Stadtbücherei Wörth mit Leseförderung für den Deutschen Lesepreis nominiert
- Leseförderung ist wichtig - und die Stadtbücherei Wörth hat dafür ganz eigene Wege entwickelt, die jetzt für den Deutschen Lesepreis nominiert sind
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Wörth am Rhein. Die Stadtbücherei Wörth am Rhein setzt Maßstäbe in der Leseförderung: Ihr Konzept, bekannt als „Wörther Modell“, ist für den Deutschen Lesepreis 2026 nominiert. Jedes vierte Kind verlässt die Grundschule, ohne ausreichend lesen zu können – eine Entwicklung, die zeigt, wie entscheidend frühe Bildungsangebote sind. Genau hier setzt das Wörther Modell an: Durch gezielte Bildungspartnerschaften mit Kitas und Grundschulen schafft die Stadtbücherei den Zugang zur Welt der Bücher schon für die Jüngsten.
Ein innovatives Konzept für nachhaltige Leseförderung
Kern des Modells sind enge Kooperationen mit Bildungseinrichtungen vor Ort. Halbjährliche sprachpädagogische Angebote für Kitas, regelmäßig geplante Klassenbesuche in den Schulbibliotheken und Führungen für alle Grundschulklassen ermöglichen eine kontinuierliche und praxisnahe Leseförderung. 2024 verzeichnete die Stadtbücherei 73 Gruppenbesuche, 17 Kitas nutzen das Angebot aktiv und loben insbesondere das umfassende Medienangebot. Durch die Einrichtung einer schulbibliothekarischen Arbeitsstelle sowie die Bereitstellung von zehn Personalstunden pro Schule werden die Bibliotheken im Ganztagsbetrieb optimal betreut.
Das Modell geht jedoch über klassische Bibliotheksarbeit hinaus: Durch die Einbindung aller Grundschulbibliotheken in ein städtisches Netzwerk bleibt der Medienbestand aktuell, Öffnungszeiten werden zuverlässig angeboten, und während der Besuche werden Lese- und Medienkompetenzen gezielt gefördert. Damit gelingt nicht nur ein nachhaltiger Zugang zu Bildung, sondern auch ein Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit.
Überregionale Anerkennung und Perspektiven
Die Nominierung des Wörther Modells in der Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“ unterstreicht den überregionalen Stellenwert dieser Bildungskooperation. Bürgermeister Steffen Weiß betont: „Das Team hat die Anerkennung seines Engagements mehr als verdient. Die Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas zeigt eindrucksvoll, wie gut die Bildungsarbeit in Wörth am Rhein verzahnt ist.“
Zukünftige Pläne sehen eine Ausweitung der Kooperation auf die Volkshochschule und weitere Kulturveranstaltungen unter dem Projekt „WissensWerk Wörth“ vor, um Synergien zu schaffen und den Zugang zu Bildung niedrigschwellig zu gestalten.
Der Deutsche Lesepreis
Seit 2013 würdigen die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung gemeinsam mit Partnern Projekte, die Leseförderung sichtbar machen und Kinder nachhaltig unterstützen. Mit insgesamt 25.000 € dotiert, werden im Februar 2026 zum 13. Mal Personen und Initiativen ausgezeichnet, die sich mit Kreativität, Mut und persönlichem Einsatz für junge Leserinnen und Leser engagieren. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Dr. Wolfram Weimer und wird von Partnern wie dem Deutschen Städtetag, der Deutschen Fernsehlotterie und der PwC-Stiftung unterstützt.
Rund drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland verfügen nach aktuellen Studien über nur schwache Lesekompetenzen. Initiativen wie das Wörther Modell sind deshalb wichtiger denn je – sie öffnen Kindern die Tür zur Welt der Geschichten und legen den Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben.
Mehr Informationen zum Deutschen Lesepreis: www.deutscher-lesepreis.de
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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