Wer wohnt im Wald
Weihnachten unter der "Kuss-Kugel"

Mistel
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Natur. Unter dem Titel "Wer wohnt im Wald?" stellt das Wochenblatt in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Pfälzer Rheinauen Waldbewohner vor - bekannte und unbekannte, seltene und oft gesehene, kuriose Kerlchen und echte Sympathieträger. Denn, dass unser Wald schützenswert ist, haben die meisten Menschen begriffen, welcher Vielfalt an Lebewesen er jedoch direkt vor unsere Haustür wertvollen Lebensraum bietet, wissen viele noch nicht. Deshalb möchten die Wochenblätter gemeinsam mit Förster Volker Westermann in dieser Serie Waldbewohner ins Rampenlicht holen. 

Die Mistel

Nicht nur zu Weihnachten erfreut sich die Mistel als natürliche Deko in der Wohnung großer Beliebtheit. Das liegt wohl auch an dem Brauch, sich unter dem Mistelzweig zu küssen. Jemand, der zur Weihnachtszeit unter dem Immergrün – über dem Türrahmen angebracht - steht, durfte einen Kuss nicht ablehnen. Die Engländer nannten die Früchte des Mistelzweiges deshalb auch „Kuss-Kugeln". Man nimmt an, dass der Brauch auf die viktorianische Zeit zurückgeht, in der es aus Gründen des Anstands und der Prüderie verpönt war, sich in der Öffentlichkeit zu küssen. Es heißt, dass die Liebe ewig hält, wenn sich ein Paar unter dem Mistelzweig küsst. Aus diesem Grund verloben sich auch immer wieder Paare unter dem sagenumwobenen Zweig der Mistel – besonders zur Weihnachtszeit.
Aber die Verehrung der Mistel als glückbringende, unheilabwehrende Pflanze geht bis zu den alten Griechen und zu den Kelten zurück. Tatsächlich üben immergrünen Gewächse seit jeher eine gewisse Magie auf Menschen aus. Miraculix, der Druide aus den Asterix-Comics, braucht Misteln, die auf Eichen wachsen für den Zaubertrank.
Leider wachsen bei uns aber gar keine Misteln auf den Eichen, diese Baumart gilt ebenso wie Rotbuchen als mistelfest. Bei ihnen hat die Mistel keine Chance. Tatsächlich wächst dieser Strauch gerne auf Tannen, Kiefern, Pappeln und Obstbäumen. Selten sieht man ihn auf Robinien, Linden, Weiden und Ahorn.
Für den Wirtsbaum ist die Mistel alles andere als ein Glücksbringer. Er ist lästig, zapft er doch die Wasserleitbahnen des Wirtsbaums an und entnimmt dem Baum so Wasser und Nährstoffe. Gerade angesichts der letzten drei trockenen Jahre hat die Mistel mit dazu beigetragen, dass viele Kiefern auf unseren Sandböden abgestorben sind. Ganz Schmarotzer ist die Mistel jedoch nicht. Sie stellt mit dem geklauten Wasser und mittels Sonnenenergie und eigenen grünen Blätter selbst ihren Traubenzucker her. Sie betreibt also Photosynthese. Die Beeren der Mistel sind beliebte Nahrung bei Vögeln. Die Samen werden unverdaut wieder ausgeschieden und keimen, wenn sie auf passenden Stellen des richtigen Gehölzes landen.
Die Wälder in den Pfälzer Rheinauen sind voller Misteln. Den Pappeln im Auenwald schadet das Ganze bisher kaum, sie verfügen meist über eine beste Wasser- und Nährstoffversorgung. Für die Kiefern sind Misteln aber ein Problem. Sie kämpfen auf den trockenen Sandböden um ausreichend Wasser. Und verlieren in den letzten Jahren diesen auf großer Fläche. Ursache ist die zunehmende Trockenheit, bedingt durch den Klimawandel.

Das geht uns alle an:
Nachhaltigkeit liegt uns am Herzen. Unsere Wochenblätter werden auf Recycling-Papier gedruckt. Hierfür musste kein Baum sterben. Gegenüber Frischfaserpapier werden bei der Herstellung von Recyclingpapier zudem bis zu 60 Prozent Energie, bis zu 70 Prozent Wasser sowie CO2-Emissionen und Abfall eingespart. Der Nachhaltigkeitsgedanke ist auch der Grund für eine Kooperation der Wochenblätter, Stadtanzeiger und des Trifels Kuriers mit der Natur- und Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF), der jetzt zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) die Kampagne „#together4forests“ startet. Dem BVDA gehören neben unserem Verlag rund 200 Verlage mit einer wöchentlichen Auflage von etwa 60 Millionen Zeitungen an. Wenn Ihnen ein nachhaltiger Umgang mit unserer Umwelt genauso am Herzen liegt wie uns, geben Sie bitte diese Zeitung nach dem Lesen ins Altpapier.

Mistel
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Autor:

Heike Schwitalla aus Germersheim

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