Ausstellung im bunker k101,
SCHAM – Zwischen mir und der Welt
- Foto: 68elf
- hochgeladen von Uwe Marcus Rykov
Wo die Scham wohnt: Eine Kölner Ausstellung blickt in die Abgründe eines universellen Gefühls
Jeder kennt diesen Moment: Die Wange brennt, der Blick sucht hektisch nach dem Boden, und das einzige Bedürfnis ist es, auf der Stelle im Erdboden zu versinken. Scham ist eines der intimsten, unangenehmsten und zugleich universellsten Gefühle der Menschheit. Sie sitzt an den Schnittstellen von Identität, Körperlichkeit, Moral und gesellschaftlichen Normen. Scham kann stumm machen oder lähmend wirken – doch sie verändert sich. Spätestens seit der mutigen Ansage von Gisèle Pelicot, Opfer jahrelanger organisierter Gewalt, dass „die Scham die Seite wechseln muss“, ist das Thema mitten in den Fokus der öffentlichen Debatte gerückt.
Der Kunstverein 68elf e.V. widmet diesem komplexen Phänomen vom 4. bis zum 20. September 2026 eine vielschichtige Gruppenausstellung im historischen Kölner bunker_k101.
Under dem Titel „SCHAM – Zwischen mir und der Welt“ nehmen Künstlerinnen, Künstler und Kollektive der freien Szene Köln sowie des BBK Bonn Rhein-Sieg das uralte Gefühl unter die Lupe.
Zwischen Intimität und gesellschaftlichem Mechanismus
Die beteiligten Arbeiten beleuchten das Thema aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und mit wechselnden künstlerischen Mitteln. Dabei geht es nicht nur um die persönliche, oft hochgradig intime Scham im Bezug auf den eigenen Körper, das eigene Begehren, Herkunft oder individuelles Versagen. Auch die kollektive Dimension – etwa im Kontext historischer oder politischer Schuld – sowie das weit verbreitete Phänomen der Fremdscham werden reflektiert.
Der raue, geschichtsträchtige Raum des Bunkers in Ehrenfeld bietet dabei die perfekte Kulisse, um den Grenzbereich zwischen dem Innersten eines Menschen und der äußeren Öffentlichkeit erfahrbar zu machen.
Begleitprogramm: Literatur & Performance
Die Ausstellung wird von zwei hochkarätigen Abendveranstaltungen gerahmt, die das Thema um performative und literarische Facetten erweitern:
Samstag, 12. September 2026 | 19:00 Uhr
Lesung: Thomas Dahl liest aus IN HÖLLEN, gefolgt von agii gosse mit Texten aus POISON (Hinweis: nicht jugendfrei).
Samstag, 19. September 2026 | 17:00 Uhr
Performance: Das Kollektiv kopróchoma reagiert mit einer ortsspezifischen Performance direkt auf die ausgestellten Arbeiten im Bunker.
Beteiligte Künstler*innen & Kollektive
Zekiye Acar, Pablo Basem, Marleen Becker, Anna Bilman, Tanja Chimes, Gianni Düx, Anja Eichen, Patricia Falkenburg, Johannes Laurin Fischer, Sabina Flora, Matsatso Gogichaishvili, agii gosse, Angelika Haak, Waltraud Hackenberg, Susanna Heider, Monika Heimann, Helmut Hergarten, Jörn Keseberg & Chris Karawidas, Paata Kokaia, Ute Küppersbusch, Rosa Langer, Doris Maile, Brigitte Maxrath-Enger, Brigitte Mekelburg, Georg Petermann, Christiane Rath, Caspar Reuter, Monika Rossmöller-Schmidt, Ricarda Rommerscheidt, Su Rui, Jochen Schemm, Georg Schnitzler, Marina Skepner, Una Sörgel, Marie Spellerberg, Frauke Stärk, Christiane Stegat, Barbara Stewen, Cornelia Teiner, Axel Weishaupt, Tine Wille, Antje Winkler-Sueße, Worst Case, Ina Zeuch, Petra Zieriacks, zweiimdruck & Ingrid Bahß.
Auf einen Blick: Service & Infos
Ausstellung: SCHAM – Zwischen mir und der Welt
Vernissage: Freitag, 04. September 2026 um 18:00 Uhr
Dauer: 04. September – 20. September 2026
Ort: bunker_k101, Körnerstraße 101, 50823 Köln (Ehrenfeld)
Öffnungszeiten: Freitags 17:00 – 20:00 Uhr | Samstags & Sonntags 16:00 – 19:00 Uhr
Veranstalter: 68elf e.V. (in Kooperation mit dem BBK Bonn Rhein-Sieg)
Autor:Uwe Marcus Rykov aus Wochenblatt Rhein-Neckar |
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