Schlaglöcher, Schotter und Schlafmangel: Paar aus Römerberg wagt Balkan-Extremtour
- Das Team "Rost & Ruhm": Daniel Schoch und Karin Suckfüll aus Römerberg
- Foto: Rost & Ruhm
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Römerberg. Das „Team Rost & Ruhm“ nimmt vom 14. bis 27. Juli mit einem alten Geländewagen an der Abenteuer-Rallye „Pothole Rodeo – Balkan Edition“ teil. „In zwölf Tagen durch zwölf Länder“ lautet das Motto, und so werden Daniel Schoch und Karin Suckfüll aus Römerberg mit einem Suzuki Samurai auf Schlaglochpisten eine Tour durch fast alle Länder des Balkan starten und dabei mit An- und Abreise insgesamt über 6000 Kilometer zurücklegen. Das Ganze ist verbunden mit einer Charity-Aktion, mit der das Projekt „Kind sein dürfen 2026“ unterstützt werden soll.
Mit einem 23 Jahre alten Suzuki durch zwölf Länder
Das „Pothole Rodeo“ ist die größte Low-Budget-Rallye Europas. Denn bei den verrückten Fahrten gehen keine Rennflitzer an den Start, sondern Rostlauben. Zur Anmeldung musste eine von drei Start-Klassen gewählt werden. Mit gerade mal 47 KW fährt der 23 Jahre alte Samurai in der „Pocket-Rocket-Klasse“. Hätte der selbstständige Schreiner Daniel Schoch in seinem Enthusiasmus nicht viel zuviel Geld für das klapprige Gefährt bezahlt, hätte er wohl auch die „Shitbox-Klasse“wählen können, in der Autos unter 1000 Euro starten dürfen. Von der Dauerläufer-Klasse, in der Fahrzeuge mit mehr als 500.000 Kilometern Laufleistung starten, ist der Suzuki allerdings noch ein gutes Stück entfernt.
Karin Suckfüll arbeitet als Lehrerin und profitiert so vom diesjährigen Start-Termin, der in ihren Sommerferien liegt. Schrauber-Erfahrungen, die bei diesem Abenteuer hilfreich sein könnten, hat sie noch keine, doch nach der Tour könnte das ganz anders aussehen… Für sie ist es die erste Rallye, und sie fährt auch den ersten Teil der Strecke, denn zur Anreise wird sie ihren Partner auf einem Festival in Franken aufsammeln.
Warum das „Pothole Rodeo“ keine gewöhnliche Rallye ist
Daniel Schoch fuhr bereits 2024 mit seinem Freund Joel Lehmann als „Team R fear“ mit einem Renault R4 erfolgreich bei der „Baltic Edition“ des Pothole Rodeo mit. Im vergangenen Jahr war das „Boat Rodeo“ in Ungarn fällig, bei dem sein Team „Hopfenhobel“ den dritten Platz belegen konnte.
Mit der Teamnummer 112 starten die beiden Römerberger die Rallye in der Südoststeiermark. Von dort aus geht es über Schlaglochpisten und Schotterstraßen durch Ungarn, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Nordmazedonien, Griechenland, Albanien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, bis nach Kroatien. Slowenien wird das Team dann noch bei der Abreise zusätzlich durchqueren.
Die Tagesrouten sind beim „Pothole Rodeo“ frei wählbar, jedoch sollten überwiegend Nebenstrecken, Feldwege und Ähnliches genutzt werden. Autobahnen sind beim Rodeo out. Das Paar begibt sich auf die Suche nach den letzten Schlaglöchern Europas, und das mit einem rostigen alten Suzuki, zusammengehalten allein durch Wille und Rost.
Die Beiden erwarten Tage mit wenig Schlaf und vielen unvorhersehbaren Herausforderungen. Wohin sie die jeweils nächste Etappe führt, erfahren sie erst vor Ort. An den Checkpoints erhalten sie eine Tagesaufgabe, die es zu meistern gilt. Auf der Tour durchs Baltikum sollte man zum Beispiel ein Autohaus finden, das den Rost-Boliden im Showroom ausstellt, die Karre von einem Pferd abschleppen lassen oder zwei Polizisten zum gemeinsamen Frühstück auf der Motorhaube überreden.
So erlebt man Land und Leute abseits des Massentourismus auf ganz besondere Art und Weise. Man tauscht Geschichten und Ersatzteile, bevor man wieder aufbricht. Zur nächsten Etappe, zur nächsten Begegnung oder zur nächsten Reparatur. Freiheit, Abenteuer und eine starke Community sind die Motivation, um am Ende zusammen ans Ziel zu kommen. Denn beim „Pothole Rodeo“ geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Gemeinschaft.
Hilfe für Kinder: Die Charity-Aktion hinter der Rallye
Bei allem Spaß und Abenteuer gibt es aber auch einen ernsten Hintergrund. Schon bei den letzten beiden Rallyes unterstützten Schoch und seine Mitstreiter durch das Sammeln von Spenden das Charity-Projekt „Kind sein dürfen“. Rund 2700 Euro konnten sie so bereits für die Aktion generieren, die den Unterhalt einer Kindertagesstätte in Fushë-Arrëz in Albanien mitfinanziert, in der zurückgelassene Kinder betreut werden. Die Region war einst vom Bergbau geprägt, doch heute gibt es dort nur noch wenige Arbeitsplätze. Viele Erwachsene müssen das Dorf verlassen, um Geld zu verdienen, während die Kinder zurückbleiben und oft unter den Folgen von Armut und Elend leiden.
Die deutsche Ordensschwester Gracia Ruf kümmert sich mit ihrem Team darum, dass die Kinder dennoch gesund aufwachsen. Sie dürfen an der Kindertagesstätte einfach nur Kind sein – und die Sorgen der Eltern zu Hause lassen. Jeder Euro, der gespendet wird, kommt direkt bei der Partnerorganisation „Ora International“ an und gelangt somit dorthin, wo er gebraucht wird.
Die Kindertagesstätte dient jedes Jahr auch als Charity Checkpoint entlang der Balkan-Route. Suckfüll und Schoch werden dort ein paar Sachspenden vorbeibringen und sich selbst davon überzeugen, wie die Spenden das Leben der Kinder und Familien zum Positiven verändern.
Wer spenden will, sollte auf der Website www.backroadclub.com/charity.1217.html den „Spenden“-Button unter der Überschrift „Kind sein dürfen 2026“ anklicken, im Suchfeld die Teamnummer „112“ eingeben, und das Spendenformular ausfüllen.
Weitere Informationen
www.facebook.com/rostundruhm
www.backroadclub.com/pothole-rodeo.1204.html
www.backroadclub.com/charity.1217.html
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Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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