Invasive Ameisenart Tapinoma Magnum breitet sich aus: Germersheim erweitert Gegenmaßnahmen
- Mehrere Ameisen der Ameisenart Tapinoma magnum. Kommunen und Privatpersonen stehen bei der Bekämpfung vor einer gemeinsamen Herausforderung.
- Foto: SMNS, A. Bellersheim
- hochgeladen von Eva Bender
Germersheim. Die Stadt Germersheim setzt ihren Kampf gegen die invasive Ameisenart Tapinoma Magnum auch im Jahr 2026 fort. Neben den bereits bewährten Maßnahmen kommt nun erstmals eine biologische Bekämpfungsmethode mit Nematoden zum Einsatz. Die aktuellen Wetterbedingungen bieten dafür ideale Voraussetzungen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt umfangreiche Maßnahmen gegen die aus dem Mittelmeerraum stammende Ameisenart ergriffen. Dabei wurden unter anderem Heißwassergeräte eingesetzt, betroffene Bereiche mit Kieselgur behandelt und ein professioneller Schädlingsbekämpfer eingebunden. Betroffenen Bürgerinnen und Bürgern wurde ebenfalls empfohlen, auf fachliche Unterstützung zurückzugreifen, um die Ausbreitung der Ameisen einzudämmen.
Für Menschen und Haustiere ungefährlich
Neu hinzu kommt nun der Einsatz von Nematoden. Dabei handelt es sich um mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die natürlicherweise im Boden vorkommen. Sie werden in Wasser gelöst und gezielt in Ameisennester eingebracht. Auch eine großflächige Ausbringung ist möglich. Die Nematoden nutzen die Eier der Ameisen als Nahrungsquelle und greifen damit die Entwicklungsstadien der Kolonien an. Auf diese Weise kann die Population langfristig reduziert werden.
Nach Angaben der Stadt handelt es sich um eine speziell für die Ameisenbekämpfung gezüchtete Nematodenart. Für Menschen, Haustiere und andere Wirbeltiere seien die Nützlinge ungefährlich. Nematoden zählen zu den häufigsten mehrzelligen Organismen im Boden und kommen dort natürlicherweise in großer Zahl vor.
Für einen erfolgreichen Einsatz müssen allerdings einige Bedingungen erfüllt sein. Die Nematoden werden als Pulver geliefert und sind nur begrenzt haltbar. Zudem dürfen sie nur bei geeigneten Temperaturen ausgebracht werden. In Germersheim erfolgt die Anwendung bei Bodentemperaturen von unter 32 Grad Celsius. Wichtig ist außerdem, die behandelten Flächen anschließend etwa zwei Wochen lang ausreichend feucht zu halten, damit die Nematoden ihre Wirkung optimal entfalten können.
Da die aktuellen Wetterbedingungen diese Voraussetzungen erfüllen, hat die Stadt in dieser Woche mit der Ausbringung begonnen.
Ein weiterer Vorteil der biologischen Methode: Für den Einsatz von Nematoden sind weder spezielle Sachkundenachweise noch Schulungen erforderlich. Die Produkte können auch von Privatpersonen verwendet werden und sind über Fachhändler sowie verschiedene Online-Shops erhältlich.
Hintergrund: Die invasive Ameisenart Tapinoma Magnum sorgt seit mehreren Jahren in verschiedenen Regionen Deutschlands für Probleme. Die Tiere bilden riesige Kolonien, können Gehwege und Pflasterflächen untergraben und dringen häufig in Häuser und Gärten ein. Ihre Bekämpfung gilt als besonders schwierig und erfordert meist einen langfristigen Maßnahmenmix.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
|
| Heike Schwitalla auf Facebook | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.