ÖPNV
Massive Verschlechterungen im ÖPNV für den Kreis Germersheim

Trotz aller Appelle von Regierung und Parteien, den öffentlichen Verkehr zu stärken, hat sich der ÖPNV für die Bürger des Kreises Germersheim mit Beginn des neuen Fahrplans am 15. Dezember 2019 und der damit verbundenen Umkehrung der Stadtbahnlinien S51/S52 teilweise massiv verschlechtert. Neben der Streichung des s.g. Jokerzuges, mit der Lingenfeld von der morgendlichen Direktverbindungen nach Karlsruhe abgeschnitten wurde, sind nun auch die Umsteigezeiten in den Bahnhöfen Wörth und Karlsruhe wesentlich länger geworden. Die damit verbundenen Wartezeiten sind kaum noch zumutbar, weshalb die Reisenden wieder verstärkt das Auto nutzen werden. In zahlreichen Beschwerden, die dem Verkehrsforum Südpfalz vorliegen, werden Aufenthalte zwischen 20 und 30 Minuten genannt, die Reisende aus Richtung Germersheim aufbringen müssen, um weiter nach Landau, in Richtung Lauterburg oder zum Karlsruher Hbf zu kommen. Auch der vielleicht gut gemeinte Beschluss, die Stadtbahnlinie S52 nachmittags ohne Halt zwischen Wörth und Karlsruhe-Albtalbahnhof fahren zu lassen, um dadurch Anschlüsse der Fernbahnen im Karlsruher Hbf zu erreichen, verfehlt meist sein Ziel. Da am Bahnhofsvorplatz ausgestiegen werden muss, ist die Umsteigezeit zu den Zügen im Hbf für viele Reisende zu knapp bemessen, vor allem da auch immer Verspätungen der Stadtbahn einzukalkulieren sind. Hinzu kommt, dass ab Wörth die langsamer fahrende Stadtbahn dem Regionalexpress aus Landau in sehr kurzem Zeitabstand vorausfahren muss, diesen dann auch auf Grund eigener geringer Verspätung nicht selten ausbremst, so dass die Umsteigesituation für Reisenden aus Richtung Neustadt/LD derweilen zum Vabanquespiel wird. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Vorortbahnhöfe von Karlsruhe, insbesondere KA-West, dadurch weniger häufig angefahren werden.

Weiter wird bemängelt, dass aufgrund der geänderten Fahrzeiten schnelle Anschlüsse in Karlsruhe verloren gegangen sind, wie die nach Bad Herrenalb sowie in Richtung Durlach und Menzingen, wodurch sich die Fahrtzeiten um bis zu einer Stunde verlängern.

Diese geschilderten Unzulänglichkeiten sind vor allem darauf zurückzuführen, dass die ursprünglich geplante und immer wieder versprochene Takterweiterung auf der Strecke GER-Wörth-KA auch zum neuen Fahrplan nicht realisiert wurde. Dass es woanders funktioniert, zeigt das Beispiel Neustadt/W. Auf den Bahnstecken gibt es von dort in alle Richtungen einen durchgängigen Halbstundentakt, so wie es der Rheinland-Pfalz-Takt vorsieht. Warum dies im Kreis Germersheim, mit seiner höheren Bevölkerungs- und Industriedichte nicht möglich sein soll, bleibt ein Geheimnis.

Das Verkehrsforum Südpfalz appelliert noch einmal eindringlich an den ZSPNV und die verantwortlichen Politiker, schnellstens die Benachteiligungen unserer Bürger zu beenden. In einem ersten Schritt muss die für das Jahr 2023 geplante Durchbindung der Rhein-Neckar-S-Bahn von Germersheim nach Wörth/Karlsruhe vorgezogen werden, um so den dringend benötigten Halbstundentakt zu ermöglichen, wie ihn auch der Nahverkehrsplan für diese Strecke als Mindestanforderung vorsieht.

Hans-Jürgen Burckhardt
Sprecher BI Verkehrsforum Südpfalz

Autor:

Hans-Jürgen Burckhardt aus Germersheim

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