Neues Wohnprojekt in Weilerbach: So könnten Jung und Alt künftig zusammenleben
- Auf dem Grundstück in der Obergasse könnte in den kommenden Jahren das neue Wohnprojekt Weilerbach entstehen
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Weilerbach. Wohnraum schaffen und gleichzeitig das Miteinander stärken: In Weilerbach soll ein generationenübergreifendes Wohnprojekt entstehen. Familien, Senioren, Alleinstehende und Menschen mit Beeinträchtigungen sollen dort künftig ein Zuhause finden. Bevor konkrete Pläne entstehen, sind die Bürger gefragt. Bei einem Infoabend können sie ihre Ideen und Wünsche einbringen.
Von Monika Klein
Was ist gewünscht? Was soll entstehen? Wo liegen die Bedarfe? Um diese und weitere Fragen geht es an dem Infoabend, der am Mittwoch, 17. Juni, um 18 Uhr im Foyer des Weilerbacher Bürgerhauses stattfindet. Alle Bürger sind dazu eingeladen, um sich mit Ideen und Anregungen einzubringen. Damit wollen Verbands- und Ortsgemeinde das Ohr nahe an den Bürgern haben, um das Projekt an deren Vorstellungen und Wünschen auszurichten.
"Miteinander wohnen – füreinander da sein", so umschreibt Ortsbürgermeister Jochen Kassel den Leitgedanken dahinter. Dieser Leitgedanke ähnelt dem Konzept von "Nils – Wohnen im Quartier" der Bau AG aus Kaiserslautern, hinter dem Gabriele Gehm steht.
Sie gehört neben Verbandsbürgermeister Ralf Schwarm, dem Kreisbeigeordneten Peter Schmidt, dem Ortschef, dem Ortsbeigeordneten Andreas Gröhbühl und weiteren Vertretern der Ortsgemeinde und Beratern zu der rund zehnköpfigen Projektgruppe. Mit im Boot ist ebenfalls das Büro "Stadt Beratung Dr. Sven Fries", das den Prozess begleitet.
Grundstück in der Obergasse steht bereits fest
Für das Vorhaben steht ein 1400 Quadratmeter großes Grundstück in der Obergasse in unmittelbarer Nähe zur Straße Falltor zur Verfügung. Es liegt direkt neben dem Radweg, der durch die Gemeinde führt. Eigentümerin ist die Verbandsgemeinde, ein Bebauungsplan existiert nicht.
- Das Grundstück für das geplante Wohnprojekt befindet sich mitten in einem Wohngebiet von Weilerbach. Der Radweg führt direkt vorbei
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Dass dieses Areal mitten in einem Wohngebiet und nicht außerhalb liegt, sieht Kassel als Vorteil an, denn: "Es soll auch eine Anlaufstelle mit Beratung und Veranstaltungen, ein Raum der Begegnung entstehen", erläutert er.
Generationenübergreifendes Wohnen mit Begegnungsangeboten
Als Beispiele nennt er eine Gemeinschaftsküche, Beratungs- und ehrenamtliche Angebote oder Plaudertreffs, eben Möglichkeiten, die die Menschen niederschwellig zusammenbringen und so einer sozialen Vereinsamung älterer oder beeinträchtigter Mitbürger entgegenwirken. Hierbei könnten auch die Fahrdienste der Bürgerbusse von Orts- und Verbandsgemeinde eine wichtige Rolle einnehmen.
Gleichzeitig soll mit dem barrierefreien Wohnprojekt ermöglicht werden, dass insbesondere ältere Mitbürger möglichst lange und selbstständig in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können und versorgt sind.
Fragebogenaktion für alle Bürger
Mitte Mai hatte die Ortsgemeinde, die das Projekt federführend betreut, Vertreter von Vereinen und Organisationen zu einem Treffen eingeladen. Ziel war es einerseits, herauszufinden, ob und wie sie sich einbringen können. Andererseits ging es darum, welche Strukturen dafür vorhanden sein müssen.
Schon zuvor war eine Umfrage im Amtsblatt "Weilerbach aktuell" gestartet worden, die sich an alle Bürger richtet. Sie konnte handschriftlich oder online noch bis 30. Juni online über einen QR-Code ausgefüllt werden.
Weilerbach ist Modellkommune im Landesprogramm
Als eine von landesweit sieben Kommunen ist Weilerbach in dieser Förderperiode als Modellstandort für das Landesprogramm „WohnPunkt RLP – Wohnen mit Teilhabe“ ausgewählt worden. Im Februar wurde der Kooperationsvertrag mit dem rheinland-pfälzischen Sozialministerium unterzeichnet.
Das Projekt ist in drei Phasen unterteilt, wobei die erste Phase, die einjährige Gestaltungsphase bereits Anfang des Jahres begonnen hat. Sie beinhaltet das Einbeziehen der Bürgerschaft sowie der Vereine und Gruppen und das Sammeln von Vorschlägen und Ideen. Die Begleitung durch das Büro "Stadt Beratung Dr. Sven Fries GmbH" wird vom Land gefördert, die Ortsgemeinde trägt einen Eigenanteil von 2500 Euro.
Darauf folgt eine maximal zweijährige Umsetzungsphase. In der letzten Phase, der Wohnphase, erhält die Kommune sechs Monate lang Unterstützung und Moderation bei der Selbstorganisation und den Fragen, die rund um den Einzugstermin entstehen.
Finanzierung und konkrete Planung noch offen
"Vieles ist noch offen", sagt Kassel. Vor allem sei die Finanzierung des Wohnprojekts noch nicht geklärt, wobei mehrere Optionen offenstehen. Beispielsweise könne eine Genossenschaft gegründet werden. Auch stehe noch nicht fest, ob der Bau innerhalb des Zeitfensters realisiert werden könne, da nach Abschluss der ersten beiden Phasen laut der Vereinbarung jeweils eine Bewerbung für die nächste erforderlich ist. Ein zwischenzeitliches Pausieren sei jedoch möglich, weist er hin.
- Ortsbürgermeister Jochen Kassel setzt beim Wohnprojekt Weilerbach auf die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger
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Doch zunächst werden die Ergebnisse der Umfrage und der beiden Infoveranstaltungen ausgewertet und analysiert. "Dann können wir gucken, was und nach welchen Wünschen gebaut werden soll", so der Ortschef.
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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