Es wird mehr auf das Coronavirus getestet – aktuell 52 Infizierte in Rheinland-Pfalz
"Sehen keine Veranlassung flächendeckend zu schließen"

Foto: corona_gerd altmann_pixabay

Rheinland-Pfalz. Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler informierte am 12. März 2020 in einer Pressekonferenz über die aktuelle Situation bezüglich des Coronavirus in Rheinland-Pfalz.

Aktuell (Stand 12. März 2020, 10.30 Uhr) gibt es 52 positiv getestete Fälle in Rheinland-Pfalz.

Von Seiten des Landes werden noch weitere Maßnahmen ergriffen. Fieberambulanzen wurden bereits eingerichtet, außerdem wurde ein Hausbesuchsdienst vor allem für ältere Menschen ins Leben gerufen. Laut Aussage von Sabine Bätzing-Lichtenthäler seien die Gesundheitsämter aktuell stark belastet. Vor allem das Ermitteln von Kontaktpersonen von Covid-19 Infizierten nehme viel Zeit in Anspruch.

Aktuelles Ziel ist es, den Infektionsverlauf zu verlangsamen

Sabine Bätzing-Lichtenthäler fordert die Menschen auf, sich vor allem für die Risikopersonen einzusetzen. Das bedeutet: Menschen, die älter als 50 bis 60 Jahre sind, als auch Menschen, die Vorerkrankungen haben (dazu zählt beispielsweise auch Diabetes, Immunschwächen oder Asthma) sollten so gut es geht zu Hause bleiben. Angehörige sollten beispielsweise die Einkäufe übernehmen, damit diese Risikogruppe nicht in Kontakt mit möglich Infizierten kommen. Auch Kinder sollten ihre Großeltern wenn möglich nicht direkt kontaktieren. „Eine völlige Isolation ist nicht gewünscht, aber man sollte genau überlegen, wo man vorher war, ob man vielleicht das Virus trägt und ob es dann notwendig ist, in ein Seniorenheim beispielsweise zu gehen“, so die Gesundheitsministerin.

Auch die Krankenhäuser haben sich gewappnet. Eine wichtige Maßnahme ist, dass die Anzahl der Besuche pro Tag reduziert wird. Darüber hinaus wurden Ärzte, die beispielsweise im Ruhestand sind, kontaktiert, mit der Hoffnung und Bitte, dass diese wieder zurück in den Dienst aktuell kommen.

Über die Entwicklungen und die Entscheidung des Robert-Koch-Instituts Elsass und Lothringen sowie die Region Grand Est zum Risikogebiet zu machen, war man überrascht. Trotz allem gelten nun für diese Regionen die gleichen Regeln, wie für Italien oder China. Das bedeutet: Wer aus dieser Region kommt, der sollte 14 Tage in häusliche Quarantäne. Auch Mitarbeiter an Schulen und Kindergärten aus der Region, die aus Frankreich kommen, wurden aufgefordert, vorerst zu Hause zu bleiben.

Ob Kita oder Schulen – aktuell sehe das Land keine Veranlassung, flächendeckend zu schließen.

Kommentar:
Die Lage ist schwierig. Jeder muss sich selbst im Klaren sein, dass er durch sein Verhalten andere Menschen anstecken kann. Aber: Jeder hat ebenso die Aufgabe, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, beziehungsweise auch zu arbeiten. Nur so kann gewährleistet werden, dass alle Strukturen, gerade auch im Bereich Versorgung und Gesundheit, erhalten bleiben.

In der öffentlichen Meinung scheinen zwei Extreme vorzuherrschen: Während die eine Seite Verfechter der Meinung „ist doch nur ne Grippe“ ist, gibt es andere, die Panik verbreiten, Hamsterkäufe tätigen oder gar Desinfektionsmittel in Krankenhäusern klauen. Ein gesunder Mittelweg, bei dem man besonnen handelt, um sich selbst und vor allem Kranke und Schwache zu schützen, wäre für alle das Beste.

Zum Thema Schulen, siehe Beitrag 

Falls Schulen geschlossen werden – Schüler und Eltern werden zum Vorgehen informiert
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Autor:

Gisela Böhmer aus Frankenthal

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