Zirkus-Vielfalt in Karlsruhe beim "Atoll" erleben
- Acrobatique Tanger
- Foto: Tollhaus/Pierre Planchenault
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Karlsruhe. Bereits zum elften Mal lädt das "Atoll-Festival" vom 17. bis 27. September 2026 in Karlsruhe dazu ein, neue Zirkuskunst zu - aus Deutschland, Marokko, Italien, Frankreich, Grossbritannien, Spanien, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz - im und um das "Tollhaus" auf dem Schlachthaus-Areal zu entdecken.
Auch in diesem Jahr erwartet Besucher wieder ein umfangreiches Angebot: In 46 Vorstellungen sind an elf Spieltagen 25 verschiedene Stücke an zehn Spielorten zu erleben, wobei der Zirkus berührende Geschichten erzählt, die Gemeinschaft feiert und mit atemberaubender Kunst die Menschen fesselt. "Für uns ist das Atoll neben dem Sommerfestival Zeltival einer der beiden Jahreshöhepunkte", so die neue Tollhaus-Geschäftsführerin Maíra Wiener: "Für die bundesweite Zirkuswelt gilt Karlsruhe seit Jahren als programmstärkstes und herausragendes Festival, das zwar vor allem auf das Publikum ausgerichtet ist, aber auch viele Fachbesucherinnen und -besucher aus dem In- und Ausland anzieht."
Auf die hohe Relevanz des zeitgenössischen Zirkus verwies Stefan Schönfeld, neben Bernd Belschner einer der beiden Programmgestalter. Im Fokus dabei: die Verbindnung von zirkuskultureller Tradition und sehr gegenwartsorientierten Stücken. So böten beispielweise die sechs belgischen Artistinnen von "Movedbymatter", die die uralte zirzensische Zopfhangtechnik mit der Botschaft von Mystikerinnen vergangener Jahrhunderte verknüpften, durch ihren gleichzeitigen A cappella-Gesang ein absolut ungewöhnliches Zirkus Konzertereignis. Hervorgehoben wurde von Schönfeld auch Zirkusinnovator Claudio Stellato, "der mit unserem Festival seit der ersten Ausgabe verbundene Künstler reizt mit jedem seiner Stücke ein Stück weiter aus, was Zirkus alles bedeuten und leisten kann."
Weitere Perlen aus dem Angebot
"Acrobatique de Tanger" am 17./18./19. September, "NoFit State Circus" (23./24.9.) mit Bambusakrobatik, "Arbo" von "!OKBUM!" zeigt (21./22.9.) in einem Metallwürfel die Vereinigung von Akrobatik, Technologie und Fantasie, das Duo Jef Everaert und Marica Marinoni mit einem Metallrad (17./18.9.) - und auch wieder einen Kinder- und Familiennachmittag (mit freiem Eintritt am 20.9.)
Wie Schönfeld ist auch Belschner ganzjährig in den internationalen Zirkusnetzwerken unterwegs, um die welt- und europaweit, allmählich sich aber auch in Deutschland prächtig entwickelnde Kunstform zu beobachten - und um die Künstler auch nach Karlsruhe zu bringen. Eröffnet wird "Atoll" in diesem Jahr am Donnerstag, 17. September, durch die Groupe "Acrobatique de Tanger" mit dem Stück "KA-IN". Mit atemberaubender Körperlichkeit, Leichtigkeit und Humor verbindet das 13-köpfige Ensemble waghalsige marokkanische Menschentürme und Salti ohne doppelten Boden mit urbanen Bewegungsformen wie Parkour und Breakdance. Die französische Regisseurin Raphaëlle Boitel hat "KA-IN" als Zirkusballett angelegt und in ein modernes Setting mit einem großartigen Lichtdesign gesetzt.
Tolle Einblicke in die Zirkuskunst
Wie in den Vorjahren bietet "Atoll" einen tollen Einblick auf die internationale Zirkusszene, was auch die Vielfalt des Genres dokumentiert und für verschiedenste Geschmäcker vielfältige und vielfach einmalige Erlebnisse bietet. Dazu gibt es in diesem Jahr im "Atoll"-Programm auch zahlreiche Stücke, die in weniger als einer Stunde künstlerisch auf den Punkt kommen. Vorteil für Besucher: Man kann sich an einem Tag auch einmal mehrere Stücke anschauen, erlebt so eine kleine "Zirkus-Rundreise".
Infos und Programm unter unter www.atoll-festival.de
Autor:Jo Wagner |