Software für alle kreiseigenen Schulen
Förderantrag für Digitalpakt gestellt

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Landkreis DÜW. Eine bessere digitale Ausstattung für die Schulen im Landkreis: Ein erster Schritt wird durch den Breitbandausbau getan, der auch alle Schulen an das Glasfasernetz anschließt. Einen weiteren Baustein ermöglicht der Digitalpakt von Bund und Land. Hard- und Software können mit bis zu 90 Prozent gefördert werden. Den Förderantrag über insgesamt 4,3 Millionen Euro hat der Kreis im Juli auf den Weg gebracht. Darin enthalten ist zum Beispiel Verkabelung und Vernetzung in den Schulen, Geräte wie interaktive Displays, Dokumentenkameras, 3-D-Drucker, VR-Brillen, Laptops oder Tablets. Außerdem ist eine einheitliche Netzwerklösung der Schulen in Kreisträgerschaft Teil des Antrags. Das Projekt „IServ“ hat sich während der Coronakrise bereits bewährt und wird als erstes umgesetzt.
Bereits im vergangenen Herbst wurde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller Schularten, von IT und Kreisverwaltung gebildet. „Wir wollten wissen, wie wir die Mittel des Digitalpakts am besten nutzen können. Eine Arbeitsgruppe mit allen Schulen war der beste Weg, etwas zu finden, das für jeden eine gute Lösung darstellt“, erklärt Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld. Jede Schule sollte darüber hinaus ein eigenes Medienkonzept entwerfen. Ein Ergebnis dieser Überlegungen ist es, dass nun nach und nach IServ an den Schulen installiert wird. Dies ist ein kostenpflichtiger Schulserver, der den Aufbau eines Schulnetzwerks inklusive Webportal ermöglicht. So werden mehrere Funktionen vereint: Für den Unterricht – auch von zuhause aus – können Wochenpläne und Aufgaben erstellt werden, Abgabetermine können festgelegt werden, es ist möglich, Texte direkt im Webbrowser zu schreiben. Ein Videomodul und ein Messenger ermöglichen sichere Live-Kommunikation. Jeder Nutzer erhält eine Schul-Emailadresse, die mit verschlüsselter Übertragung funktioniert. Wie in einem Firmennetzwerk bekommt jeder Nutzer ein eigenes Verzeichnis, in dem Dateien abgelegt und mit anderen geteilt werden können. Außerdem sind Netzwerk- und Benutzerverwaltung, ein Klausurplan-Modul sowie diverse Kalenderfunktionen integriert. Das Programm ist mit verschiedenen Geräten kompatibel, die Schülerinnen und Schüler können sowohl mit ihren Laptops als auch mit ihren Smartphones damit arbeiten. Und da alles über einen eigenen, gesicherten Schulserver läuft, ist der Datenschutz sichergestellt.
Die Arbeitsgruppe konnte sich im vergangenen Jahr schnell darauf einigen, dass IServ getestet werden sollte. Das übernahm das Leininger Gymnasium (LG) Grünstadt und war begeistert. „Wir wollten ein Programm mit den Schulen beschaffen, das auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist und das haben wir gefunden. Alle Schulen waren nach dem Test und der Vorstellung durch das Leininger Gymnasium überzeugt. Denn es vereint alle benötigten Funktionen, kann mit dem Schulverwaltungsprogramm gekoppelt werden, ist selbsterklärend und einfach zu bedienen.“ Arbeitskreis und Schulleiterdienstbesprechung stimmten daher im Frühjahr für IServ, auch der Kreisausschuss war dafür. Das Produkt wurde direkt angeschafft. Aufgrund der Corona-Sondersituation war dies ohne eine Ausschreibung möglich und konnte schnell geschehen. „Das hat es uns ermöglicht, dass interessierte Schulen sofort mit IServ in der Coronakrise für Home Schooling arbeiten konnten“, erklärt Rolf Kley, Leiter der Schulabteilung beim Kreis. Zwar war der Server bisher nur im LG installiert, aber alle konnten auf eine Cloud-Version des Programms zugreifen, die ähnliche Funktionen hat.
Die Server werden nun nach und nach an den Schulen installiert. „Wir haben die Zusage, dass wir bis zur Einführung von IServ an den einzelnen Schulen die Cloud-Version kostenfrei nutzen können. Dadurch ist das Home Schooling und die Kommunikation gewährleistet“, sagt Kley. Aus der Teststellung am LG Grünstadt wurde schon ein Echtbetrieb. Parallel laufen aktuell die Planungen und Gespräche mit der BBS Bad Dürkheim, wo IServ als nächstes komplett eingesetzt werden soll. Die weitere Umstellung der Schulen erfolgt Zug um Zug in den nächsten Monaten, auch werden parallel die technischen Rahmenbedingungen (Infrastruktur wie Kabel, WLAN etc.) in den Schulen geschaffen.
„Der große Vorteil für den Kreis ist, dass wir dann ein Programm an all unseren Schulen haben. Bisher sind mehrere Lösungen im Einsatz, die unterschiedlichen Support benötigen. In Zukunft kann die Kreis-IT das System verwalten und warten. Hierfür wird eine zusätzliche Stelle geschaffen“, erklärt Kley. Bundesweit nutzen circa 2400 Schulen Iserv, hauptsächlich im Norden Deutschlands. Rechnet man die Cloud-Nutzung mit, sind es 4000 Schulen. ps

Autor:

Kim Rileit aus Ludwigshafen

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