Trifelsherolde: Wie Annweilers Fanfaren die Pfalz weit über ihre Grenzen tragen
- Ein Preis für gelebte Tradition: Bürgermeister Christian Burkhart überreicht den Ehrenamtspreis an Trifelsherolde-Vorsitzenden Harald Jentzer. Mit dabei sind Andre Schuster und Oliver Winck (von links).
- Foto: Verbandsgemeinde Annweiler
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Sie gehören seit Jahrzehnten zu Annweiler und sind weit über die Pfalz hinaus unterwegs. Was die Trifelsherolde besonders macht – und warum ihr ehrenamtliches Engagement jetzt ausgezeichnet wurde.
Von Erik Stegner
Annweiler. Wenn die großen blau-gelben Fahnen der Trifelsherolde durch die Luft schwingen, ist ein Stück Annweiler unterwegs. Seit mehr als 75 Jahren repräsentiert der Verein die Stadt und die Pfalz weit über die Region hinaus. Für dieses langjährige ehrenamtliche Engagement hat die Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels die Trifelsherolde jetzt mit ihrem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Bürgermeister Christian Burkhart überreichte den Preis beim Sommerfest der Verbandsgemeinde an den Vereinsvorsitzenden Harald Jentzer. Er dankte den Mitgliedern für ihren besonderen ehrenamtlichen Einsatz und wünschte dem Verein für die Zukunft alles Gute.
Seit 1949 dem Trifels verbunden
Die Geschichte der Trifelsherolde reicht bis ins Jahr 1949 zurück. Seit ihrer Gründung sind sie eng mit Annweiler und der Burg Trifels verbunden. Bei zahlreichen Veranstaltungen im In- und Ausland treten sie als musikalische Botschafter ihrer Heimat auf. Das Repertoire reicht von traditionellen Fanfarenmärschen über klassische Werke und Militärmärsche bis zu moderner Musik. Herzstück ist bis heute die traditionelle Fanfarenmusik. Der Verein gehört dem Verband Südwestdeutscher Fanfarenzüge an. Auch optisch sind die Trifelsherolde unverwechselbar. Zu ihren Markenzeichen gehören vier Quadratmeter große Schwingfahnen mit den Wappen der Stadt und der Verbandsgemeinde sowie die historischen Uniformen. Sie schlagen eine Brücke zur Geschichte Annweilers und des Trifels.
Engagement macht stark
„Das geht uns alle an!“ ist eine Initiative des Bundesverbandes kostenloser Wochenzeitungen. Das Ehrenamt ist eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft. Deshalb präsentiert der Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen (BVDA) seit Jahren bundesweit die „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ - in diesem Jahr von 11. bis 20. September.
Die Wochenblätter, die Stadtanzeiger und der Trifelskurier der SÜWE sind jährlich mit Artikeln aus den Lokalredaktionen beteiligt, um das Ehrenamt an der Basis zu unterstützen.
Geschichte, die auf Reisen geht
Die Gestaltung erinnert an die Zeit, als auf der Reichsburg die Reichsinsignien aufbewahrt wurden. Unter den Staufern erlebte Annweiler eine Blütezeit; 1219 verlieh Friedrich II. der Stadt die Rechte einer Reichsstadt. Musik, Brauchtum und Geschichte präsentieren die Trifelsherolde bei historischen Festumzügen, Stadtjubiläen und Festbanketten – und längst nicht nur in Deutschland. Besonders eng sind die Verbindungen ins Elsass. Dort treten die Musiker mehrmals im Jahr auf, unter anderem beim „Pfifferday“ in Ribeauvillé, beim Blumenkorso in Sélestat und bei Veranstaltungen in Obernai. Weitere Reisen führen nach Luxemburg und in die Schweiz. Doch der Verein lebt nicht allein von seinen Auftritten. Gemeinschaft und Nachwuchsarbeit haben ebenfalls einen hohen Stellenwert. Viele Jugendliche wachsen von klein auf in das Vereinsleben hinein. Wanderungen, Vereinsausflüge, Probewochenenden im Dekanatsjugendheim Lindelbrunn und Grillfeste stärken zusätzlich den Zusammenhalt.
Damit Tradition weiterlebt
Mit dem Ehrenamtspreis würdigt die Verbandsgemeinde auch die Arbeit hinter den Kulissen: die Pflege musikalischer Tradition, die Nachwuchsarbeit und ein Vereinsleben, das Annweiler seit mehr als 75 Jahren begleitet. est
Von Annweiler bis München
Die Geschichte der Trifelsherolde beginnt 1949. Seit ihrer Gründung ist der Fanfarenzug eng mit Annweiler, der Burg Trifels und dem Trifelsland verbunden. Als musikalischer Botschafter trägt der Verein den Namen seiner Heimat seit Jahrzehnten weit über die Pfalz hinaus.
2019 war ein besonderes Jahr: Zum 70-jährigen Bestehen richteten die Trifelsherolde nach 1969, 1982 und 1999 zum vierten Mal ein Treffen des Verbands Südwestdeutscher Fanfarenzüge in Annweiler aus. Dazu gehörten das Konzert „Musik aus 70 Jahren Trifelsherolde“ und die Aufführung des „Großen Zapfenstreichs“ zum Abschluss der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Landkreises.
2024 folgte das nächste große Jubiläum. Zum 75-jährigen Bestehen gab der Verein am 15. Juni ein Festkonzert im Hohenstaufensaal. Einen Tag später folgte ein Musikfest mit dem Treffen der Sektion West des Verbands Südwestdeutscher Fanfarenzüge.
2025 ging es auf eine besonders große Bühne: Die Trifelsherolde nahmen am Oktoberfestumzug in München teil, der live im Fernsehen übertragen wurde.
Auch internationale Auftritte prägen die Vereinsgeschichte. Reisen führten und führen die Musiker nach Frankreich, Belgien, Luxemburg und in die Schweiz. Mehrmals im Jahr sind sie im Elsass zu Gast, unter anderem beim „Pfifferday“ in Ribeauvillé, beim Blumenkorso in Sélestat und bei Veranstaltungen in Obernai. Auch das Narzissenfest in Gérardmer und die Rheinland-Pfalz-Tage in Worms, Mainz und Annweiler zählen zu den besonderen Stationen des Vereins.
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |
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