Vortrag beim Historischen Verein
Toter Mann gibt Archäologen Rätsel auf

Pirmasens. „Wer war der Tote im Hof? Neue Forschungen im römischen Burgus von Eisenberg“ heißt ein Vortrag von Dr. Ulrich Himmelmann, Speyer, am 24. September, 19.30 Uhr, auf Einladung des Historischen Vereins im Carolinensaal in Pirmasens. Es wurde wild spekuliert als man im Sommer 2016 im Hof des spätantiken Burgus von Eisenberg das Skelett eines jungen Mannes zu Tage förderte, das Spuren extremer Gewalteinwirkung zeigte. Einige Medien vermuteten schon „Deutschlands ältestes Mordopfer“. Tatsächlich gibt der Fund den Forschern und Archäologen einige Rätsel auf: Wen hat man dort überhaupt gefunden? Warum wurde er so zugerichtet? Und: Warum wurde er genau hier vergraben?
Bereits im 18. Jahrhundert wurden in Eisenberg im Auftrag des pfälzischen Kurfürsten Carl Theodor Steindenkmäler ausgegraben und in das Mannheimer Antiquarium gebracht. Seitdem verging kaum ein Jahrzehnt ohne größere Entdeckungen. Inzwischen weiß man, dass hier bereits um Christi Geburt eine auf Eisenverarbeitung spezialisierte Siedlung existierte, die sich im Lauf der folgenden Jahrhunderte zu einer ansehnlichen Römerstadt entwickelte. In der Spätantike wurde über den Ruinen zerstörter Gebäude eine Kleinfestung („Burgus“) errichtet, in dessen Schutz die Siedlung bis weit ins 5. Jahrhundert hinein fortbestand. Seit 1992 gräbt hier die Direktion Landesarchäologie Speyer. Im Jahr 2000 erfolgte der Spatenstich für den Römerpark Vicus Eisenberg, seit 2008 arbeiten hier am nordpfälzischen Fundort in Eisenberg die Landesarchäologen gemeinsam mit der Stadt Eisenberg und Forschern vom Institut für Klassische Archäologie der Universität Heidelberg zusammen.
„In Eisenberg beginnt die Antike direkt unter der Erdoberfläche“, erklärt Himmelmann. Denn bei ihren jüngsten Forschungsgrabungen stießen die Archäologen bereits nach wenigen Zentimetern auf die gut erhaltenen Mauern des spätantiken Burgus. Da im Gegensatz zu anderen Römerstädten nach der Antike große Bereiche der Siedlung nicht wieder überbaut wurden, sondern bis heute ungestört unter der Erde liegen, können die Archäologen hier besonders gut forschen und auch moderne Methoden wie die Geoprospektion oder die systematische Auswertung von Laserscans sowie Luftbilder zum Einsatz bringen. Der Eintritt zu dem Vortrag am 24. September ist frei. ps

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