Schiri-Wut auf dem Betze: „Bodenlos“-Auftritt überschattet verdiente FCK-Niederlage

Auch FCK-Sportdirektor Marcel Klos war mächtig bedient und attestierte dem Schiedsrichter eine bodenlose Leistung | Foto: Ralf Vester
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FCK. So sehr sind Fans, Spieler und Verantwortliche auf dem Betze schon lange nicht mehr aus dem Sattel gegangen wegen einer Schiedsrichterleistung. Vor allem die Zuschauer spuckten schon zur Pause und erst recht nach dem Spiel Gift und Galle angesichts der zahlreichen fragwürdigen Entscheidungen von Dr. Florian Exner.

Eins schon mal vorab: Der 2:1-Sieg des SC Paderborn 07 beim 1. FC Kaiserslautern geht aus sportlicher Sicht absolut in Ordnung. Die Gäste waren einfach die bessere, reifere Mannschaft, gegen die die Hausherren kaum Mittel und Wege fanden, um zum Erfolg zu kommen. Aber das Schiedsrichter-Thema überschattete letztlich die gesamte Partie.

Für die aufgebrachten FCK-Anhänger hatte schon die aufgrund der räumlichen Nähe zum Verein aus Ostwestfalen unglückliche Ansetzung eines Referees aus Nordrhein-Westfalen ein gewisses Geschmäckle. Bereits in der 6. Minute gab’s den ersten Aufreger, als Norman Bassette im Strafraum zu Fall kam und der erwartete Elfmeter-Pfiff ausblieb.

Wilde Minuten vor der Pause

Unmittelbar vor der Pause überschlugen sich dann die Ereignisse. Atanas Chernev brachte direkt an der Strafraumgrenze Stefano Marino zu Fall. Es war eine zweifelhafte Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen. Calvin Brackelmann drosch den Freistoß wuchtig zum 1:0 für Paderborn in die Maschen (45+7). Danach wurde es richtig wild.

Erst sah Julian Krahl wegen Meckerns die Gelbe Karte, dann echauffierte sich FCK-Trainer Torsten Lieberknecht derart, dass er nach dem Pausenpfiff erst Gelb und dann Rot sah und damit auf die Tribüne verbannt wurde. Der Betze brodelte. Mit Wut im Bauch begannen die Roten Teufel auch mit Elan die zweite Halbzeit, ohne jedoch richtig gefährlich zu werden.

Weiterer Aufreger in der Nachspielzeit

Die Ostwestfalen hatten in der Folge mehrfach die Vorentscheidung auf dem Fuß, ehe das Unheil für den FCK in der Nachspielzeit endgültig seinen Lauf nahm. Kennedy Okpala kam im Strafraum durch Fabian Kunze leicht zu Fall, auch eine Hand war dabei im Spiel. Exner entschied auf Elfmeter und blieb selbst nach minutenlangem VAR-Intermezzo und Bildschirm-Studium dabei. Filip Bilbija verwandelte zum 2:0 (90+5). Die Messe war damit gelesen, auch wenn Kenny Prince Redondo noch den 1:2-Anschlusstreffer (90+7) erzielte und der FCK noch einmal alles nach vorne warf.

„Bodenlos“ war nach dem Spiel die meistgebrauchte Bezeichnung für die Leistung des Unparteiischen bei Spielern, Trainer und Sportdirektor. Sie fühlten sich zwar reichlich verpfiffen, aber erkannten auch die letztlich bessere Vorstellung des SC Paderborn und die verdiente Niederlage. An der Moral und Leidenschaft hat's nicht gelegen, spielerisch fanden die Pfälzer eben keine Mittel, um das Spitzenteam ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Es zeigte sich wieder einmal, dass es schlicht für ganz oben nicht reicht.

Aufstieg passé – Kämpfen um das TV-Geld

Das Thema Aufstieg hat sich trotz punktemäßig schwächelnder Spitzengruppe endgültig erledigt, zu Platz 5 klafft schon eine Lücke von acht Zählern. In den restlichen zehn Spielen kann es daher eigentlich nur darum gehen, im Optimalfall Rang 6 mit Klauen und Zähnen zu verteidigen, um in der Tabelle der TV-Gelder bestmöglich abzuschneiden und nicht noch wertvolle Plätze einzubüßen. Die nächste Aufgabe für den FCK: Am kommenden Samstag, 4. März, 20.30 Uhr, im altehrwürdigen Ruhrstadion gegen den Bundesliga-Absteiger VfL Bochum. rav

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Auch FCK-Sportdirektor Marcel Klos war mächtig bedient und attestierte dem Schiedsrichter eine bodenlose Leistung | Foto: Ralf Vester
Trainer Torsten Lieberknecht musste sich die zweite Halbzeit auf der Tribüne ansehen | Foto: Jens Vollmer
Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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