150 Jahre Hermann Binz: Der Bildhauer hinter Karlsruhes Brunnen-Skandal

Wer am Stephanplatz vorbeikommt, steht vor einem Brunnen, der Karlsruhe einst in Aufregung versetzte. | Foto: Hermann Binz | Stadtarchiv Karlsruhe
  • Wer am Stephanplatz vorbeikommt, steht vor einem Brunnen, der Karlsruhe einst in Aufregung versetzte.
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Karlsruhe. Zum 150. Geburtstag des Karlsruher Bildhauers Hermann Binz rückt ein Künstler in den Blick, dessen Arbeiten bis heute im Stadtbild Spuren hinterlassen. Bekannt wurde Binz nicht nur durch Monumental- und Bauplastiken, sondern auch durch einen Brunnen am Stephanplatz, der seinerzeit für heftige öffentliche Reaktionen sorgte.

Binz wurde 1876 in Karlsruhe geboren und sammelte seine ersten Erfahrungen in der Werkstatt seines Vaters. Dort entstanden Grabmäler und Bauplastiken. Seine Ausbildung führte ihn an die Großherzoglich Badische Kunstgewerbeschule, wo er Schüler von Fridolin Dietsche und Adolf Heer wurde. 1895 wechselte er an die Großherzoglich Badische Akademie der Bildenden Künste. 1897/98 verbrachte er ein Studienjahr an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Von 1898 bis 1903 kehrte er an die Karlsruher Akademie zurück und arbeitete dort als Meisterschüler von Hermann Volz.

Stephanplatz-Brunnen machte Binz überregional bekannt

Prägend für seinen Stil wirkten laut Darstellung neben der klassizistisch geprägten Figurenauffassung seines Vaters und seines Lehrers Volz auch Einflüsse des französischen Bildhauers Auguste Rodin. Dessen Werke lernte Binz erstmals auf der Pariser Weltausstellung von 1900 kennen.

Bis zum Ersten Weltkrieg bildeten Aufträge für Monumental- und Bauplastiken das Hauptschaffensgebiet von Binz. Aufträge kamen häufig aus Projekten der Karlsruher Architekturbüros von Hermann Billing, Curjel & Moser oder Pfeifer & Großmann. Genannt werden unter anderem zwei große Frauenfiguren für die Fassade des Warenhauses Knopf, heute Karstadt-Filiale, sowie eine Quellnymphe und vierzehn Hermen für den Brunnen auf dem Stephanplatz.

Gerade dieser Brunnen, entworfen von Hermann Billing und 1905 fertiggestellt, löste einen Skandal aus und machte Binz überregional bekannt. Der Brunnen besteht aus einem Wasserbecken mit einem Ring aus vierzehn Pfeilern. Auf den zum Becken gerichteten Seiten sitzen vierzehn wasserspeiende Faunsgesichter. Binz gestaltete sie als Karikaturen bekannter Karlsruher Persönlichkeiten. Auch die Nacktheit der monumentalen Quellnymphe in der Mitte des Beckens sorgte dem Text zufolge für einen Sturm der Entrüstung.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs änderte sich der Schwerpunkt von Binz’ Werk. Er arbeitete dann stärker an kleinformatigen, fast ausschließlich weiblichen Figuren und blieb diesem Stil bis zum Ende seines Schaffens treu. Gelegentlich setzte er auch Keramiken für die Staatliche Majolika-Manufaktur Karlsruhe um. Hermann Binz starb 1946 und liegt auf dem Karlsruher Hauptfriedhof begraben. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, erinnert der 150. Geburtstag an einen Künstler, der Karlsruhe mitgeprägt hat.

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Autor:

Heike Schwitalla aus Germersheim

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