Erste senkrechte Photovoltaik auf städtischem Gründach in Karlsruhe
- Eine vertikale PV-Anlage, wie hier auf dem Dach der Kita "les petits amis", bringt einige Vorteile mit sich
- Foto: Stadt Karlsruhe, HGW, Thomas Gillich
- hochgeladen von Presse fokus.energie e.V.
Photovoltaik und Begrünung auf Flachdächern sind seit über zehn Jahren Standard auf städtischen Gebäuden wie Schulen oder Kindergärten. Nun erfolgte mit der Inbetriebnahme eines Pilotprojektes ein weiterer Schritt durch die Stadtverwaltung: Erstmals wurde auf einem vorhandenen Gründach, auf der Kindertagesstätte „les petits amis“, eine Photovoltaik errichtet und in Betrieb genommen, deren Module senkrecht - statt flach stehen. „Das System hat viele Vorteile gegenüber der bisherigen leicht geneigten Aufstellung der Module", so Projektleiter Oleg Mininkov: "Die Anlage wiegt nur etwa die Hälfte der bisherigen Systeme. Dadurch ist sie für mehr Dächer geeignet, besteht aus kleineren, leichter montierbaren Metallprofilen und Solarmodulen, was die Errichtung vereinfacht.“
Vorteil Ausrichtung
Der größte Vorteil sei jedoch, so die Mitteilung, dass die senkrecht stehenden Photovoltaikmodule von beiden Seiten gleichermaßen die Sonne von Osten und Westen in Strom verwandeln können. „Damit fangen wir mehr Energie am Vormittag und Nachmittag ein und können damit mehr Strom im Gebäude selbst nutzen“, so Mininkov. Das neue System vermeide eine maximale Erzeugung zur Mittagszeit, die meist nicht genutzt werden kann, und erspare in diesem Faall der Stadtkasse Mehrkosten für den Strombezug aus dem Netz.
Vorteile auch für Grünpflege
„Das senkrechte Stellen der Module ermöglicht eine bessere Zugänglichkeit der Dachbegrünung für unsere Unterhaltungspflege, die jedes Gründach regelmäßig benötigt", Katrin Helmchen, stellvertretende Leiterin des Gartenbauamtes: "Mit dieser Lösung muss niemand mehr unter Solarmodulen mühsam aufwachsendes Grün bearbeiten.“
Blick auf die Anlage
Die in kurzer Zeit fertiggestellte Anlage besteht aus 150 senkrechten Modulen, die zusammen eine elektrische Leistung von 24 Kilowatt erzeugen können. In einem Jahr kann diese Anlage damit bis zu 21.000 Kilowattstunden Strom bereitstellen – etwas mehr, als eine Einrichtung in dieser Größe verbraucht.
Weitere drei Projekte seien bereits für den Ausbau mit vertikal stehenden Modulen auf Gründächern bestimmt und in Planung. Diese Lösung werde den Photovoltaik-Zuwachs der Stadtverwaltung Karlsruhe weiter verbessern. Das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft (HGW) habe mit einer installierten Leistung von 845 Kilowatt im vergangenen Jahr ähnlich wie bereits 2024 seine Ausbaurate pro Jahr mehr als vervierfacht, so die Selbstverpflichtung aus dem „Klimaschutzkonzept 2030" übertroffen.
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