrieb gehen. Die Buslinie 10 fährt voraussichtlich ab Mitte Juli direkt über die Ettlinger Straße bis zum Marktplatz.

Rohbau weiter angehen
Unterirdisch heißen die Arbeitsaufgaben beim Rohbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße mit dem Abzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße vor allem: Restarbeiten und Betonieren einiger weniger Innenwände und Zwischendecken. Restarbeiten wie das Verpressen von regulär bei unterirdischen Neubauten unterhalb des Grundwasserspiegels auftretenden Undichtigkeiten werden am Europaplatz und am Marktplatz vorgenommen. Betoniert werden im Ettlinger Tor – und dort im nördlichsten Drittel der Haltestelle – noch einige Innenwände entlang der Treppenaufgänge sowie Zwischendecken. In der Haltestelle Lammstraße liegen die Bahnsteigplatten inzwischen auf den Bahnsteigkörpern.

Handwerker im Einsatz
Neben den Arbeitern für den Rohbau gehen inzwischen natürlich auch die Handwerker in die unterirdischen Bauwerke, die mit einzelnen Gewerken des Innenausbaus beauftragt wurden: So werden in den Haltestellen Europaplatz und Kronenplatz die Wände der Treppenabgänge und der Zwischenebenen „gestockt“ – ein Verfahren, bei dem der glatte Beton in Handarbeit mit einem speziellen Meißel aufgeraut wird. Wandschienen für die Befestigung der Betonwerksteine werden derzeit in der Haltestelle Durlacher Tor befestigt. In der Haltestelle Kongresszentrum wird zurzeit ein Aufzugsschachtmit einer Beschichtung versehen – eine Arbeit, die beispielweise in der Haltestelle Durlacher Tor bereits erledigt wurde. (ps)

Infos: www.kasig.info

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