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Musik und ihre Geschichten im Ultes

Die Musik-Geschichtenerzähler | Foto: Brigitte Melder
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Ellerstadt. Am 16. Juli hatte die Weinstube Ultes in Ellerstadt Geschichtenerzähler zu Gast, aber nicht im herkömmlichen Sinne. Vier herausragende Musiker schlossen sich zusammen, machten Musik und die erzählten Geschichten beleuchteten die geschichtlichen Hintergründe, die Entstehungsstorys und die Zusammenhänge der Produktion. Sie nennen sich „Die Musikgeschichte(n) Erzähler“. Es ist eine musikalische Veranstaltungsreihe, in der die Musiker Harry Schneck (Akkordeon/Keyboard/Gesang), Wolfgang Sing (Gitarre), Chris Linder (Gesang/Bass) und Martin Greule (Schlagzeug) auftreten. Eingeladen wurden sie von dem Verein „Kultur und Kunst in Ellerstadt e.V.“ – kurz KuKiE e.V. - und dessen 1. Vorsitzenden Sam Sommer, der auch die Begrüßung vornahm. Der Verein wurde im Februar 2010 gegründet und fördert die künstlerische und kulturelle Vielfalt in der Gemeinde durch Konzerte, Kabarett, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen.

Sowohl der Raum als auch der Biergarten waren voll besetzt. Die Servicekräfte hatten alle Hände voll zu tun. Googelt man nach den vier erfahrenen Musikern, findet man Koryphäen ihres Fachs mit einer riesigen Bandbreite. Der ehemalige Westernhagen-Keyboarder Harry Schneck bespielte an diesem Abend das Akkordeon. Die berührende Reibeisenstimme von Chris Linder (Musikproduzent und Profimusiker) an der Gitarre, der die Funktion als Geschichtenerzähler übernahm, ging durch Mark und Bein. Gitarrist und Sänger Wolfgang Sing ist freischaffender Musiker; nach Wohnsitz in Deutschland und Österreich lebt er heute in der Nähe von Heidelberg und kann auf viele Stationen in der Musikbranche zurückblicken. Die Bezeichnung Schlagzeuger bei Martin Greule stößt bei ihm früh an ihre Grenzen. Drummer, Percussionist, Sänger, Beatboxer, Loopgerät und Sampler vereint er in einer Person. Alle Musiker sind auch noch in anderen Bands aktiv unterwegs.

Die Songs passen die Reise durch die Musikgeschichten an die Stimmung des Abends an und sind somit einzigartig. Es kamen alle Musikgrößen in den Geschichten vor, die Rang und Namen hatten wie Sam Cooke, Elvis Presley, Ben E. King und The Beatles. In der musikalischen Veranstaltungsreihe hörte man spannende Geschichten über die Entwicklung der Popmusik und wie sie die heutige Musiklandschaft geprägt haben. Die vier Musiker können jede Stilrichtung spielen und fingen mit ganz alten Stücken an. „You send me“ gefolgt vom Medley „That’s alright Mama und Folsom Prison Blues“, „How blue can you get“, „Everbody wants to rule the world“ und „A hard days night“ mit einem Rückblick auf Einflüsse der Beatles. Chris Linder hatte einen Traum von vier kleinen Kindern, die nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden. Eine andere Musikgeschichte handelte vom Phänomen Johann Sebastian Bach, der in relativ kurzer Zeit Grenzen gesprengt hat und mit dem Lied von Georg Harrisson von The Beatles „A hard day’s night“ vertont wurde. Wer kennt nicht die Lieder von Robert Zimmermann? Der Name sagte einem im ersten Moment gar nichts, dann stellt man fest, dass es sich um Bob Dylan handelt. Die Hits sind durch irgendetwas inspiriert worden; das können gesellschaftliche Hintergründe oder private Erfahrungen sein. Es ist ein Projekt von Chris Linder. Von Byrds Med: „Mr. Tamburine Man – Turn, turn turn“ und Oasis „Don’t look back in Anger“. Der Musikstil wurde aufgrund der Übertragungstechnik zur Countrymusik mit Reggaesyndrom-Adaption der Band Genesis gespielt und dann kam der berühmte Song „Dreadlock Holiday“. Ein Sprung von USA über den Teich nach Deutschland in die 80er Jahre. Lieder in deutscher Sprache schienen Einzug zu halten und waren im Ausland viel erfolgreicher. „Fühlt euch wieder jung wie damals mit der Neuen Deutschen Welle!“ rief Chris Linder. In einem Medley kam „Tausend mal berührt“ vor und es berührte auch das Publikum und es wurde im Takt geklatscht und getanzt. Den Text kannten alle und konnten ihn mitsingen. „Ich seh den Sternenhimmel“, „In der Schickeria“ und „Ich will zurück nach Westerland“ flossen mit ein.
Gestärkt ging es im zweiten Set während eines Regenschauers mit Gewitter weiter. „Lonesome Loser“ und „She drives me crazy“, das war dann der musikalische Weg in die Discozeit, woraufhin auch das Disco Medley „December ‚63“ und „Everyone’s a winner“ und „YMCA“ folgten. Wiederum hatte Johann Sebastian Bach seinen Einfluss auf das Lied „Every breath you take“. Bei „Whiter Shade of Pale“ von Procol Harum ging es mit Gänsehaut pur back to the roots. „Kiss“ von Prince hatte Einflüsse für deutsche Künstler und deshalb ging es auf Deutsch weiter mit „Ohne Dich“. Der Hit „Komet“ von Udo Lindenberg und Apache 207 ist ein sehr beliebtes Lied für einen Mashup, welches die vier Musiker hervorragend performten. Natürlich durfte auch das legendäre Lied „We are the world“ von der Supergroup „USA für Africa“ nicht fehlen. Der Song wurde von Michael Jackson und Lionel Richie geschrieben und vereinte 45 weltberühmte Künstler. Als Zugabe wurde nochmal den Beatles gehuldigt mit „All you need is love“ und „Imagine“. Ein krönender Abschluss eines wundervollen Konzertes. (mel)

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Autor:

Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim

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