Prunksitzung 2019 der Kirrlacher Karnevals Gesellschaft e.V.
Mit Vollgas durch die fünfte Jahreszeit

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Die diesjährige Prunksitzung der Kirrlacher Karnevalsgesellschaft begann pünktlich um 19:11 Uhr
mit dem Versprechen der Prinzenpaartöchter Melina und Svenja Senger, dass „Augen funkeln
werden“. Am Ende übertrafen die Akteure auf der Bühne dieses Versprechen, denn es war ein Fest
für alle Sinne. Bereits der farbenfrohe Einmarsch mit der rhythmisch-musikalischen Untermalung
der Kerrlocher Schnappsäck, den Abordnungen der Karnevalisten aus Wiesental und Philippsburg,
der Narrenzunft Kirrlach in ihren Schellenkostümen sowie den Gardemädchen und dem KiKaGe-
Elferrat bot einen Vorgeschmack auf einen bunten Abend. Spätestens nachdem das Prinzenpaar
Gabi II. und André I. auf dem Motorrad sitzend über einen eingespielten Trailer ihr Motto „Startet
die Motoren, seid bereit, wir fahren mit euch durch die fünfte Jahreszeit“ verkündet hatte und durch
die Schar bunt gekleideter Narren in die Rheintalhalle einzog, war dem Publikum klar: Heute geht
es mit Vollgas und durchgedrücktem Gaspedal in die Fasänacht.
Mit den Tellplatzlerchen aus Ötigheim trat dabei auch eine externe Gruppierung auf die Bühne der
KiKaGe-Prunksitzung und bot mit ihren Programm „Nachrichten aus aller Welt“, verpackt in
bekannte Stimmungsliedern mit satirischem Witz, ein karnevalistisches und musikalisches
Feuerwerk. Mit „Trallali und Trallala - die Diktatoren sind jetzt da“ und den entsprechend
kostümierten Protagonisten der Weltpolitik wiesen sie darauf hin, dass derzeit „der Irrsinn regiert“.
Auch der Spraddl in Person von Matthias Heiler stimmte in dieses Credo ein und hielt gekonnt
Politik wie Gesellschaft den Spiegel vor. In seiner Bütt belehrte er mit viel Ironie die „Großartigen“
dieser Welt und klärte auf, was wirklich „großartisch isch“. Gemäß dem Motto des Jahresordens
der KiKaGe „Für den Betonklotz am Eck, muss sogar der Esel weg“, trifft dies nach Meinung des
Spraddls auf die Neugestaltung des Ortskerns in Kirrlach nicht zu. Diesen nahm sich in seiner
Büttenrede auch Klaus Müller als moralistischer Besserwisser vor. Trotz nicht vorhandener
„Sharrows“ bzw. Piktogramme in der Rheintalhalle fand er mit seinem Fahrrad den Weg auf die
Bühne und verwies auf allerhand Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft. Dabei appellierte
pointiert an die Anwesenden: „Ihr misst eich an moin Rotschlag halte und efters eier Hern
oischalte“.
Diesen Appell konnte das Publikum beim Auftritt der Männerballetts getrost vergessen. Die
stählernen Körper der Tänzer ließen die Halle beben und brachten musikalisch wie tänzerisch die
Disco-Ära der 70er Jahre zurück in die Rheintalhalle. Im gleichen musikalischen Zeitalter holte die
Schlagerband „Die Vokuhilas“ um Sänger Jascha Trares den Saal ab, sorgte mit viel Flower Power
für eine ausgelassene Stimmung und animierte das Prinzenpaar auf der Bühne sowie die Narren
in der Halle zum Tanz. Tänzerische Perfektion legte Tanzmariechen Emely Johann auf das
Bühnenparkett, ebenso auch die Spraddl-Garde sowie die Prinzen-Garde „Die Bobbe“ in ihren
Gardetänzen. Zuvor flogen bereits die frechen Hexen der Zwuggl-Garde mit ihren Hexenbesen
über die Bühne, während die bunten Clowns der Wichtel-Garde für Zirkusatmosphäre im
Sitzungssaal sorgten. Mit wummerndem Bass, lauten Sirenen und kreisenden Schlagstöcken
machten die Tänzerinnen der Showtanzgruppe „Body Rockers“ als Ordnungshüterinnen keine
Gefangenen und brachten den Saal mit ihrer tänzerischen Darbietung zum Schwitzen.
In einer der wenigen Phasen zum Durchatmen äußerte Sitzungspräsident Eric Klemm seinen Dank
an alle Gönner, Sponsoren und Ehrensenatoren der KiKaGe sowie auch an alle Helfern rund um
diese Prunksitzung, ohne deren Unterstützung diese in diesem Format nicht durchführbar wäre.
Sichtlich überrascht auf die Bühne gerufen wurden Dekan Glocker und Pfarrer Bretl, die
ihr Motto aus dem Fastnachtgottesdienst „meh wie schee“ intonierten, welches der Saal
an diesem Abend immer wieder lautstark aufgriff.
Als mindestens genauso „schee“ empfanden auch „die drei Retsche“ Sven Herrwerth, Eric
Klemm und Oliver Wirth ihren sonntäglichen Besuch im Thermalbad Mingolsheim.
Gemeinsam mit Bademeister Matthias Jahn brachten sie dabei das Becken buchstäblich
zum Überschwappen und begeisterten das Publikum mit ihrem Wortwitz rund um die
Freuden und Sorgen im Alter, ihren Gedanken rund um die Kirrlacher Gastronomie, die
Wehwehchen im Alltag und die daraus resultierenden Doktorbesuche. Diesen musste
wegen „Rücken“ auch Marcus Köpp in seinem Beitrag aufsuchen. In seinem 1x11jährigen
Jubiläum in der Bütt berichtete er mit vielen humoristischen Spitzen von allerlei skurrilen
Erfahrungen und seltsamen Patienten in den Kirrlacher Arztpraxen.
Eine Vielzahl ehemaliger Regenten der Kerrlocher Fasänacht befanden sich beim Auftritt
des Prinzenpaarchores auf der Bühne. Auch diese Formation feierte ihr 1x11jähriges
Jubiläum und sorgte unter der musikalischen Leitung von Oberbürgermeister Walter Heiler
mit einem Fastnachtslieder-Medley für Stimmung im Saal. Dabei stellten die Sängerinnen
und Sänger heraus: „Bei uns in Kerrloch do isch‘s doch em Scheenschte“. In die gleiche
Kerbe schlugen auch „die KiKraGeler“ bei ihrem ersten Auftritt direkt nach der Pause. Mit
ihrem Mix aus deutschsprachiger Stimmungsmusik in gewohnt erstklassig musikalischer
Manier und treffendem Wortwitz - wie der „Schickeria im Kreiz in Kerrloch“- outeten sie
sich als „badische Band“ und zogen sie dabei das Publikum in den Bann. Diesen Auftritt
krönten sie noch im abschließenden Finale, bei dem sie gemeinsam mit einer Vielzahl der
aktiven Akteure des Abends sowie den die Narren im Saal die Kerrlocher Fasänacht
nochmals lautstark musikalisch hochleben ließen.
(AL)

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