Brand in Bruchsaler Mehrfamilienhaus ** Update
Mann stirbt im Feuer - keine Schüsse, keine Schussfallen

Bruchsal. In der Nacht auf Sonntag kam es in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Bruchsal zu einem Brand. In der Wohneinheit wurde die Leiche eines Mannes gefunden, es handelt sich dabei vermutlich um den Bewohner selbst.

Nachbarn verständigten gegen 23 Uhr die Rettungskräfte nachdem sie Rauch aus den Fenstern im zweiten Obergeschoss des Hauses in der Straße Silberhölle dringen sahen. Die übrigen Hausbewohner verließen daraufhin und nach derzeitigem Stand unverletzt das Gebäude. Aufgrund der Brandschäden können sie jedoch derzeit nicht in das Haus zurückkehren und müssen bis auf Weiteres anderweitig unterkommen. In der komplett zerstörten Wohnung, in der der Brand ausbrach, wurde schließlich die Leiche eines Mannes gefunden. Die Identität des Toten ist derzeit noch unklar, es wird aber davon ausgegangen, dass es sich um den 53-jährigen Bewohner handelt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat dieser das Feuer selbst gelegt und nach dessen Ausbruch Suizid begangen. Gegebenenfalls muss eine Obduktion zur Identifizierung des Toten bzw. auch zur Todesursache Klarheit verschaffen.

Die Schadenshöhe wird derzeit auf einen mindestens sechsstelligen Betrag geschätzt. Kriminalpolizei Bruchsal und Staatsanwaltschaft Karlsruhe übernahmen die weiteren Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung.

Update vom Montag, 11. November

Aus einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Karlsruhe geht hervor:  Nach dem Brand am späten Samstagabend in Bruchsal, bei dem sich mutmaßlich der bisher noch nicht eindeutig identifizierte 53 Jahre alte Wohnungsinhaber nach der vorsätzlichen Brandlegung selbst das Leben genommen hat, suchen die Ermittlungsbehörden noch weitere Zeugen. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und des Kriminalkommissariats Bruchsal hätten mehrere Personen das Brandgeschehen von der Gebäuderückseite her beobachtet, und seien nach lauten Knallgeräuschen geflüchtet. Insbesondere diese Personen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0721 6665555 beim Kriminaldauerdienst zu melden.

Die Obduktion des Verstorbenen und damit auch die Identifizierung stehen noch aus. Auf den Bewohner sind laut Waffenbesitzkarte mehrere Kurz- und Langwaffen eingetragen. Diverse Schusswaffen wie auch Munition wurden in der Wohnung sichergestellt. Ob es sich dabei durchweg um legale Waffen handelt, bedarf noch weiterer Abklärungen.  Die in Medien berichteten angeblichen Schussfallen, die außer den Waffen gefunden worden sein sollen, haben sich nach der Begehung des Brandortes durch hinzugezogene Spezialisten des Landeskriminalamtes bislang nicht bestätigen lassen. Allerdings dauern auch hierzu noch weiteren Untersuchen an.
Nach Angaben von Zeugen ist während der Löscharbeiten eine Fahne der DDR aus einem Fenster der Brandwohnung heruntergehängt worden. Die Motivation einer solchen Handlung lässt sich aktuell nicht schlüssig erklären. Hinweise auf eine politisch motivierte Gesinnung oder auf eine Mitgliedschaft in einer entsprechenden Gruppierung des 53-jährigen Bewohners gibt es bislang nicht. Vielmehr könnte ein mögliches Motiv darin zu suchen sein, dass ihm die Wohnung vor geraumer Zeit gekündigt worden ist.

Update: Polizei und Staatsanwaltschaft geben am Mittwoch, 13. November, bekannt:

Zum Brand am Samstagabend in einer Bruchsaler Wohnung mit einem Toten steht auch nach der Obduktion noch nicht zweifelsfrei fest, ob es sich dabei um den 53-Jährigen Bewohner handelt. Eine DNA-Untersuchung steht noch aus.

Wie inzwischen die weiteren Überprüfungen anhand der sichergestellten Waffen ergeben haben, sind bislang über die auf den Bewohner in zwei Waffenbesitzkarten eingetragenen legalen Waffen und diesen Waffen zugehörige Munition hinaus keine weiteren erlaubnispflichtigen Schusswaffen festgestellt worden.

Es sprechen Indizien dafür, dass der 53 Jahre alte Mieter, um den es sich bei dem Getöteten mutmaßlich handelt, unter Einsatz einer Schusswaffe den Freitod gesucht und zuvor Feuer gelegt hat. Die Ermittlungen haben keine Hinweise darauf ergeben, dass aus der betroffenen Wohnung heraus Schüsse abgegeben worden seien. Vielmehr gehen die Ermittler davon aus, dass kleinere Beschädigungen an der Nachbarfassade von einem früheren Ereignis herrühren dürften.
Auch wurden in der Wohnung keine Schussfallen festgestellt.

Autor:

Heike Schwitalla aus Bruchsal

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