Park(ing) Day auf dem "Gartenplatz": „Stadt für Menschen statt für Autos“

Wird am Park(ing)day mit einem bunten Programm belegt: der "Gartenplatz" | Foto: Peter Ott/gratis
  • Wird am Park(ing)day mit einem bunten Programm belegt: der "Gartenplatz"
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Kaiserslautern. Am Samstag, 20. September 2025, findet der Park(ing) Day in Kaiserslautern unter dem Motto „Stadt für Menschen statt für Autos“ statt. Von 14 bis 22 Uhr lädt ein Aktionsbündnis aus KlimaLautern e.V., dem Eselsohr (Infoladen und Kulturtreff), den Naturfreunden KL, dem DAV e.V. (Deutscher Alpenverein), den Architects for Future KL, der Mobilen Jugendarbeit KL und der Bürgerinitiative Stadt für Alle zu einem Straßenfest auf der Richard-Wagner-Straße von Ecke Brahmsstraße bis Ecke Weberstraße ein. Sie verwandeln den „Gartenplatz“ (Ecke Richard-Wagner-Straße, Brahmsstraße) in einen Raum für Begegnung und zum Verweilen.

Weg vom Auto, hin zu Menschen

Besuchende sind eingeladen, an einem bunten Programm mit Infoständen von Vereinen und der Stadt, Workshops sowie Live-Musik teilzunehmen und gemeinsam zu verweilen, um den zurzeit namenlosen Platz zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurückzuführen. Ziel ist es, auf eine nachhaltige Stadtplanung aufmerksam zu machen, weg von der Auto-Zentrierung hin zu einem lebendigen Raum für Menschen. Der internationale Park(ing) Day zeigt, wie schnell und einfach städtische Räume neugestaltet werden können, um Begegnungen und Interaktionen zu fördern.

Heute stehen hier Glascontainer und Autos, dazwischen liegt oft Müll und es ist kein Durchkommen, so die Organisatoren. Das sei alles andere als die Vision, die Eugen Bindewald, Kaiserslauterns berühmter Stadtplaner, für seinen „Gartenplatz“ hatte. Etwa ein Jahrhundert bevor Klimawandel, Feinstaubbelastung und Flächengerechtigkeit überhaupt zu Diskussionsthemen wurden, wusste Bindewald von der Wichtigkeit von begrünten Begegnungsorten. Kein Schild, keine Bank, keine freundlichen Begegnungen, nur noch die Bäume erinnern an Bindewalds Idee und spenden Schatten.

Menschenfeindliche Straßen

„Heute wissen wir auch, dass der Klimawandel und die Versiegelung unserer Städte vor allem an heißen Tagen Straßen zu menschenfeindlichen Orten verwandeln, die den zukünftigen immer häufigeren Extremwetter-Ereignissen nicht gewappnet sind. Dass das nicht unumgänglich ist, zeigen Städte, die ihre Klimaanpassung vorantreiben wie Paris oder Kopenhagen. Dabei erweist sich als wichtigste Strategie, den Mensch anstelle des Autos in das Zentrum der Planung zu stellen“, sagt Thomas Schweickert, Sprecher des Organisationsteams.

„Denn da, wo das Auto weicht, werden Plätze frei für öffentlichen Nahverkehr, sichere Fahrradwege und ungehinderten Fußverkehr. Für Kinder und Jugendliche, aber auch alle anderen Menschen ohne PKW, eröffnen sich Treffpunkte und Begegnungsorte ganz ohne Konsumzwang. Kühlendes Grün schafft Orte zum Verweilen und säubert die Luft in der ganzen Nachbarschaft.“

Im Rahmen des Park(ing) Days wird temporär Fläche für Menschen statt für Autos umgenutzt. Die so erschaffenen autofreien Freiräume laden zum Verweilen, Kommunizieren und Musizieren ein. Auf dem Gartenplatz und der Brahmsstraße warten ein mobiler Spielplatz, eine Fahrradreparaturwerkstatt, ein Umsonstflohmarkt und verschiedene Informations- und Mitmachangebote auf Interessierte.

Vision: Sichere Mobilität

Das Tagesprogramm wird auf den Homepages und Social Media der beteiligten Gruppen zu finden sein. „Unsere Vision ist es einerseits, Flächen gerecht zu verteilen, um sichere und unbeschwerte Mobilität für alle Menschen im Straßenverkehr zu gewährleisten. Andererseits streben wir an, attraktive Räume für Interaktionen vor unseren Haustüren zu fördern. Wir wollen dazu anregen, zukünftige Generationen und ihre enormen Herausforderungen bei der Stadtplanung mitzudenken und ein gesundes Leben in Kaiserslautern zu ermöglichen“, erläutert Schweickert. „Nachhaltige Mobilität ist überall möglich, egal wie klein der Ort oder wie gering die Ressourcen – so lautet auch die Botschaft der diesjährigen Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September, einer Initiative der Europäischen Kommission, an der die Stadt Kaiserslautern auch in diesem Jahr wieder teilnimmt.“

Der Park(ing) Day ist wie im letzten Jahr Teil des Programms, mit dem sich die Stadt an der Aktionswoche beteiligt. Die Stadt hat das Aktionsbündnis in diesem Jahr bei der Genehmigung des Platzes unterstützt. red/lmo

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Autor:

Monika Klein aus Kaiserslautern

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