875 Jahre auf 72 Seiten: Annweilers Stadtkirche erzählt ihre Geschichte
- 875 Jahre Geschichte auf 72 Seiten: Die neue, reich bebilderte Dokumentation von Martin Graf erzählt die wechselvolle Geschichte der Annweilerer Stadtkirche und ihrer Kunstschätze.
- Foto: Martin Graf
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Neue Dokumentation führt von den Anfängen der Kirche über den mittelalterlichen Wehrturm bis zu einmaligen Kunstschätzen
Von Erik Stegner
Annweiler. Seit fast neun Jahrhunderten prägt die Stadtkirche das Bild und die Geschichte Annweilers. Zu ihrem Jubiläum „875 Jahre Stadtkirche“ hat Kulturrat Martin Graf ihre wechselvolle Vergangenheit jetzt auf 72 Seiten zusammengetragen. Die reich bebilderte Dokumentation reicht von der Weihe im Jahr 1153 bis in die Gegenwart – und nimmt dabei auch einige Besonderheiten in den Blick, an denen man im Alltag leicht vorbeigeht. Eine davon ist der markante Turm. Er entstand um 1340 ursprünglich als Flucht-, Wehr- und Wachturm und wurde später in die Stadtkirche eingebunden. Heute dient er als Läuteturm. Die Dokumentation widmet sich seiner Geschichte ebenso wie der Glockenstube, den einzelnen Glocken und der Turmuhr.
Vom Wehrturm zum Aussichtspunkt
Erst vor wenigen Jahren erhielt das mittelalterliche Bauwerk eine umfassende Verjüngungskur. Von 2020 bis 2024 ließ die Kulturstiftung der Stadt Annweiler den Turm aufwendig sanieren. Unter anderem wurden die Treppenanlage und die Elektrik erneuert sowie Turmuhr und Beleuchtung überarbeitet. Zugleich wurde der Turm für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Doch die neue Veröffentlichung schaut nicht nur nach oben. Martin Graf zeichnet auch die Geschichte der Orgeln nach und beschäftigt sich ausführlich mit den wertvollen Buntglasfenstern der Stadtkirche. Zu ihnen gehören Arbeiten des bedeutenden Marburger Glasmalers Erhard Klonk sowie des aus Bad Bergzabern stammenden Glaskünstlers Eugen Krumholz. Die Fenster gelten in ihrer Ausgestaltung als Besonderheit in der Pfalz.
600 Jahre alte Kapelle gehört zur Geschichte
Der Blick reicht zudem über die Stadtkirche hinaus zur gotischen Kapelle „Zu Unserer Lieben Frau“ am Annweilerer Friedhof. Das rund 600 Jahre alte Gotteshaus wurde zwischen 1426 und 1429 errichtet. Einen besonderen kunsthistorischen Schatz bergen seine Seccomalereien, die um 1450 entstanden und in dieser Form in der Pfalz einmalig sind. Damit verbindet die Dokumentation zwei bedeutende Annweilerer Sakralbauten und macht deutlich, wie viel Stadt-, Kirchen- und Kunstgeschichte sich hinter ihren Mauern verbirgt. Die 72-seitige Broschüre ist für eine Schutzgebühr von zwei Euro in der Stadtkirche, in der Kapelle „Zu Unserer Lieben Frau“, im Büro für Tourismus am Meßplatz 1 sowie in der Buchhandlung Pyra, Hauptstraße 30, erhältlich.
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |
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