80. Wiederkehr der Vertreibung von Jüdinnen und Juden aus Baden in das südfranzösische Konzentrationslager Gurs
GURS-Schweigemarsch durch Bruchsal

Foto: Stadtarchiv Bruchsal
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Gemeinsame Pressemeldung der Fördervereine Haus der Geschichte der Juden in Baden, Lernort Bergfried Bruchsal: Freiheit – Bürgerrechte – Demokratie, Friedensinitiative Bruchsal

Anlässlich der 80. Wiederkehr der Vertreibung von Jüdinnen und Juden aus Baden in das südfranzösische Konzentrationslager Gurs veranstalten

  • der Förderverein Haus der Geschichte der Juden in Baden,
  • der Förderverein Lernort Bergfried-Bruchsal „Freiheit - Bürgerrechte - Demokratie“
  • sowie die Friedensinitiative Bruchsal

am 22. Oktober einen

GURS-Schweigemarsch durch Bruchsal.

Dieser Schweigemarsch beginnt um 10:00 Uhr am Otto-Oppenheimer-Platz und führt über die Fußgängerzone, die Kaiserstraße und die Friedrichstraße zum Bahnhofsareal. Zu Beginn und am Ende des Marsches sind kurze Gedenkfeiern vorgesehen. Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick wird dabei eine Gedenkrede halten.

Mitglieder der drei Organisationen werden zum Andenken an die Opfer dieser menschenverachtenden Aktion des NS-Regimes Fotos von Opfern dieser Deportation mitführen. Damit soll an die Menschen gedacht werden, deren Kinder und Kindeskinder heute Mitglieder unserer Stadtgesellschaft sein könnten. Die Bruchsaler Parteien wurden eingeladen, sich an dem Marsch zu beteiligen. Wegen der Corona-Pandemie ist die Zahl der Teilnehmer auf 30 begrenzt.

Zum historischen Hintergrund:

Am 22. Oktober 1940 wurden im Rahmen der sog. "Wagner-Bürckel-Aktion" über 6.500 Juden aus Baden und der Saarpfalz in das französische Internierungslager Gurs deportiert, darunter 122 jüdische Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Bruchsal, davon 79 Bruchsalerinnen und Bruchsaler. Fast zwei Drittel davon waren älter als 50 Jahre, etliche davon im Alter zwischen 70 und 82 Jahren, darunter aber auch sieben Kinder im Alter zwischen acht und 15 Jahren. Durch die schlechte Versorgungssituation, die katastrophalen hygienischen Zustände, Regen und Kälte starben viele Deportierte bald nach ihrer Ankunft in Gurs. Ein Großteil der Ausgewiesenen wurde später nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet.

Die Menschen aus den Umlandgemeinden wurden mit Lastkraftwagen nach Bruchsal gebracht, die Bruchsalerinnen und Bruchsaler wurden durch die Stadt zum Bahnhof getrieben und in den wartenden Zug verfrachtet.

„Bruchsal judenfrei! Die letzten Juden verlassen Bruchsal“ heißt es in einem zeitgenössischen Filmbericht zur Deportation nach Gurs.

Weitere Informationen zur Deportation aus Bruchsal und dem Landkreis unter www.bruchsal-gurs.de. Hier ist auch das Filmdokument von der Deportation veröffentlicht.

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Foto: Stadtarchiv Bruchsal
Foto: Stadtarchiv Bruchsal
Foto: Stadtarchiv bruchsal
Autor:

Rolf Schmitt aus Bruchsal

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