Feierliches Requiem im Dom
Letzte Ehre für den Speyerer Altbischof

Foto: Bistum Speyer/Klaus Landry
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Speyer. Mit einem feierlichen Requiem im Speyerer Dom haben gestern zahlreiche Angehörige, Freunde und Weggefährten aus Kirche, Politik und Gesellschaft Abschied von Bischof Anton Schlembach genommen. Der Speyerer Altbischof, der das Bistum von 1983 bis 2007 geleitet hatte, war am 15. Juni im Alter von 88 Jahren verstorben. Er wurde im Anschluss an das Requiem in einem Bischofsgrab neben dem Pfarraltar im Speyerer Dom beigesetzt.

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der das Requiem gemeinsam mit der Bamberger Erzbischof und Metropoliten Ludwig Schick, dem Würzburger Bischof Franz Jung, dem Speyerer Weihbischof Otto Georgens und Pfarrer Josef Szuba als Vertreter des Speyerer Klerus zelebrierte, erinnerte an Schlembachs bischöflichen Wahlspruch „Deus salus – Gott ist das Heil“. Er habe ihn „kennenlernen dürfen als einen Menschen, der mit seinem ganzen Leben auf Gott verweisen wollte, in dem wir Menschen alleine das Heil finden.“

Wiesemann erinnerte an die großen Diözesanereignisse in Schlembachs Amtszeit: den Papstbesuch 1987, die große Lourdes-Wallfahrt 1998, das ökumenische Christfest 2000 und die Seligsprechung von Paul Josef Nardini im Jahr 2006. Die im Glaubensbekenntnis verankerte Katholizität der Kirche, in die Schlembach bewusst auch die ökumenische Dimension mit einschloss, sei für ihn zentral gewesen.

„Es war ihm eine Lust, im umfassenden Sinn katholisch zu sein, was sich auch an seiner weltkirchlichen Verbundenheit zeigte“, sagte Wiesemann im Blick auf Schlembachs Verbundenheit zu Chatres in Frankreich, Pomposa in Italien, Gnesen in Polen, Kursk in Russland, Cyangugu in Ruanda und nicht zuletzt zu den christlichen Stätten im Heiligen Land, für die er sich als langjähriger Großprior der deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab in Jerusalem besonders einsetzte.

Bischof Wiesemann würdigte seinen Amtsvorgänger als einen Mann von großer Klarheit, Geradlinigkeit und tiefer Nachdenklichkeit. Sein Sterben sei eine „Lehrstunde des christlichen Lebens, das den Tod nicht verdrängt, und des christlichen Sterbens, das aus abgrundtiefem Gottvertrauen und aus der Freude der Vollendung lebt“, gewesen. Schlembachs Glaubenszeugnis habe die Diözese geprägt, es sei für das Bistum „Vermächtnis und Auftrag.“

Der Erzbischof von München und Freising und Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigte den Verstorbenen in Dankbarkeit und Anerkennung. In seinem Grußwort, das er stellvertretend für den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, sprach, betonte Kardinal Marx: „Voll Dankbarkeit und Anerkennung für seinen aufopferungsvollen und stets treu im Glauben gelebten Dienst, nehmen wir Abschied. Nahezu 25 Jahre hat der Verstorbene der Deutschen Bischofskonferenz angehört, war in ihren Gremien präsent, den Vollversammlungen und den Sitzungen des Ständigen Rates. Noch gestern haben wir an ihn bei unserem Zusammentreffen des Ständigen Rates in Berlin gedacht.“

Die deutschen Bischöfe seien Anton Schlembach dankbar für die Debatten, die er in der Konferenz über viele Jahre geprägt habe. „Bischof Schlembach hat sich vor Arbeit und zusätzlichen Terminen nicht gescheut. Und gleichzeitig hat er diese Termine genutzt, um kraftvoll und unmissverständlich seine Auffassung, tief geprägt und verwurzelt im Glauben der Kirche, zu vertreten.“
Kardinal Marx sprach gleichzeitig in seiner Verantwortung als Großprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, die er in Nachfolge von Bischof Schlembach 2006 übernommen hatte. „Ich will heute Dank sagen für seinen 15-jährigen Einsatz für das Heilige Land. In 30 Investituren des Ordens hat er rund 750 Mitglieder in die Ordensgemeinschaft aufgenommen. Er war innerlich engagiert für das Heilige Land“, so Kardinal Marx. „Seine Predigten haben ermutigt, sein Ritterschlag hat gesessen, sein Friedensgruß war auf Augenhöhe.“

Der Dank und die Anerkennung, der Respekt für die Lebensleistung und das Gebet für den Weg von Anton Schlembach zum Himmlischen Jerusalem begleiteten ihn, so Kardinal Marx: „Jenes Himmlische Jerusalem, in dem das Heil Gottes ihn umfangen möge, auf das hin er so sehr gelebt hat – als Bischof von Speyer und als Großprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.“

Kirchenpräsident Christian Schad erinnerte unter anderem an das ökumenische Christfest 2000. Die „geistliche Erfahrung, im Glauben an Jesus Christus schon jetzt eins zu sein“, sei für Bischof Schlembach der innerste Kern der Ökumene gewesen. 1985 habe Schlembach als erster Speyerer Bischof in einem Gottesdienst die Kanzel der Speyerer Gedächtniskirche für eine Predigt betreten. Als einer der Gründungsväter habe er 1991 mitgewirkt, die ökumenische Hospizhilfe ins Leben zu rufen. Tiefe ökumenische Freundschaften hätten Bischof Schlembach bis in die letzten Tage und Stunden seines Lebens hinein begleitet.
„Bischof Schlembach genoss weit über das Bistum Speyer hinaus große Achtung und Anerkennung“, betonte der rheinland-pfälzische Staatsminister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Konrad Wolf, der in Vertretung für Ministerpräsidentin Malu Dreyer einen Nachruf sprach.

In seiner Verantwortung als Diözesanbischof habe sich Schlembach in bemerkenswerter Weise vor allem für Arbeitslose und Asylbewerber eingesetzt. Auch Schlembachs Engagement für den Aufbau einer Hospiz- und Palliativversorgung in Rheinland-Pfalz hob Wolf hervor. „Durch seine persönliche Aufrichtigkeit und Freundlichkeit hat Bischof Schlembach viele Menschen ermutigt.“ Auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat sei durch Bischof Schlembach gestärkt worden.

Zahlreiche kirchliche Verbände und Vereinigungen hatten Fahnenträger für das Requiem entsandt und erwiesen dem verstorbenen Bischof damit die letzte Ehre. Mitglieder des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem hatten im Dom, wie schon zuvor bei der Aufbahrung in der Friedenskirche St. Bernhard, die Sargwache übernommen. Der Sarg war während des Requiems im Königschor aufgebahrt. Er war versehen mit Schlembachs Stola und Messkelch sowie mit seinen bischöflichen Amtsinsignien Mitra und Bischofsstab. Sein Grab befindet sich in einer Reihe mit seinen Amtsvorgängern Konrad von Busch (Bischof von Speyer von 1905 bis 1910), Bonifatius von Haneberg (1872 bis 1876) und Nikolaus von Weis (1842 bis 1869).

Musikalisch gestaltet wurden das Requiem und die Beisetzung von Sängerinnen und Sängern der Dommusik unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

Aufgrund der Corona-Pandemie standen im Dom nur rund 300 Sitzplätze für die Trauergäste zur Verfügung. An dem Requiem und der Beisetzung nahmen zehn Bischöfe aus anderen Bistümern teil: Erzbischof Kardinal Reinhard Marx (München-Freising), Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg), Bischof Franz Jung (Würzburg), Bischof Peter Kohlgraf (Mainz), Bischof em. Friedhelm Hofmann (Würzburg), Bischof em. Franz Kamphaus (Limburg), Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier), Weihbischof Ulrich Boom (Würzburg), Weihbischof Peter Birkhofer (Freiburg) und Weihbischof Josef Graf (Regensburg). Für die Evangelische Kirche der Pfalz waren Kirchenpräsident Christian Schad und sein Amtsvorgänger Eberhard Cherdron gekommen. Die Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen in der Region Südwest wurde durch ihren Vorsitzenden Jochen Wagner vertreten.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung nahm an dem Requiem in Person von Staatsminister Konrad Wolf teil. Die Regierung des Saarlandes war durch Finanzstaatssekretärin Anja Wagner-Scheid vertreten. Unter den Trauergästen war auch Bernhard Vogel, ehemaliger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen. Für die Stadt Speyer nahm der Stadtvorstand unter Leitung von Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler an dem Requiem teil, ebenso ihre beiden Amtsvorgänger Hansjörg Eger und Werner Schineller. Aus Schlembachs fränkischer Heimatgemeinde Münnerstadt war eine Delegation unter Leitung von Bürgermeister Michael Kastl und Stadtpfarrer Pater Markus Reis OSA angereist. ps

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Cornelia Bauer aus Speyer

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