Lebensmittelkontrollen im Rhein‑Neckar‑Kreis: 16 Betriebe 2025 zeitweise geschlossen
- Autobahn-Unfall; Transport von Kalbfleisch zusammen mit diversen Gegenständen, die nicht für den Transport zusammen mit Lebensmittel geeignet sind.
- Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
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Rhein‑Neckar‑Kreis. Rattenbefall, Schädlingsnachweise oder gravierende Hygienemängel: Die Lebensmittelüberwachung des Landratsamts Rhein‑Neckar‑Kreis hatte auch 2025 mit problematischen Zuständen in einzelnen Betrieben zu tun. Insgesamt wurden knapp 3.000 Kontrollen in über 2.000 Betrieben durchgeführt. In 16 Fällen musste eine vorübergehende Betriebsschließung angeordnet werden, weitere sechs Betriebe waren teilweise von Stilllegungen betroffen.
Diese Zahlen gehen aus dem Jahresbericht 2025 hervor, den das Veterinäramt und der Verbraucherschutz jetzt vorgestellt haben. Präsentiert wurde der Bericht von Dr. Stefan Kaiser, seit Anfang 2026 Leiter des Referats Verbraucherschutz, gemeinsam mit Dr. Dominika Hagel, Leiterin des Veterinäramts, und Doreen Kuss, Dezernentin für Ordnung und Gesundheit.
Kontrollen vom Straßenfest bis zum Großbetrieb
Das Team der Lebensmittelüberwachung besteht aus 16 Lebensmittelkontrolleurinnen und ‑kontrolleuren, die Betriebe unterschiedlichster Größe überprüfen – von Vereins‑ und Straßenfesten bis hin zu international tätigen Unternehmen. Kontrolliert werden neben Lebensmitteln auch Betriebe aus den Bereichen Kosmetik, Tabak und Bedarfsgegenstände.
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Entnahme von Proben, die in Chemischen und Veterinäruntersuchungsämtern analysiert werden. Werden dabei Mängel festgestellt, veranlasst die Behörde entsprechende Maßnahmen – im Einzelfall bis hin zu EU‑weiten Produktrückrufen.
Mehrheit der Betriebe mit guten Hygienestandards
Trotz einzelner schwerwiegender Verstöße fällt die Gesamtbilanz differenziert aus: Bei 897 Kontrollen wurden keinerlei Mängel festgestellt, in 1.386 Fällen handelte es sich um geringfügige Beanstandungen. In den übrigen Fällen ordnete das Amt Nachbesserungen an, die anschließend überprüft wurden. Insgesamt wurden 30 Bußgeld‑ und 11 Strafverfahren eingeleitet.
Probleme bei Lebensmitteltransporten
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Kontrolle von Lebensmitteltransporten, häufig im Rahmen gemeinsamer Einsätze mit Polizei und Veterinäramt auf Autobahnen. Der häufigste Beanstandungsgrund war eine unzureichende Kühlung, vereinzelt wurden auch unzulässige Mischtransporte festgestellt.
Rückrufe über europäisches Warnsystem
Wird ein gesundheitsschädliches Lebensmittel entdeckt, wird es aus dem Verkehr gezogen – entweder freiwillig durch den Betrieb oder auf behördliche Anordnung. Über das europäische Lebensmittel‑Schnellwarnsystem tauschen sich die Behörden grenzüberschreitend aus. Ein größerer Rückruf im Jahr 2025 betraf kontaminierte Säuglingsnahrung. Allein im Rhein‑Neckar‑Kreis gingen dazu 17 Meldungen ein. red
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |
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