Karlsruhe geht gegen Autoposer vor: Kontrollen, Abschleppen, beschlagnahmtes Auto
- Bei gemeinsamen Kontrollen von Polizei und Ordnungsamt standen am Abend unter anderem Lärm und illegales Tuning im Fokus.
- Foto: Stadt Karlsruhe, Boris Burghardt
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Karlsruhe. Wer abends mit lautem Motor und getuntem Wagen durch die Innenstadt „posen“ will, muss in Karlsruhe wieder stärker mit Kontrollen rechnen. Polizei und Ordnungsamt haben am Freitagabend, 4. September, gemeinsam in der Szene kontrolliert und dabei unter anderem Fahrzeuge abschleppen lassen, Verstöße geahndet und ein Auto beschlagnahmt.
Die Szene trifft sich in der Innenstadt laut Polizei unter anderem rund um den Europaplatz, die Stephanienstraße, die Amalienstraße und den Erbprinzenhof. Dort hatten sich Anwohnerinnen und Anwohner laut Stadt mehrfach über Lärm beschwert. Der Erbprinzenhof bietet nach Darstellung der Beteiligten mit seiner Wendeschleife Bedingungen, die für „Poser“ besonders attraktiv sind.
Fünf Autos im Erbprinzenhof abgeschleppt
Das Ordnungsamt kontrollierte vor allem parkende Fahrzeuge, die Polizei zog verdächtige Autos aus dem fließenden Verkehr. Im Erbprinzenhof ließ das Ordnungsamt am Abend fünf Fahrzeuge abschleppen. 59 weitere Anzeigen folgten wegen Ordnungswidrigkeiten. 19 davon betrafen Lärm- und Abgasverstöße. Die übrigen Anzeigen bezogen sich laut Bericht unter anderem auf Fahrten in der Fußgängerzone der Erbprinzenstraße sowie auf Halte- und Parkverstöße.
Zum Vorgehen im Erbprinzenhof erläutert die Stadt: In der eingeschränkten Haltverbotszone verwarnen die Kräfte zunächst mit 25 Euro. Nach einer Stunde steigt das Verwarnungsgeld auf 40 Euro. Außerdem prüft das Team eine Abschleppmaßnahme und fragt dafür zunächst die Halterdaten ab. Wohnt die Halterin oder der Halter in der Nähe, klingeln die Kräfte nach Möglichkeit, damit das Auto weggefahren werden kann. Bleibt das erfolglos, beauftragt das Ordnungsamt ein Abschleppunternehmen. Die Kosten trägt die Halterin oder der Halter.
In der Stephanienstraße blitzte das Ordnungsamt zwischen 19 und 23 Uhr 28 Fahrzeuge. Erlaubt sind dort 30 km/h.
Die Polizei kontrollierte rund um den Europaplatz zwischen 17.30 Uhr und 2 Uhr 108 Fahrzeuge und stellte 34 Verstöße fest, darunter Lärm- und Abgasbelästigung sowie illegales Tuning. Die Beamten nahmen zudem einen jungen Erwachsenen vorläufig fest, der ohne Führerschein unterwegs war und nach Angaben der Polizei zunächst falsche Personalien nennen wollte. Die Polizei stellte außerdem bei einem Verkehrsteilnehmer Alkoholeinfluss fest. Ein weiterer leistete Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.
Ein besonders lautes Fahrzeug, dessen Lärm laut Bericht rund 40 Dezibel über den im Fahrzeugschein eingetragenen Werten lag und dessen Abgasanlage manipuliert schien, beschlagnahmte die Polizei. Für unnötigen Lärm nennt der Bericht ein Bußgeld von 80 Euro und einen Punkt in Flensburg.
Eine weitere gemeinsame Aktion fand am Freitag, 11. September, statt. Dabei stellten die Beteiligten 78 Verstöße fest, 37 davon in den Bereichen Posing oder Fahrzeugmanipulation. Bei drei Fahrzeugen waren die Veränderungen nach Angaben der Beteiligten so gravierend, dass die Betriebserlaubnis erloschen war. Bei Geschwindigkeitsmessungen an der Ludwig-Erhard-Allee registrierte das Ordnungsamt bei erlaubten 50 km/h 25 Verstöße. Zwei Fahrzeuge maß das Team mit über 90 km/h.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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