Igel-Nachwuchszeit: Warum Mähroboter im Garten zur Gefahr werden können

Ein Mähroboter fährt durch den Garten. Gerade in der Nachwuchszeit können sich Igel im Gras oder am Gebüschrand verstecken. | Foto: Kim Rileit
  • Ein Mähroboter fährt durch den Garten. Gerade in der Nachwuchszeit können sich Igel im Gras oder am Gebüschrand verstecken.
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Südwestpfalz. Von Juni bis September bekommen Igel Nachwuchs. In dieser Zeit warnt die Untere Naturschutzbehörde vor elektrischen Gartengeräten, besonders vor Mährobotern. Die Tiere können dabei schwer verletzt werden und bleiben oft unentdeckt.

Sandra Laqué, stellvertretende Leiterin des Referats Umwelt- und Naturschutz, berichtet: „Die Igel erleiden durch die Geräte teils schwerste Schnittverletzungen, die unbehandelt nahezu immer zum Tod führen“.

Vor dem Mähen in Hecken und Gestrüpp nachsehen

Igel bauen ihre Nester laut Behörde oft an geschützten Stellen im Garten, zum Beispiel unter Hecken oder Sträuchern oder in ruhigen Ecken mit Wildpflanzen. Bei Gefahr rollen sie sich zusammen. Das schützt sie vor Fressfeinden, aber nicht vor Mährobotern und anderen Geräten wie Teller- oder Motorsensen, Mulchern oder Freischneidern.

Volker Kaul, Abteilungsleiter, appelliert: „Wer in seinem Garten mit solchen Geräten hantiert, sollte vorher unter Büschen, Hecken oder in dichterem Gestrüpp nachsehen, ob sich dort Igel oder ganze Tierfamilien verstecken“.

Tagsüber schlafen Igel oft an den Rändern von Sträuchern und Hecken. In der Dämmerung oder nachts suchen sie nach Futter. Die Behörde warnt deshalb auch vor Mährobotern, die nachts programmiert laufen. Dann sind Igel auf der Wiese ebenso gefährdet.

Die Verwaltung verweist außerdem auf rechtliche Vorgaben. Im Tierschutzgesetz steht, dass niemand „einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen oder es töten darf“. Der Europäische Braunbrustigel gilt nach Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützt. Verboten ist es demnach auch, „wildlebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten sowie ihre Fortpflanzungs- oder Ruhestätten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören“.

Wer Igel im Garten unterstützen will, kann laut Laqué naturnahe Bereiche schaffen. Sie sagt: „Naturnahe Gärten mit Laubhaufen und Reisig, Ecken mit hohem Gras, Hecken und Holzstapeln finden Igel prima. Wer will, kann ein Igelhaus als Unterschlupf bauen, Anleitungen findet man vielerorts im Internet. Die Tiere suchen außerdem gern große Flächen nach Nahrung ab, darum ist es wichtig, dass es Durchgänge zu den Nachbarsgärten gibt.“ Auch kleine Wasserstellen helfen demnach nicht nur Igeln.

Wer verletzte Igel oder Jungtiere findet, kann sich online über Igelauffangstationen in der Nähe informieren. Die Behörde empfiehlt, vorher dort anzurufen, weil ehrenamtliche Tierschützer oft an Kapazitätsgrenzen stoßen.

Wichtig sei außerdem: Igelmütter lassen ihre Jungen zur Nahrungssuche immer wieder allein. Auch Jungtiere können sich verirren und werden später zurückgebracht. Man sollte deshalb sicher sein, dass Jungtiere wirklich ohne Mutter sind, bevor man sie anfasst. Weitere Informationen bieten Natur- und Tierschutzorganisationen online.

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Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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