DHBW Karlsruhe
Jüngste Professorin lehrt im Studiengang Informatik
- Foto: Foto: privat, DHBW//KA bearb. m. KI
- hochgeladen von Susanne Diringer
Mit 32 Professorin: Prof. Dr. Claudia Drayß verstärkt die Informatik an der DHBW Karlsruhe
Die Karlsruherin ist die jüngste Professorin der Hochschule und bringt Forschung, internationale Erfahrung und Industriepraxis in die Lehre ein.
Seit dem 1. Januar 2026 ist Prof. Dr. Claudia Drayß (geb. Nagel) mit 32 Jahren als jüngste Professorin an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe im Studiengang Informatik (Fakultät Technik) tätig. Mit ihren Schwerpunkten in der Kommunikations- und Netztechnik bringt sie wissenschaftliche Exzellenz, internationale Erfahrung und fundierte Industriepraxis in die Lehre ein.
Vom Karlsruher Girl’s Day zur Professur: Ein Werdegang in der Fächerstadt
Prof. Dr. Claudia Drayß ist in Heidelberg geboren und in Karlsruhe aufgewachsen. Schon als Kind wollte sie naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge erforschen und verstehen. „Interesse für Technik hatte ich schon immer. Mein Vater war Ingenieur bei den Stadtwerken in Karlsruhe und hat mich in der 8. Klasse dort mal zum Girl’s Day angemeldet – bei dieser Gelegenheit habe ich beispielsweise auch zum ersten Mal gelötet“, berichtet sie.
Ihre schulische Laufbahn absolvierte sie am Bismarck-Gymnasium in Karlsruhe. Dort entdeckte sie auch ihre Begeisterung für Informatik: „In der Oberstufe hatte ich Informatik als freiwilliges Wahlfach gewählt, ohne davor jemals programmiert zu haben. Ich war neugierig, wie Programme grundlegend aufgebaut sind und wie man sie selbst entwickeln kann.“
Wissenschaftliche Tiefe und industrielle Praxis
Im Anschluss studierte sie Elektro- und Informationstechnik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wo sie sich auf Signalverarbeitung und Medizintechnik spezialisierte. Während ihrer Promotion am Institut für Biomedizinische Technik forschte sie an computergestützten Herzmodellen: „Ich habe Computermodelle und -simulationen des Herzens entwickelt und analysiert, um mit Machine-Learning-Verfahren Risikomarker für Vorhofflimmern in EKG-Signalen zu identifizieren.“ Besonders prägend war für sie bereits in dieser Zeit die Arbeit mit Studierenden: „Die Betreuung von Abschlussarbeiten und der Austausch mit der wissenschaftlichen Community haben mir sehr gut gefallen.“
Nach ihrer Promotion sammelte sie wertvolle Praxiserfahrung in der Industrie als Embedded Software Engineer bei Getinge in Rastatt. Dort arbeitete sie an der Softwareentwicklung für vernetzte Medizingeräte und gewann Einblicke in reale Anwendungen der Kommunikations- und Netztechnik: „Da auch der OP-Tisch mit anderen Geräten im Krankenhaus Daten austauscht, konnte ich wertvolle Einblicke aus der Praxis erhalten.“
Lehre als Herzensangelegenheit und Impulsgeber
Der Weg zurück in die Lehre begann zunächst nebenberuflich: Seit Januar 2025 war sie als Lehrbeauftragte an der DHBW tätig. „Ich wollte den kommunikativen Part und die Wissensvermittlung weiter in meinen beruflichen Alltag integrieren“, erklärt sie. Trotz hoher Arbeitsbelastung habe ihr die Lehre große Freude bereitet: „Das Feedback von den Studierenden war super – daher wollte ich das gerne hauptberuflich machen.“
Was sie zur Professur bewegt hat, ist klar: „Ich ziehe viel Motivation daraus, dass ich mit meiner Arbeit einen sinnvollen Beitrag leiste.“ Besonders wichtig ist ihr dabei auch die Rolle als Identifikationsfigur: „Ich nehme mich der Aufgabe an, ein nahbares Vorbild für (angehende) Studierende zu werden.“
An der DHBW Karlsruhe schätzt sie vor allem die enge Verzahnung von Theorie und Praxis sowie den direkten Kontakt zu den Studierenden: „Kleine Kursgrößen ermöglichen es, individuell auf Stärken und Schwächen einzugehen.“ Zudem eröffne die Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen die Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen unmittelbar in die Lehre zu integrieren.
Zukunft gestalten und Grenzen überwinden
Inhaltlich legt Prof. Dr. Drayß großen Wert auf die Vermittlung zukunftsrelevanter Kompetenzen. Dazu gehört auch der reflektierte Umgang mit neuen Technologien: „Die Integration von KI-Tools ist in fast allen Firmen bereits gängige Praxis – der Umgang damit soll aber verantwortungsbewusst und überlegt stattfinden.“
Auf die Frage, was die meisten Menschen wohl nicht von ihr erwarten würden, nennt sie ihre Leidenschaft für ausgedehnte Radreisen. Abseits von Hörsaal und Forschung tauscht sie den Schreibtisch gerne gegen den Fahrradsattel: „Vor ein paar Jahren habe ich das Radreisen für mich entdeckt und bin seitdem unter anderem von Karlsruhe nach Marseille und Kopenhagen gefahren.“
Jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen gibt sie eine klare Botschaft mit auf den Weg: „Traut euch, Neues auszuprobieren und seid neugierig.“ Gerade in technischen Bereichen sei es wichtig, mutig voranzugehen: „Wenn ihr ein Ziel habt, haltet daran fest, sucht euch Unterstützung und lasst euch nicht davon abschrecken, auch mal außerhalb der Komfortzone zu agieren.“
https://www.karlsruhe.dhbw.de/
Autor:Susanne Diringer aus Karlsruhe |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.