Eigene Rap-Songs über Probleme, Hoffnungen und Ängste
"Rapagogen" mit Street-Credibility setzen "krasse" Impulse

Alexander rappt gemeinsam mit den beiden "Rapagogen" Tobias Schirneck (Mitte) und Andreas Heinrich (rechts) von "Who am I" seinen Text.
  • Alexander rappt gemeinsam mit den beiden "Rapagogen" Tobias Schirneck (Mitte) und Andreas Heinrich (rechts) von "Who am I" seinen Text.
  • Foto: Bauer
  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Germersheim. "Schwester, komm schon, steh auf und erheb Deine Stimme, lass Gedanken freien Lauf und erleb Deine Sinne!" Ein echter Frauenpower-Song ist es, der da im Rahmen eines Rap-Workshops beim CJD in Germersheim entsteht. "Bleib Dir treu, sei Du selbst und verarsche Dich nicht, Du bist perfekt wie Du bist, also bewahr Dein Gesicht."

Die Aufforderung an junge Frauen, das "Gespräch mit der Welt", es wird am letzten Tag des Workshops im Studio aufgenommen werden, wird Bestand haben. "Uns ist es wichtig, dass die jungen Menschen über sich selbst schreiben, über ihre Probleme, Hoffnungen und Ängste, authentisch sind", sagt Tobias Schirneck. Er ist der Gründer von "Who am I", Deutschlands erster pädagogischer Rap-School. In den Texten, die Jugendliche aus CJD-Maßnahmen in Landau und Germersheim geschrieben haben, geht es um die Familie, um falsche Freunde, aber auch um Ungewissheit und Unsicherheit, was die eigene Zukunft angeht.

"Gelinkt wirst Du von Leuten, die angeblich Deine Engsten sind, doch wir müssen lern', dass nur wir Herr über unsere Ängste sind." Auch das ein Satz aus einem der Workshop-Texte. Ein anderer: "Die Gesichter des Lebens tragen Lachen, tragen Trauer, suche Antworten bei Gott, doch allein das Fragen dauert." Oft gibt es am Ende dieser viertägigen Workshops nur einen Text, der in Mannheim im Studio aufgenommen wird, dieses Mal sind es fünf. Alle sehr inbrünstig geschrieben. "Das hat super geklappt dieses Mal",  resümiert der "Rapagoge". "Alle wollen viel erzählen". Er weiß aber auch: "Niemand will das in der ersten Stunde".

Schirneck ist einer mit einem starken Auftreten, einer großen Präsenz. Einer der voran prescht. Konsequent, aber liebevoll. "Wie die Mutti", scherzt er. In ganz Deutschland ist er mit seinem Team an Schulen oder anderen Bildungs- und Sozialeinrichtungen unterwegs. "Ich treffe da immer auf tolle Kids", sagt der Sozialarbeiter mit der Street-Credibility. Und: "Es gibt sehr weise 14-Jährige."  Die Kids, sie können mehr als sie selber wissen. Über die Rap-Musik finden er und Andreas Heinrich alias Andy Mics Zugang zu den Jugendlichen, können auch prekäre Themen aufgreifen und nehmen kein Blatt vor den Mund. Sie gehen "schnell rein, schnell raus", setzen einen "krassen Impuls" anstelle von zäher Regelmäßigkeit. Bei der Aufnahme im Studio schließlich sollen die Kids Geduld mit sich selbst und mit den eigenen Fehlern lernen.

Den Jugendliche, die an diesem von der Aktion Mensch finanzierten Workshop teilnehmen, ist gemeinsam, dass sie nach der Schulzeit keine berufliche Perspektive hatten. Entweder wissen sie noch nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen, oder erste Pläne sind gescheitert. In der CJD-Maßnahme Fit für den Job sollen sie in erster Linie Strukturen lernen. "Oft müssen diese Jugendlichen noch erwachsen werden", sagt Robert Schwartz, Teamleiter beim Jobcenter Germersheim. Sie müssten lernen, dass berufliche Ziele nur selten schnell und ohne Aufwand erreicht werden können. Zusätzlich werden Angebote gemacht, die der Persönlichkeitsbildung dienen oder lebenspraktische Fertigkeiten trainieren.

Fit für den Job wird gefördert durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und von den lokalen Jobenter kofinanziert.

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

33 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Gillet Landau

Ausgehen & GenießenAnzeige
Der eigene Garten sollte eine Wohlfühloase sein. Im Frühling kann man dafür den Grundstein legen. Produkte, Tipps und Beratung zu den aktuellen Frühlingstrends erhalten Hobbygärtner im Floraland in Landau.
3 Bilder

GILLET Baumarkt GmbH in Landau bietet Lieferservice an
Frühlingstrends für den Garten

Landau in der Pfalz. Ob das Wetter mitspielt oder nicht: Der Frühling hält Ende März - zumindest kalendarisch - in Rheinland-Pfalz und damit auch in Landau Einzug. Im Frühling zieht es uns an die frische Luft. Spaziergänge, Wanderungen und Feste - falls sie nicht wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt wurden: Sobald es wieder wärmer wird, kann man viel unternehmen und Sonnenstrahlen tanken. Überall um uns herum wird es grün und Pflanzen und Blumen fangen an zu wachsen und zu blühen....

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen