Dancefloor mit Tiefgang
Velvet Vulture mit Chancen in Charts

Velvet Vulture setzt auf EDM Musik mit Tiefgang | Foto: Velvet Vulture
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Mit Velvet Vulture betritt derzeit eine neue Formation aus Österreich die EDM Bühne, die sich bewusst von klassischen Partyprojekten abheben möchte. Statt einfacher Clubtracks setzt die Band auf elektronische Musik mit klaren Botschaften und einer Atmosphäre, die hängen bleibt.

Gegründet wurde das Projekt von Stefan Strolz aus St. Pölten, der in der heimischen Szene bereits seit rund sieben Jahren als Live DJ bekannt ist. Mit Velvet Vulture verfolgt er nun allerdings einen deutlich größeren Ansatz. Gemeinsam mit den Sängerinnen Stefanie Obrecht und Anita Krcal entstand ein Sound, der zwar im Bereich Electro und EDM zuhause ist, dabei aber bewusst eigene Wege geht.

Vor allem die Stimme von Stefanie Obrecht verleiht den Songs eine besondere Stimmung. Teilweise erinnert der Sound an frühere melodische EDM Projekte wie Sylver, bleibt dabei aber eigenständig und deutlich ruhiger als vieles, was derzeit im Mainstream läuft. Anita Krcal ergänzt das Projekt nicht nur gesanglich, sondern arbeitet auch an den Texten mit, die eine zentrale Rolle spielen.

Denn Velvet Vulture versteht sich nicht einfach als Musikprojekt für den Dancefloor. Die Songs behandeln Themen wie Umweltzerstörung, Manipulation, Überwachung, Krieg und gesellschaftliche Kontrolle. Gleichzeitig ziehen sich Freiheit, Menschlichkeit und Hoffnung wie ein roter Faden durch die Texte.

Die erste Veröffentlichung trägt den Titel „Planet Earth“. Da das Werk insgesamt sechs Songs umfasst, handelt es sich streng genommen eher um eine EP als um ein vollständiges Album. Inhaltlich bildet der Titeltrack das Zentrum des Projekts und beschäftigt sich kritisch mit dem Zustand unseres Planeten.

Auch die weiteren Songs schlagen ernste Töne an. „The Velvet Silence“ enthält deutliche Anspielungen auf den Epstein Skandal und kritisiert den gesellschaftlichen Umgang damit. „Stay in Line“ setzt sich mit Überwachung und gesellschaftlicher Kontrolle auseinander und richtet sich gegen Systeme, die Menschen klein halten sollen.

Mit „Don’t Look Now“ liefert die Band einen Antikriegssong, der sowohl den Ukraine Krieg als auch den Konflikt rund um den Iran thematisiert. „SOS“ wiederum greift die Idee auf, dass mögliche außerirdische Zivilisationen das Gute auf der Erde erkennen und retten könnten. In „A Code for Those Who Truly Care“ richtet sich die Band an jene, die Macht besitzen und tatsächlich etwas verändern könnten, egal ob im übertragenen oder wörtlichen Sinn.

Musikalisch bleibt Velvet Vulture dabei angenehm zurückhaltend. Die Songs verzichten weitgehend auf große Effekte oder aggressive Drops. Stattdessen dominieren warme Flächen, ruhige House und Trance Elemente sowie eingängige Melodien. Genau darin liegt eine der Stärken des Projekts: Die Musik funktioniert sowohl nebenbei als auch dann, wenn man sich bewusst auf die Inhalte einlassen möchte.

Bemerkenswert ist auch, dass die Band offen damit umgeht, bei der Produktion ihrer Songs KI einzusetzen, also sogenannte Hybrid-Musik produziert. Statt diesen Teil der Entstehung zu verstecken, wird er bewusst transparent kommuniziert. Für die Veröffentlichung gründete die Gruppe sogar ihr eigenes Label mit dem Namen „Planet Earth Records“. Ein Schritt, der zeigt, dass Velvet Vulture langfristig denkt und offenbar mehr sein möchte als nur ein kurzfristiges Studioprojekt.

Wir konnten bereits vor dem offiziellen Release in die Songs hineinhören. Die Veröffentlichung ist aktuell noch im Mai geplant. Wenn Velvet Vulture ihren eingeschlagenen Weg beibehält, dürfte man von dieser ungewöhnlichen Mischung aus elektronischer Musik und gesellschaftskritischen Inhalten in Zukunft noch öfter hören.

Autor:

Marianne Foregger aus Wochenblatt Kaiserslautern

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