Todesfall bei Fixierung in Wiesloch: Ermittlungen laufen

Ein Patient im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden ist in der Nacht auf Montag bei einer Fixierung durch Polizisten gestorben. (Symbolbild) | Foto: Uli Deck/dpa
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Wiesloch. Nach dem Tod eines 34 Jahre alten Patienten in einer psychiatrischen Klinik in Wiesloch ermitteln Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt. Der Mann kollabierte am Montag, 18. Mai, während einer Fixierung, an der auch Polizeikräfte beteiligt waren.

Das Psychiatrische Zentrum Nordbaden zeigte sich am Dienstag, 19. Mai, tief betroffen. „Im PZN herrscht große Betroffenheit“, teilte die Pressestelle mit. Die Einrichtung kündigte an, die Ermittlungen der Behörden vollständig zu unterstützen.

Patient kollabiert während der Fixierung

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Heidelberg und des Landeskriminalamts Baden Württemberg hatte sich der Patient in der Klinik aggressiv verhalten. Pflegekräfte und die Stationsärztin versuchten zunächst, ihn zu beruhigen und zu fixieren. Da sich der Mann laut Behörden mit großer Kraft wehrte, wurde die Polizei zur Unterstützung gerufen. Die eingesetzten Beamten wandten unmittelbaren Zwang an, um die Fixierung zu ermöglichen. Während dieser Maßnahme kollabierte der Patient und musste reanimiert werden. Trotz sofortiger medizinischer Hilfe wurde sein Tod festgestellt. Der 34-Jährige war den Angaben zufolge seit mehreren Wochen freiwillig in der Einrichtung untergebracht.

Obduktion soll Todesursache klären

Die Leiche sollte am Dienstag, 19. Mai, obduziert werden. Wann Ergebnisse vorliegen, war zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob sich Beteiligte wegen fahrlässiger Tötung strafbar gemacht haben könnten.

Klinik verweist auf Schulungen zur Deeskalation

Nach Angaben des Psychiatrischen Zentrums werden Mitarbeitende regelmäßig im Umgang mit Krisensituationen geschult. Dazu gehören Trainings zur professionellen Deeskalation. Zwangsmaßnahmen würden nur eingesetzt, wenn andere Möglichkeiten nicht ausreichen, um Patienten oder Personal zu schützen. Kleinere Verletzungen könnten dabei jedoch grundsätzlich nicht vollständig ausgeschlossen werden, erklärte eine Sprecherin. Auch die Baden Württembergische Krankenhausgesellschaft betonte, dass eine kurzfristige Fixierung immer im Einzelfall durch eine Ärztin oder einen Arzt entschieden werde.

Keine landesweiten Zahlen zu solchen Einsätzen

Nach Angaben des Landeskriminalamts gibt es keine Statistik zu Polizeieinsätzen zur Unterstützung von Rettungsdiensten oder medizinischen Einrichtungen. Polizeibeamte würden jedoch regelmäßig für den Einsatz von unmittelbarem Zwang ausgebildet und fortgebildet. Im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden werden nach eigenen Angaben jedes Jahr mehr als 20.000 erwachsene Patientinnen und Patienten stationär, teilstationär oder ambulant behandelt. Rund 2.100 Menschen arbeiten dort. Der aktuelle Fall erinnert an mehrere bundesweit diskutierte Todesfälle nach Fixierungen in den vergangenen Jahren. Die Ermittlungen in Wiesloch dauern an. dpa/red

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Autor:

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