Orgelkonzert mit Organistin Lisa Hummel in der Marienkirche
Werke von Bach, Brahms, Albright und Reubke

Organistin Lisa Hummel

Orgelkonzert. Am Sonntag, 1. März, gastiert die junge, preisgekrönte Organistin Lisa Hummel an der Marienkirche Kaiserslautern und gibt an der großen Klais-Orgel aus dem Jahre 1904 ein Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms, Willliam Albright und Julius Reubke. Das Konzert beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Spenden sind erwünscht.
Programmatisch orientieren sich die Werke des etwa 60-minütigen Orgelkonzerts an der österlichen Bußzeit.
Zu Beginn spielt Lisa Hummel das „Präludium und Fuge in e-moll, BWV 548“ von Johann Sebastian Bach. Dieses so genannte „große e-moll-Präludium“ gilt als Gipfelpunkt des Schaffens des barocken Meisters. Formen wie Fuge und Konzert, strenge und freiere Formen, Schwermütigkeit und Leichtigkeit wechseln sich in diesem Werk, das doch so unmittelbar und übersichtlich beim Hörenden ankommt, ab.
Nach diesem musikalisch und formal vielschichtigen Werk Bachs stellt die junge Künstlerin drei Choralvorspiele aus den „Elf Choralvorspielen op .11“ von Johannes Brahms (1833-1897) vor. „O Welt ich muss dich lassen“, „O Gott, du frommer Gott“ und „Herzlich tut mich verlangen“ stimmen mit ihrer romantischen Harmonik auf die Fastenzeit ein.
Der amerikanische Komponist, Pianist und Organist William Albright (1944-1998) ist hierzulande nahezu unbekannt. Seine Musik sucht eine Verbindung „klassischer“ Musik mit Einflüssen der amerikanischen Popularmusik. Albright war ein großer Freund des Ragtime und nahm zahlreiche CDs als Pianist mit Musik von Scott Joplin auf. Er studierte auch in Paris bei Olivier Messiaen, der einen großen Einfluss auf sein kompositorisches Wirken hatte. Lisa Hummel spielt im Konzert „Jig for the feet“ und „Nocturne“ aus dem „Organbook III“.
Das Konzert beschließt das wohl wichtigste Orgelstück des 19. Jahrhunderts: „Der 94. Psalm“ von Julius Reubke (1834 – 1858). Das hoch virtuose Werk ist revolutionär, weil es die Tondichtung oder „Sinfonische Dichtung“, die aus der Gattung der orchestralen Musik stammt, auf die Orgel überträgt. Eine düstere, gar unruhige Stimmung zeichnet Julius Reubke in dieser „großen Orgelsonate in c-moll“. Er war Schüler von Franz Liszt und starb mit 24 Jahren.
Im Anschluss an das Konzert findet in der Kirche ein lockerer Stehempfang statt, bei dem auch die Möglichkeit zum Austausch mit der Organistin besteht.
Die große Klais-Orgel der Marienkirche Kaiserslautern aus dem Jahre 1904 ist ein technisches, architektonisches und musikalisches Denkmal. In Fachkreisen als romantische Orgel hochgeschätzt, hat Prof. Dr. Friedrich W. Riedel in seinem Gutachten im Jahre 2000 festgestellt: „Es handelt sich bei der Orgel von St. Maria schlechthin um eine der ganz wenigen großen pneumatischen Kegelladen-Orgeln, die in Deutschland bis in die Gegenwart erhalten geblieben sind. Darüber hinaus zählt das Instrument zu den heute als Raritäten zu bezeichnenden, weitgehend unverändert bewahrten Monumentalorgeln aus der Zeit um die Jahrhundertwende“.
Der „Orgelverein Pro Musica Sacra St. Maria e.V.“ ermöglicht seit 1998 durch seine Aktivitäten ein vielfältiges musikalisches Spektrum in der Marienkirche. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind aktuell die Unterstützung der Chorarbeit an der Marienkirche sowie das Projekt einer Chororgel für die Marienkirche. Ganzjährig findet eine Konzertreihe mit Künstlern von fern und nah statt.
Lisa Hummel, geboren 1992 in Laupheim, erhielt ihren ersten Orgelunterricht mit sieben Jahren. Sie studierte Schulmusik und Kirchenmusik an der Musikhochschule Freiburg, sowie an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Dort studiert sie zur Zeit im Meisterklassenstudiengang Orgel bei Prof. Martin Schmeding, sowie Orchesterdirigieren bei Prof. Matthias Foremny.
Als Organistin und Chorleiterin pflegt sie eine rege Konzerttätigkeit in Deutschland und im europäischen Ausland. So konzertierte sie unter anderem bereits in der Essener Philharmonie, dem Essener Dom, dem Freiburger Münster sowie in Irland, Frankreich, Polen und Russland.
Lisa Hummel gewann bereits internationale Wettbewerbe und besuchte Meisterkurse für Orgel unter anderem bei Martin Schmeding, Daniel Roth, Gerhard Weinberger, Matthias Maierhofer, Janette Fishell, Jaroslav Tůma, Henry Fairs und Lorenzo Ghielmi. Die Stipendiatin des Cusanuswerks leitete vom Sommersemester 2014 bis zum Sommersemester 2016 den Universitätschor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Von 2006 bis 2014 war sie als Organistin in der Gemeinde St. Petrus und Paulus Laupheim und von 2014 bis 2017 als Kirchenmusikerin in St. Ulrich im Schwarzwald tätig. Seit Mai 2018 leitet sie den Kammerchor ensemble avelarte e.V.ps

Autor:

Ralf Vester aus Kaiserslautern

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