Verheiratet mit den Verlobten durch Italien
Girolamo Emiliani & Rocca
- Irene Alberti auf dem Castello dell'Innominato
- Foto: Stephan Alberti-Riedl
- hochgeladen von Stephan Alberti-Riedl
In Manzonis Roman Die Verlobten werden Lucia und Renzo getrennt. Nachdem Lucia von der Monaca (Mönchin) von Monza verraten wurde, wurde sie in die Burg des Innominato (Namenlosen) gebracht. Dort sollten Don Rodrigos Schergen sie abholen. Lucia, obwohl bereits verlobt, betete zu Gott und legte ein Gelübde ab: Sollte sie hier heil rauskommen, würde sie für den Rest ihres Lebens nicht mehr heiraten. Ein Wunder geschieht daraufhin: Der Innominato, berührt von Lucias Glauben, redet mit dem örtlichen Geistlichen, wird zum christlichen Glauben bekehrt und lässt Lucia gehen.
Viele Spekulationen ranken sich, wer wohl als Vorlage für den Innominato gedient haben dürfte. Laut Manzoni selbst ist es wahrscheinlich Bernardino Visconti, ein Feudalherr von Brignano im 17. Jahrhundert, der mit seinen Leuten Morde verübt haben soll. Nach ihm wurde damals als Bandit gefahndet. Wie der Innominato, so soll auch Visconti sich im höheren Alter zum Glauben bekehrt und seine letzten Jahre in einem Kloster zugebracht haben.
Passenderweise führt ein schön gestalteter Pfad zu Ehren von Girolamo Emiliani zur Burg des Innominato. In Somasca, ein paar Kilometer südlich von Lecco, findet sich die Kirche, die Emiliani gewidmet ist. Er war ein Venezianer, der im 16. Jahrhundert als Soldat diente, sich aber nach seiner Gefangenschaft der Armen- und Waisenfürsorge widmete. Er gründete die Gemeinschaft der Somaschi.
Von der Kirche aus führt über eine Gasse ein Weg zum Sacro Monte (Heiliger Berg) di Somasca. Ein Kapellenweg zeigt Szenen aus Girolamo Emilianis Leben: Unter anderem mit Terrakottafiguren.
Dieser Weg war für uns gut zu bewältigen, wenn auch die Scala Santa (Heilige Treppe) von uns am Schluss einiges abverlangte. Sie führte uns zur Valletta, eine kleine Kirche direkt an der Felswand. Dort tranken wir Wasser aus der Quelle, die laut Überlieferung durch ein Wunder Emilianis entstanden sein soll, damit seine Schützlinge Wasser hatten.
Bereits hier hatten wir einen fantastischen Blick auf die Landschaft.
Über weitere Treppen gelangten wir schließlich auf die Burg des Namenlosen, in deren Mitte sich ein riesiges Kreuz befindet.
Als Manzoni-Begeisterte war dieser Ausflug quasi Pflicht. Wer sich weniger für Manzoni interessiert, kann mit der Valletta vorlieb nehmen.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.