THE SCREEN #3
Autonome KI-Agenten generieren Bild- und Klangwelten
- Daniel Heiss, Marc Schütze, Agent Provokateur, 2026
© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Saskia Hahn - Foto: Daniel Heiss, Marc Schütze, Agent Provokateur, 2026 © ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Saskia Hahn
- hochgeladen von Uwe Marcus Rykov
"THE SCREEN" geht in die finale Phase
In "Agent Provokateur" interagieren autonome KI-Agenten miteinander und werfen Fragen nach Autonomie, Kontrolle und künstlerischer Autor:innenschaft auf
Wer schafft ein Kunstwerk, wenn autonome KI-Systeme es erzeugen? Der Mensch, der sie entwirft, oder die Maschine, die handelt? Und wie autonom sind diese Systeme wirklich? Die ZKM-Eigenproduktion "Agent Provokateur" macht diese offenen Fragen erfahrbar. Ein Team von KI-Agenten interagiert miteinander, erzeugt fortlaufend neue Bild- und Klangwelten und lässt auf der über acht Meter hohen LED-Wand ein sich ständig wandelndes Werk entstehen. Auch die Anwesenheit der Besucher:innen kann den Prozess beeinflussen – und damit die Frage nach Autor:innenschaft noch einmal neu stellen. Die Arbeit wird bis zum 26. April 2026 im Rahmen der Installation "THE SCREEN" im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe zu sehen sein.
Agent Provokateur
Daniel Heiss & Marc Schütze
15.–26. April 2026
ZKM | Lichthof 8
In der experimentellen Installation Agent Provokateur von Daniel Heiss und Marc Schütze interagieren mehrere KI-Agenten: Die auf generativen Algorithmen basierenden Softwaresysteme verfügen über ein gewisses Maß an Entscheidungsautonomie und übernehmen kreative Aufgaben, die für die Konzeption und Umsetzung des Kunstwerks grundlegend sind. Sie holen Informationen ein, erzeugen Bilder und Klänge und treffen Regie- und Kompositionsentscheidungen. Die Interaktion der Agenten richtet sich dabei nicht auf ein vorab definiertes Ergebnis. Vielmehr entstehen im kontinuierlichen Austauschprozess immerzu neue Bild- und Klangwelten, sodass das Werk sich in einem permanenten Prozess der Veränderung und Neuformierung befindet.
Die Informationen, die sie für die Erstellung des Werkes benötigen, beziehen die Agenten sowohl aus der unerschöpflichen Datenmenge des Internets als auch aus ihrer unmittelbaren Umgebung: Kameras und Sensoren erfassen die anwesenden Personen und generieren Daten*, die in die laufenden Prozesse integriert werden können. Die Besuchenden sind somit in das Geschehen einbezogen. Ihre Daten werden Teil des künstlerischen Materials, von dem sich die Agenten gemäß ihrer getroffenen Entscheidungen bedienen können.
Neben der LED-Wand, auf der das sich fortwährend neu bildende Werk zu sehen ist, machen zusätzliche Bildschirme den kreativen Prozess der KI-Agenten sichtbar. Die einzelnen Vorschläge und Entscheidungen werden hier nachvollziehbar, gleichzeitig können die Besucher:innen selbst Vorschläge einbringen, die jedoch nicht automatisch übernommen werden. Ein Spannungsfeld eröffnet sich: Einerseits haben die Agenten die Freiheit, sich für oder gegen einen Vorschlag zu entscheiden, ihre Aktionen sind nicht vorhersehbar, andererseits basiert ihre Handlungsmacht auf dem Input des Menschen. Somit regt Agent Provokateur dazu an, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob hier eine neue Form von Autonomie entsteht oder ob autonome KI-Systeme nicht doch den Status eines künstlerischen Werkzeugs einnehmen – wenn auch eines sehr komplexen, äußerst leistungsfähigen Werkzeugs.
THE SCREEN. Drei Positionen zu KI und Kunst
THE SCREEN präsentiert über sechs Wochen hinweg drei künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen. Der Lichthof 8 des ZKM | Karlsruhe, wo die großformatige, über zwei Stockwerke reichende LED-Wand installiert ist, ist in dieser Zeit nicht nur ein Ort für herausragende Medienkunst, sondern auch ein Ort zum Verweilen, Beobachten und Austauschen. THE SCREEN lädt dazu ein, Kunst nicht nur kurz zu betrachten, sondern Zeit mit ihr zu verbringen. Freitags und samstags bleibt die Installation daher bis 22 Uhr geöffnet.
Öffnungszeiten
Mittwoch und Donnerstag: 10–18 Uhr
Freitag: 10–22 Uhr
Samstag: 11–22 Uhr
Sonntag: 11–18 Uhr
Eintritt
Museumseintritt
freitags/samstags ab 18 Uhr: kostenfrei
Autor:Uwe Marcus Rykov aus Wochenblatt Rhein-Neckar |
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